| Küstenatlas Ostsee ::: |
Kemijoki |
Autorin: Merle Resow
Juni 2006
1. | Kenndaten zur Region |
Der Kemijoki befindet sich in der finnischen Provinz Lappland und entspringt nahe dem Sokoski Gipfel im Nordosten Finnlands bei 68° Nord, nah an der russischen Grenze. Er ist mit einer Länge von ca. 560km der längste Fluss Finnlands. Er fließt von Nordosten nach Südwesten und mündet in den Bottnischen Meerbusen. Entlang seines Ufers haben sich während der letzten Jahrhunderte Dörfer und kleine Städte angesiedelt. Die größten Städte sind "Kemijärvi", "Rovaniemi" und an der Mündung "Kemi".
Im Norden vereint der Kemijoki sich mit dem Fluss "Kittnen", weiter im Süden bei Rovaniemi mündet der "Ounasjoki" in ihn.
Besonderheiten:
Der Kemijoki ist, besonders vor dem Bau der Wasserkraftwerke, ein sehr fischreicher Fluss, vorallem der Lachs trat hier in großen Schwärmen auf. Das erste Wasserkraftwerk am Kemijoki wurde 1948 bei Isohaara in Betrieb gesetzt. Inzwischen gibt es 16 Kraftwerke am Fluss, die von dem 1954 gegründeten Unternehmen "Kemijoki Oy" gebaut wurden.
Städte am Kemijoki
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Kemijärvi: Die größte Stadt im Norden des Flussufers bildet "Kemijärvi". Für Finnland ist es eine Kleinstadt die nicht nur am Ufer des Kemijokis gelegen ist, sondern auch noch an dem See Kemijärvi. Die Stadt erstreckt sich über 3.929,7 km², davon sind allerdings 427,56 km² Wasser. Kemijärvi hat rund 10.000 Einwohner (Stand: Dezember 2004).
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Rovaniemi: Weiter in Richtung Süden folgt die Stadt "Rovaniemi". Sie ist die Hauptstadt der nordfinnischen Provinz Lappland und liegt am Zusammenfluss vom Ounasjoki und Kemijoki. Die Stadt weist eine Einwohnerzahl von 57.835 auf (Stand: Dezember 2005) und eine Fläche von 8.016km².
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Kemi: An der Mündung des Kemijokis in den Bottnischen Meerbusen ist die Hafenstadt "Kemi" gelegen. Diese Stadt ist bereits seit dem Mittelalter ein wichtiger Ort für den Fell- und Fischhandel. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 22.907, die Flächengröße etwa 91.96km².
2. | Natur und Landschaft |
2.1. | Klima |
Abb. 2.1: Ein leicht bedeckter Himmel zeigt sich oft über dem Kemijoki (eigene Aufnahme)
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Nach der Klimaklassifikation von Köppen gehört ganz Finnland zum Schnee- und Waldklimatyp mit feuchten und kalten Wintern. Die vorherrschende Jahreszeit in der Region ist der Winter; zwischen den Breitengraden 66°N- 68°N, zwischen denen der Fluss verläuft, ist das nicht verwunderlich. Die Winter sind sehr kalt und oft von langer Dauer. Temperaturen von mehr als -10°C sind dabei keine Seltenheit, hierbei kommt es oft zu hohen Schneefällen.
Der Kemijoki ist daher auch mehrere Monate im Jahr zugefroren.
Das Temperaturdiagramm von Kemi zeigt die durchschnittlichen monatlichen Temperaturen in Grad Celsius, wobei die rote Kurve die maximalen Temperaturen darstellt, die blaue Kurve dagegen die minimalen Temperaturen.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei ca. -1°C, wobei die höchsten Werte im Juli mit ca. 14°C erreicht werden, die niedrigsten im Januar mit ca. -15°C. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen bei ca. 500mm, wobei im Juli die größten Beträge aufgezeichnet werden, im Februar dagegen die kleinsten.
Da die Region besonders im Deltabereich des Flusses von einem maritimen Klima beeinflusst wird, ist die relative Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über recht hoch. Daher sind die Winter -besonders auf die gefühlte Temperatur bezogen- recht kalt. Die Sommer dagen sind sehr mild; dies hängt vorallem mit dem -zwar hier geringen, aber dennoch vorhandenen- Einfluss des Golfstroms zusammen, der in diesen hohen Breitengraden die milden Sommer bewirkt. Östlich von Rovaniemi ist der Fluss dagegen einem eher kontinentalen Klima ausgesetzt.
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Die Region befindet sich im Bereich der Westwindzone. Diese bewirken besonders im Sommer, warmes bzw. mildes Wetter in der Region; das norwegische Hochgebirge stellt ein orographisches Hindernis für die Winde dar, so daß sich die Luft auf der Leeseite der Gebirge nach dem aus den Alpen bekannten "Föhnprinzip" erwärmt und in Nordfinnland hohe Temperaturen bewirkt. Gleichzeitig kommt es -besonders im Winter- zu starken Ostwinden aus Russland, die die kalten und langandauernden Winter verursachen.
Im Norden Finnlands grenzen die tropischen Luftmassen an die polaren, so daß es häufig zu veränderter Wetterlage kommen kann.
2.2. | Geologie |
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Die Geologie in Lappland ist, wie auch in ganz Finnland, geprägt von präkambrischen Gesteinen des Baltischen Schildes (überwiegend Gneise, Granite und Schiefer). Dabei kommen sehr viele verschiedene Steine in Lappland vor, wobei die Verteilung regional sehr unterschiedlich sein kann. Die Gebrigsbildung liegt hier ca. eine Milliarden Jahre zurück. Infolge von Erosion sind in vielen Teilen des Gebietes nur noch dünne Ablagerungen vorhanden.
Bei den Böden handelt es sich überwiegend um Geschiebelehm der die typische hügelige Landschaft begründet. Das Ufer und das Flussbett des Kemijokis besteht hauptsächlich aus Kies, Sand und Schlick.
Geomorphologie
Geomorphologie = ist die Lehre von der Form und Gestalt der Erde bzw. Erdoberfläche.
Morphologisch ist das Einzugsgebiet des Kemijokis relativ flach, allerdings gibt es hier im Gegensatz zum Süden Finnlands schon einige recht stark ausgeprägte Hügellandschaften. Der Deltabereich ist sehr flach wohin es in Richtung Nord-Ost-Verlauf des Flusses immer höhere Berge gibt. Am Mittellauf des Flusses kommen Berge von 400-500m Höhe vor. Unmittelbar nördlich der Quelle befindet sich der "Saariselkä", ein 718m hoher Berg, der für "finnische Verhältnisse" schon recht hoch ist (der höchste Berg des Landes befindet sich im äußersten Nordwesten, der sogenannte "Haltia", der eine Höhe von 1324m aufweist). Außerdem gibt es im Norden sogenannte Inselberge (Tunturit), die sich aus der flachen Landschaft erheben.
Glaziale Formung
Die Landschaftsformen um den Kemijoki ist überwiegend durch die letzte Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren, dem Weichselglazial, geprägt. Die Gesteine wurden von großen Eismassen abgetragen, das Schmelzwasser hat die Landoberfläche weiter geformt.
So hinterblieben viele glazial geformte Landschaftsformen, wie beispielsweise die vielen kleinen Seen rund um das Einzugsgebiet. Einer dieser Seen ist der Kemijärvi-See am Mittellauf des Kemijokis. Aber auch nördlich des Flusses gibt es zahlreiche große und kleine Seen, die beim Rückzug bzw. Abschmelzen der Eismassen in der Landschaft hinterblieben. Der Ankylussee, ein Vorläufer der heutigen Ostsee, galt hierbei als Auffangbecken der glazialen Schmelzwässer.
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Tektonik
Tektonik = griech. Baukunst, die Tektonik beschäftigt sich mit dem Bau der Erdkruste.
Die tektonischen Vorgänge sind in ganz Finnland von hoher geologischer Bedeutung; während der letzten Eiszeit (siehe oben), haben kontinentale Gletscher einen Erdfall der Erdkruste verursacht, die mehrere hundert Meter tief war. Die Auflast des Eises drückte die Erdkruste runter, so daß die darunterliegende halb flüssige Asthenospähre "ausweichen" mußte. Als die großen Eismassen abschmolzen, erfolgte eine Ausgleichsbewegung (glazial-isostatische Ausgleichsbewegung) der Erdkruste die schließlich wieder nach oben "tauchte". Dieses Auftauchen, also die Landhebung, erfolgt noch heute. Das Besondere an der Region des Kemijokis ist, daß die Landhebung im Deltabereich des Flusses (sprich im Norden des Bottnischen Meerbusen) am höchsten ist. Hier gibt es eine jährliche Landhebung von bis zu 9 mm.
2.3. | Naturraum- Flora und Fauna |
Die finnische Pflanzen- und Tierwelt ist recht jung, da die letzte Eiszeit vor 10.000 Jahren fast alles Leben erlöscht hat. Dafür hat sich die Flora und Fauna in Lappland in den letzten Jahrtausenden biologisch schnell an die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter angepasst. Die meisten Pflanzen und Tiere überwintern hierbei im Ruhezustand. Der gesamte Bestand der Pflanzen und Tiere beträgt in Finnland ca. 42.000 Arte, wobei die Insekten mit ca. 20.000 Arten mit Abstand die größte Gruppe bilden.
Ca. 69% der Landfläche Finnlands ist von Wald bedeckt. Die Wälder gehören zum borealen Nadelwald. In der finnischen Provinz Lappland ist es allerdings in Bezug auf die Waldflächen karger als im Süden Finnlands, dafür kommen hier sehr viele Moore vor. Der Norden weist außerdem eine hohe Biodiversität (Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere) auf, besonders in der Pflanzenwelt. Aber auch die Tierwelt ist von großer Besonderheit; Lappland zeichnet sich vorallem durch die hohe Zahl der Renntiere aus. Neben diesen gibt es noch viele weitere Tiere, wie der Wolf und der Braunbär zum Beispiel. Ein Nachteil im Uferbereich des Kemijokis und den nahgelegenen Seen sind im Sommer die Mücke, die teilweise in so hohen Maß vorkommen, daß hier oft schon von einer Mückenplage gesprochen wird.
Die Pflanzenwelt
Bei den Baumarten kommen vorallem Birken vor, die mächtigen Birkenwälder sind trocken und bedeckt von Flechten. Außerdem gibt es viele Fichtenwälder (siehe Bild) und Kiefern. Am Mittellauf des Flusses, dort wo die Berge ca. 400-500m hoch sind, liegt die Baumgrenze, ca. zwischen 320 und 400m über den Meeresspiegel. In einigen höher gelegenen Gebieten ist der Untergrund sehr steinig und besteht überwiegend aus Quarzit, so daß an diesen Stellen die Vegetation recht schwach ausgeprägt ist. Dagegen herrschen an den Gebirgsfüssen die Immergrünen Wälder vor.
Neben den Bäumen kommen weitere interessante Pflanzen vor, wie zum Beispiel die schwarze Bärentraube, der Bärlapp, die Azalee, die blaue Heiderose etc. Außerdem gibt es ca. 80 verschiedne Arten des Birkenporling. Blaubeeren und Preiselbeeren finden sich vorallem in den Nadelwäldern, wogegen die Moltebeere im Morast wächst.
Im küstennahen Bereich kommen vermehrt Laubwälder vor mit vielen Wacholderbeeren. Ferner gibt es hier natürlich auch Nadelwälder. Außerdem gibt es im küstennahen Gebiet ausgeprägte Wiesenlandschaften. Zu dem zeigen sich auf den vorgelagerten Inseln einige Pflanzenarten, die ausschließlich in maritimen Gebieten vorkommen, wo die tektonischen Vorgänge eine Landhebung verursachen. Eine dieser Arten ist zum Beispiel die sogenannte Primula nutans (siehe Bild).
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Die Tierwelt
Auch in der Tierwelt findet sich eine sehr hohe Artenvielzahl wieder. In Lappland gilt das Renntier als "tierische" Besonderheit unter den Weidetieren, daher wird viel Renntierzucht betrieben, aber auch in freier Natur sind viele dieser Tiere zu sehen. Außerdem gibt es viele Raubtiere, wie beispielsweise der Vielfrass. Dieser ist das seltenste unter den europäischen Raubtieren. Der Vielfrass hat sich an die nördlichen Lebensbedingungen angepasst und kann sich somit auch in tiefen Schnee problemlos fortbewegen. Weitere Raubtiere sind Wolf, Luchs und Braunbär (siehe Bild). Der Wolf ist in den Gebieten rund um den Kemijoki vertreten. Im 19. Jahrhundert wurde er fast vollständig ausgerottet. Inzwischen hat sich die Art vorallem durch verstärkten Naturschutz wieder einigermassen stabilisieren können. Aber auch die anderen Raubtiere wurden im 19. Jahrhundert stark verfolgt und die Arten waren sehr vom Aussterben bedroht. Der Braunbär ist sogar in ganz Finnland anzutreffen. Die Raubtiere haben heute in den meisten Gebieten gute Lebensbedingungen, da es ausreichend Nahrungsmittel für sie gibt.
Auch die Vogelwelt ist sehr ausgeprägt; rund 430 Arten von denen allein 240 in Finnland nisten, haben hier ihr zu Hause. Die größten Greifvögel des Landes sind Steinadler und Seeadler, die in vergangener Zeit auch durch Ausrottung bedroht waren. Heute gibt es ca. 150 Seealder- und ca. 250 Steinadlerpaare. Eine weitere besondere Art ist unter den Vögeln die sogenannte Schnee-Eule (siehe Bild), die nur in den nördlichen Regionen Europas vorkommt. Darüber hinaus gibt es viele Wasser- und Stelzvögel, wie beispielsweise der Sumpfläufer. Sogar über 60% aller Schnellenten der Welt bauen ihr Nest in Finnland.
Säugetiere kommen auch vor, in ganz Finnland gibt es ca. 65 Arten. Eine bedeutende Art ist hierunter das Flughörnchen, das auschließlich in Finnland vorkommt. Außer den Säugern gibt es natürlich auch noch viele weitere Wasserbewohner beim Kemijoki. In den naheliegenden Seen, dem Meer und natürlich nicht zu letzt im Kemijoki selber, kommen viele verschiedene Fische vor. Im Kemijoki sei dabei vorallem der Lachs erwähnt.
Weitere stark verbreitete Tiere in der Region des Flusses sind; die Otter, der Elche, der Sibirischer Eichelhäher, der Bussard, die Seeschwalbe und andere.
2.4. | Gewässer |
Zwar ist der Süden Finnlands sicherlich reicher an Seen und Flüssen als der Norden des Landes, aber dennoch gibt es auch beim Kemijoki zahlreiche kleine und einige große Seen, sowie einige weitere Flüsse.
Seen in der Region
Bezüglich der Seen ist vorallem der Kemijärvi-See zu nennen, dieser befindet sich am Mittellauf des Flusses, an ihm ist auch die Stadt Kemijärvi gelegen. Hier gibt es in unmittelbarer Nähe noch einen 16m hohen Wasserfall, der Auttiköngäs. Weitere Seen befinden sich bei der Quelle des Flusses, wobei nördlich davon noch einer der größten Seen des Landes ist, der sogenannte Inarisee. Er ist mit einer Größe von 3200km² der sechstgrößte Binnensee Europas. Dieser See ist aufgrund seiner geographischen Lage (69° Nord) ca. 9 Monate im Jahr zugefroren. Seine maximale Wassertiefe beträgt 92 Meter. Er weist über 3.000 Inseln auf, daher wirkt er optisch eher wie ein Labyrinth aus Wasserstrassen, als wie ein offener See.
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Flüsse in der Region
Flüsse in der Region sind der Kittenen, der sich nordöstlich vom Kemijoki befindet und nicht von besonderer Größe ist, da er bereits zwischen den Städten Sodankylä und Kemijärvi in den Kemijoki mündet. Ein weiterer Fluss der Region ist der Ounasjoki, der bei Rovaniemi in den Kemijoki mündet. Der Torneälv ist dagegen ein relativ großer Fluss, nördlich des Kemijokis, er befindet sich an der Grenze zu Schweden und mündet nah des Kemijoki in den Bottnischen Meerbusen. Südlich des Kemijokis befindet sich der Iijoki, ein Fluss von mittlerer Größe.
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Die Ostsee in der Region
Da die meisten Flüsse der Region in den Bottnischen Meerbusen münden und aufgrund der Tatsache, daß dieser Teil der Ostsee am weitesten entfernt vom Zugang zur Nordsee ist (durch den Salzwasser von die Nordsee in die Ostsee strömt), ist der Salzgehalt des Meerwassers hier sehr gering. Der Salzgehalt liegt hier bei ca. S = 0.5-0.1. Deshalb gibt es hier für die Flüsse -im Gegensatz zu vielen anderen Flüssen der Erde- keine Probleme durch Salzwassereinträge.
3. | Geschichte und Kultur |
3.1. | Geschichte |
Ur- und Frühgeschichte
Die Landschaft beim Kemijoki entstand am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren vor heute (siehe Punkt 2.2 Geologie). Als bald die Eismassen vollständig geschmolzen waren, gab es in der Steinzeit eine zunächst langsame Ausbreitung der Menschen in der Region, die ca. um 8.000 Jahren vor heute einsetzte. Die Hauptlebensmittel, die die Existenz und Entwicklung dieser Menschen ermöglichten, waren Elche, Rehe und Fische. Die Menschen bauten sich Werkzeuge aus Stein, Knochen und Holz, die oft als "primitive Werkzeuge" bezeichnet werden, jedoch waren die meisten davon alles andere als primitiv, da sie viel handwerkliches Geschick erforderten und schwierige Arbeiten vollbrachten. Nach der Steinzeit erreichten erste Zeichen der Bronzezeit die Kemijoki Region von Südosten, vor ca. 4.000 Jahren vor heute. Es wurden neue Methoden und Material (Bronze) zur Herstellung von Werkzeugen entwickelt, die noch effektiver waren und weniger Zeitaufwand erforderten. Außerdem wurden nun viele Holzboote gebaut, um sich in der gewässerreichen Region schneller fortbewegenzu können. Auch die Eisenzeit erreichte -ca. 2.100 Jahre vor heute- die Kemijoki Region vom Süden, denn schon zu der Zeit war der Süden Finnlands dichter besiedelt als der Norden. Nun gab es die ersten Werkzeuge aus Eisen. In der Zeit um Christus wurde schließlich auch vermehrt Landwirtschaft bzw. Viehzucht betrieben.
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Das Mittelalter
Im Mittelalter begann das Zeitalter der Wikinger; in samischen Erzählungen wird deutlich, daß es zu dieser Zeit einen lang andauernden Konflikt zwischen ihnen (den Sámi) und den Wikingern gegeben hat. Später begannen die Sámi mit den Wikingern zu handeln. Die Ware konzentrierte sich hierbei hauptsächlich auf Felle, Salz, Edelmetalle u.a. Dadurch entwickelte sich aus dem steinzeitlich geprägtem Volk der Sámi eine Gesellschaft mit eigenem Währungssystem (die Währung wird als "Tyoervie" bezeichnet). Für die Wikinger war der Handel die Lebensgrundlage; der Kemijoki diente hierbei als Verbindungsstraße zwischen der Ostsee und den Binnenland, so daß die Ware schnell geliefert werden konnte. Auch der Fischerei kam zu dieser Zeit bereits eine hohe Bedeutung zu; da der Kemijoki über hohe Fischbestände verfügte, wurde ein großer Teil des Erwerbs durch durch den Fischhandel gewonnen.
Politisch: Seit 1154 wurde Finnland von seinem schwedischen Nachbarn erobert und das Christentum wurde eingeführt. 1323 wurde erstmals die Grenze zwischen Schweden und seinem östlichen Nachbarn "Nowgorod" festgelegt, was der damals unterzeichnete Vertrag von Nöteborg belegt. Die schwedische Regierung machte entlang des Kemijokis bis Rovaniemi bemerkbar, dabei war Rovaniemi zu der Zeit ein Teil der damals deutlich größeren Gemeinde Kemi. Es geschah im frühen 17 Jhd., als Rovaniemi zu einer Gemeinde unter dem politischen Einfluß der Vikar aus Kemi erklärt wurde. 1785 hat es sich Rovaniemi vollständig alleine regiert.
Die Neuzeit
Kriegszeit: Die russische Revolution 1917 rief eine Reaktion der Sozialisten in Rovaniemi hervor; die Reaktionen waren aussergewöhnlich heftig im Vergleich zu anderen Teilen Nordfinnlands. Obwohl die Kampfhandlungen in Rovaniemi schnell vorbei waren, nahmen die gegenseitige Beschuldigungen zu und führten zur Verachtung der Nationen. Besondere militärische Einsätze wurden verkündet und der Krieg brach 1939 aus. Als Finnland den Waffenstillstand mit der Sowjetunion unterzeichnete, wurden Probleme mit dem Rückzug der deutschen Truppen erwartet. So wurde ganz Lappland evakuiert. Dabei haben die Deutschen etwa 90% der Fläche der Stadt Rovaniemi zerstört. Kemi war zu Kriegszeiten der wichtigste Seeverkehrspunkt der gesamten finnischen Provinz Lappland.
3.2. | Kultur |
Ohne Zweifel findet sich in der Kemijoki Region eine besondere Kultur. Das wird vorallem in den Städten am Fluss deutlich. Die Städte Kemi, Rovaniemi und Kemijärvi spiegeln alle drei die Kultur der Nordfinnen wider.
Rovaniemi:
In Rovaniemi, am Mittellauf des Kemijokis gelegen, werden mit Abstand die meisten kulturellen Aspekte von Lappland verdeutlicht. Verschiedene Museen und andere kulturelle Einrichtungen zeigen die typischen Eigenschaften und Lebensweisen der Menschen in Lappland, aus Vergangenheit sowie in gegenwärtiger Zeit. Das Arktikum Museum ist das größte Museum der Stadt und wird auch das als "Museum von Lappland" bezeichnet. Es zeigt die typische Kultur der Nordfinnen, sowie die Landschaft und Natur von Finnlands Norden, dabei wird besonders auf die Lebensform der Sámi eingegangen. Diese werden anhand von zahlreichen Bildern, Sammlungen und Werke (zum Beispiel alte Trachten) aus verschiedenen Epochen, sowie ausgestopfte Tiere und anderen dargestellt.
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Ein weiteres Museum in Rovaniemi ist das Kunstmuseum, das 1983 gebaut wurden ist. Das Museum zeigt eine Reihe Kunst von den nordischen Menschen aus Vergangenheit und Gegenwart und geht dabei auch besonders auf die Kunst der Sámi ein. Außerdem stellt das Museum Werke von Künstlern aus, die entweder in Lappland gearbeitet haben, oder dort geboren sind. Eine typisch nordfinnische Architektur wird in dem Museum auch zum Ausdruck gebracht.
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Theater finden sich auch einige in Rovaniemi; Das Rovaniemi Theater ist das regionale und größte Theater von Lappland und zählt zu den professionellsten Theatern von Finnland. Es befindet sich in dem Gebäude "Lappia house" und wurde von Alvar Aalto konstruiert. Das Theater versucht möglichst viele Stücke aufzuführen, die von finnischen, vorallem nordfinnischen Schriftstellern geschrieben wurden sind. Weiterhin gibt es in Rovaniemi noch ein Summer theatre, hier handelt es sich um ein open air Theater das seine Stücke nur im Sommer aufführt wie der Name schon sagt. Das Theater befindet sich in unmittelbarer Flussnähe. Zwei weitere Theater in Rovaniemi sind das Studenten Theater und das Puppentheater.
Kemi
Die Seefahrt ist sicherlich in Kemi eine kulturelle Besonderheit, dabei hat der Hafen eine hohe Bedeutung; er dokumentiert ein Teil der Geschichte der Seefahrt die im Bottnischen Meerbusen geschrieben wurde. 1869 wurde der Hafen ausgebaut und nahm zu der Zeit erstmals eine wichitge Rolle in der internationalen Seefahrt ein. Er wurde dabei vom inneren Bereich der Stadt ins Umland ausgebaut. Eine Besonderheit, auf die die Stadt vorallem stolz ist, ist der Eisbrecher Sampo.
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Außerdem findet sich in der Stadt eine vielseitige Kultur fürs Abendprogramm; Theater, Museen und Cafés, sowie ein gutes Musikangebot. Beispielsweise die Band Sonata Artica kommt aus Kemi, wo sie auch noch oft zu sehen und zu hören ist.
Kemijärvi:
Kunst- und Kulturzentrum Kemijärvi: In Kemijärvi ist das Dorf Juujärvi eine der seltenen kulturhistorischen bedeutenden Ansiedlungen in der Kemijoki Region. Das Dorf liegt ca. 42km vom Statdzentrum entfernt. Das Kunstzentrum Puustelli wurde ursprünglich als Amtshaus des Forstmeisters am Ufer des Pöyliöjärv 1865 gebaut. Zu dem Gebiet Puustelli gehört ein als Festhaus renoviertes Amtshaus, ein Magazin und eine Ausstellungshalle (altes Bootshaus) für Holzskulpturen, in der als bleibende Ausstellung Holzskulpturen, die in verschiedenen Jahren während der internationalen Woche der Holzskulptur entstanden. Des weiteren gibt es in Kemijärvi ein Kulturzentrum und eine Musikschule (Hietaniemenkatu). In dem Kulturzentrum befinden sich Ausstellungsräume, das Jagtzentrum und die Stadtbibliothek.
Museen: Das Heimatmuseum Kemijärvi stellt das bäuerliche Leben und frühere Wirtschaftsleben zur Wende vom19. zum 20. Jahrhundert dar. Das Motorschlittenmuseum zeigt viele alte Motorschlitten und andere Exponate aus dem Bereich des Wintersports.
4. | Wirtschaft |
Die Wirtschaftsstruktur (Erwerbsfähigkeit) in Kemijärvi
4.1. | Tourismus |
Eine ganz besondere touristische Attraktion ist der Eisbrecher Sampo, der der einzige Eisbrecher für Touristen ist. Nachdem er über 30 Jahre für Forschungszwecke im Arktischen Meer eingesetzt wurde, wird er heute für Touristenfahrten im nördlichen Bereich von Bottnischen Meerbusen, der im Winter oft zugefroren ist, eingesetzt. Die Fahrten finden zwischen Dezember und April statt und bieten den Passagieren ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis. Die Touren dauern ca. 4 Stunden und können sowohl von Einzelbuchern als auch von Gruppen gebucht werden. Die Buchungen müssen jedoch rechzeitig erfolgen, da die Nachfrage sehr groß ist.
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Links für Boots- und Motorschlittenfahrten, sowie anderen Safaritouren:
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Weitere interessante Destinationen in der Umgebung von Rovaniemi sind der Ranua Wildnis Park, der sich ca. 80km südlich von Rovaniemi befindet und ca. 60 verschiedene Arten der nordischen Tierwelt präsentiert. Auch das Weihnachstsmann-Dorf sollte nicht unerwähnt bleiben; es befindet sich ca. 8km nördlich von Rovaniemi und ist ein kleines Dorf, in dem sich alles um den Weihnachtsmann dreht. Dieser ist hier das ganze Jahr über anzutreffen, da der Weihnachtsmann hier im Norden der Welt sein zu Hause hat. Es gibt kleine Shops wo alles bzgl. Weihnachten und Weihnachtsmann gekauft werden kann.
Neben den touristischen Attraktionen bietet Rovaniemi natürlich auch eine Reihe guter Hotels und Restaurants an.
4.2. | Fischerei |
Die Fischerei am Kemijoki galt bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Viele Familien konnten sich durch die Fischerei ein verhältnismäßig gutes Leben ermöglichen. Früher wurden hauptsächlich einfache Geräte zum Fischfang eingesetzt. Mit der fortschreitenden Entwicklung kam es auch zu neuen Fischereimethoden; neue Geräte vereinfachten die Fischerei, was allerdings auch ein mangeldes Bedürfnis an Arbeitsplätzen hervorrief. Es gibt aber überall vereinzelt am Flusslauf, kleine Fischbetriebe. Die größten befinden sich in Kemi von wo aus die Boote direkt in die Ostsee fahren können. Die Gewässer in Lappland weisen zwar alle eine relativ gute Wasserqualität auf, aber dennoch ist die Fischerei heute von weniger Bedeutung für Finnlands Wirtschaft. Viel mehr spielen heute Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke eine Rolle.
4.3. | Industrie und Energiewirtschaft |
Die Industrie in der Kemijoki Region spielt sicherlich auch eine große Rolle; da die Fläche Finnlands zu etwa 70% aus Wald besteht, ist die Forstwirtschaft in fast allen Teilen des Landes von hoher Bedeutung. Aber auch die Energiegewinnung -überwiegend durch Wasserkraftwerke- ist ein wichtiger Industriezweig. Darüber hinaus spielt der Seeverkehr beim Kemijoki und im Bottnischem Meerbusen eine wichtige Rolle.
In einigen Teilen sind auch Chemiefarbriken, Technologie-Zentren sowie Textilhersteller von enormer industrieller Größe, so daß sie für Finnlands Wirtschaft eine hohe Bedeutung haben. Neben den genannten Industriebereichen gibt es natürlich noch weitere kleine Sektoren, die die Wirtschaft in der Region Lappland (und den restlichen Teilen Finnlands) antreiben.
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Die Forstindustrie:
Die Forstindustrie ist in Finnland ein bedeutender Industriezweig. Forstwirtschaft und Industrie kommen für rund 8% des Bruttoinlandproduktes auf. Am Export des Landes hat die Forstindustrie einen Anteil von etwa 30%. Finnland ist am stärksten vom Wald abhängige Volkswirtschaft der Welt. Über die Hälfte ihrer Exporteinnahmen erwirtschaftet die Forstindustrie mit hochklassigem Druck- und Schreibpapieren, während auf Schnittholz und Karton ca. 15% des Exports entfallen. Die häufigsten und zugleich wirtschaftlich am bedeutensden Baumarten sind Kiefer, Fichte sowie Weiß- und Moorbirke.
Im Einzugsgebiet des Kemijokis findet sich eine Reihe kleine und große Unternehmen der Forstwirtschaft wie beispielsweise Betriebe von Stora Enso; in Kemijärvi gibt es hiervon eine Zellstoffabrik, wobei die Produktion von Zellstoff der Nadelhölzer hier bei 230.000 Tonnen pro Jahr liegt.
Energiewirtschaft:
In Finnland werden enorme Mengen Energie verbraucht. Die kalten Winter erfordern besonders hohe Heitzmengen, außerdem wird in der winterlichen Dunkelheit überall auch viel Licht benötigt. Ferner wird in Finnland eine Menge Energie für die Forstwirtschaft benötigt. Energiegewinnung erfolgt in dem Land überwiegend durch Wasserkraft (potentielle Energie), aber auch durch Windkraft (kinetische Energie) und Kohle- und Ölverbrennung (chemische Energie).
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4.4. | Verkehr |
Das Verkehrssystem in der finnischen Provinz Lappland ist recht gut strukturiert. Es gibt verschiedene öffentliche Verkehrsmittel, um von außerhalb in die Region zu kommen, aber auch, um sich innerhalb der Gegend fortbewegen zu können. Die Straßen sind recht gut, wenn auch die schnee- und eisreichen Winter das Fahren oft gefährlich und zeitaufwendig machen.
Das Strassennetz rund um den Kemijoki ist bis nach Kemijärvi sehr gut. Von Kemi über Rovaniemi nach Kemijärvi gibt es die Schnellstrasse 4, die später zur 82 wird. Zwischen Kemi und Toino gibt es sogar ein Stück Autobahn. Von Rovaniemi führt die Schnellstrasse 78 in den Süden, von Kemijärvi ist es die 5. Zahlreiche weitere kleine und große Straßen entlang des Kemijokis machen das Verkehrsnetz in der Region sehr effektiv. Auch kleine Rad- und Wanderwege finden sich überall wieder.
Rovaniemi und Kemi verfügen beide über einen Flughafen, wobei der von Rovaniemi der größere ist. Beide Flughäfen werden aber kaum von internationalen Maschinen angeflogen, sondern die meisten Verbindungen erfolgen über Helsinki. Kemi kann mit der Fähre erreicht werden, wobei es keine direkte Verbindung von Deutschland gibt. Auch auf dem Kemijoki kann die Fortbewegung durch die Region mit Booten erfolgen, dies ist aber nicht an allen Flussabschnitten einfach und für längere Strecken nicht geeignet. Die Bussverbindungen sind auch recht gut, innerhalb der Städte können die meisten Ziele problemlos mit dem Bus erreicht werden. Sogar über Zugverbindungen verfügt der Norden Finnlands, die Nutzung des Zuges ist allerdings nicht für alle Orte geeignet, da die Zugstrecken nicht überall ausgebaut sind.
5. | Natur und Küstenschutz |
5.1. | Naturschutz |
Wie die Landschaft des Kemijokis zeigt, sind die meisten Flächen unberührte Natur. Zahlreiche Tiere und Pflanzen haben hier ihr zu Hause. Da aber die Flächen mit den Jahren immer mehr genutzt werden, wie zum Beispiel für die Forstwirtschaft, die Energiegewinnung, die Rentierzucht oder vermehrt auch für den Tourismus, ist es heute von großer Wichtigkeit, die Landschaft zu schützen um sie möglichst in ihrer natürlichen Entwicklung zu belassen. So können in den Regionen nur noch beschränkte Mengen an Wälder für die Forstindustrie gefällt werden und die Wasserkraftanlagen nur in bestimmten Teilräumen der Gewässer gebaut werden. Damit wird erhofft, eine möglichst nachhaltige Entwicklung der Nordfinnischen Natur zu erzielen.
In den letzten Jahren sind in der finnischen Provinz Lappland nahe des Kemijokis einige Nationalparke und andere Schutzgebiete entstanden;
Nationalpark Urho Kekkonen:
Dieser Nationalpark befindet sich in der Nähe des Flussoberlaufs, er gehört zu Finnlands größten Schutzgebieten, denn er ist das zweit größte Schutzgebiet des Landes. Der Nationalpark wurde 1983 gegründet und hat eine Flächengröße von 2.550km². Im Norden befindet sich eine eher raue Natur, Hänge, Geröll und Schluchten zeichnen diese Landschaft. Außerdem gibt es unter den Pflanzen nur eine geringe Artenvielfalt. Anders sieht das im Süden des Parks aus, wo sich die Landschaft deutlich abwechslungsreicher gestaltet, besonders mit Wechseln zwischen Wald- und Wiesenflächen. Der Nationalpark wird heute viel für touristiche Zwecke genutzt, da sich Wandertouren, Fischen und andere Freizeitbeschäftigungen hier besonders anbieten. Dabei muß jedoch immer beachtet werden, dass es ein Schutzgebiet ist, in dem es eine Menge Vorschriften zur Nutzung gibt.
Pyhä-Luosto Nationalpark:
Dieser Nationalpark ist erst 2005 gegründet worden und befindet sich nördlich von Kemijärvi wo er eine Fläche von 142km² einnimmt. Der Pyhä-Luosto Nationalpark verfügt über eine beeindruckende Natur; 400 Jahre alte Kiefern, andere alte Bäume, Bergketten die vor 2000 Millionen Jahren entstanden (und somit zu den ältesten Bergen der Erde zählen) sowie Quarzit reiche Gesteine charakterisieren hier die Landschaft. Die tiefste Schlucht ist die Isokuru-Schlucht die 220 Meter tief ist. Aufgrund der überschaulichen Größe des Nationalparks können viele touristische Aktivitäten innerhalb eines Tages erlebt werden. Da es hier sehr viele Vogelarten gibt, gehört das Vogel-Gucken zu einer der beliebten Attraktion. Auch angeln und wandern sorgen immer wieder für viele Besucher in dem Park. Aber auch hier gibt es die "Park-Vorschriften", die viele anthropogene Nutzungen zum Schutz des Gebietes einschränken.
Perämeri Nationalpark:
Dieser Nationalpark befindet sich auf den Inselgruppen "Selkäsarvi" die zwischen Kemi und Torino liegt. Der Park wurde 1991 gegründet und umfasst eine Fläche von 157km² von der sich allerdings nur 2,5 km² auf den Inseln befinden. Der Park kann nur mit dem Schiff erreicht werden oder im Winter mit anderen Fahrzeugen über das Eis. Es gibt hier viele Seevögel, ca. 60 Arten die in dem Nationalpark nesten. Die touristischen Aktivitäten beruhen überwiegend auf Wassersport, wie segeln und schwimmen. Aber auch fischen und wandern sind hier sehr beliebt.
5.2. | Küstenschutz |
Die Küste im Deltabereich des Kemijokis ist keinen natürlichen Gefahren ausgesetzt. Da sich Skandinavien aufgrund der abgeschmolzenen Eismassen noch immer hebt (und im Bereich des Kemijoki Deltas die höchsten Hebungswerte hat), gibt es hier keinen Meeresspiegelanstieg durch den die Küstenbereiche überflutet werden könnten. Das Land kann sich in den flachen Küstenteilen wie in dem Delta des Flusses sogar noch ausbreiten. Die vorgelagerten Inseln sind meist felsig und haben an einigen Stellen recht hohe Steilküsten. Der Kemijoki ist außerdem nicht von Hochwässern betroffen, da die Niederschlagsmengen in der Region nicht besonders hoch sind.
Demnach müssen keine Maßnahmen gegen Küstenvorgänge eingerichtet werden, die durch die Natur verursacht werden.
Da es aber wohl Probleme für die Küste gibt, die durch anthropogne Nutzungen in dem Raum verursacht werden, ist der Küstenschutz auch in der Region des Bottnischen Meerbusens von Bedeutung. Diese Art Küstenschutz basiert allerdings nicht auf naturwissenschaftlicher Weise, sondern viel mehr auf politischer Ebene.
6. | Probleme und Perspektiven |
Abb. 6.0: Die Forstwirtschaft- positive und negative Effekte
6.1. | Probleme |
Die Probleme die es bei dem Kemijoki gibt, resultieren überwiegend aus der anthropogenen Nutzung.
Die Fortwirtschaft hat nach dem Krieg viele Wälder gefällt und erst Jahre später wurde erkannt, daß die Abholzungen viele Nachteile bringen. Zum einen kann der Wald in den Mengen die abgeholzt wurden nicht so schnell hinterherwachsen, so daß sich die Finnen darüber klar wurden, daß sie es schaffen müssen, die Wälder nachhaltig zu nutzen, also so, daß die folgenden Generationen ähnliche Bestände haben können, auch, obwohl Finnland so viele Waldflächen hat. Zum anderen kam es in den abgeholzten Bereichen zur starken Bodenerosion (Abtragung von Material an der Bodenoberfläche). Außerdem konnte vielen Tieren kein artgerechtes Leben in ihrer Heimat Wald mehr geleistet werden. Weiterhin erfolgen durch die Papierindustrie viele Schadstoffe in den Kemijoki sowie andern Flüssen Seen und somit schließlich in die Ostsee, wo die Schadstoffeinträge zur Eutrophierung führen.
Auch die Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke führt Probleme mit sich; der Bau der Anlagen greift oft stark in das natürliche Sytem der Flüsse ein. Zum Beispiel durch Flussbegradigungen, die für den Bau der Kraftwerke meistens nötig sind, wird der Fluss gestört und kann sich somit nicht mehr vollständig regulieren. Es kommt unter anderem zur veränderten Abflussrate. Die unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten sorgen außerdem für Probleme für die im Gewässer lebenden Tiere. Dabei ist im Kemijoki die Äsche besonders durch Wasserkraftwerke gefährdet. Ferner ist es so, daß sich am Boden des Stausees gewisse Gase ablagern und zwar in der Zeit, in der das Kraftwerk nicht oder nur gering in Betrieb ist. Wird es nun aktiviert, und das Wasser strömt durch den Damm, kommt es zu Turbulenzen innerhalb des Stausees und die am Boden abgelagerten Gase werden in die Atmosphäre freigesetzt. Da der Prozess oft wiederholt wird, kommt es demnach häufig zur Freisetzung der Gase. Bei den Gasen handelt es sich überwiegend um CO2 und anderen Treibhausgasen.
In Finnland liegt die Arbeitslosenquote bei ca. 9,8%, damit ist sie recht hocht. Da aber die finnische Provinz Lappland eine geringe Bevölkerungszahl aufweist, kann der Wert nicht auf die Region bezogen werden. Viele Nordfinnen arbeiten in der Zellstoffabrik oder Energiekonzernen. Weniger positiv sieht es in der Fischerei aus, in der in den letzten Jahren viele Jobs verloren gingen.
6.2. | Perspektiven |
Da Finnland über enorme Mengen an Wald und Wasser verfügt, allerdings eine geringe Bevölkerung (-Dichte) hat, können die Erträge der Resourcen weltweit exportiert werden. Auch in der Technologie sind die Finnen an der Spitze.
Obwohl es in den vergangenen Jahren zu Problemen in der Kemijoki Region kam, sind die meisten davon mit Hilfe von Umweltschützern behoben wurden, bzw. gemindert. Die Einführung der Nationalparke spielt dabei eine entscheidene Rolle. Wälder dürfen nur noch in bestimmten Mengen abgeholzt werden und Wasserkraftwerke gehören zu den umweltfreundlicheren Energieerzeuger als viele Andere. Das Unternehmen "Kemijoki Oy", das im Fluss Kemijoki 16 Wasserkraftanlagen hat, versucht ständig seine Anlagen umweltfreundlich zu konstruieren und zu nutzen.
Voraussetzungen für eine gute Zukunft sind am Kemijoki durch die vielen Wald- und Wasserresourcen gegeben, es hängt nur davon ab, diese Resourcen richtig und nachhaltig zu nutzen.
End Of The River
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7. | Quellen und Links |
Literatur:
Bohn, I. (2005): Finnland. Friedrich Pustet, Regensburg
Schmidtke, K.-D. (1995): Die Entstehung Schleswig-Holsteins. Wachholtz, Neumünster
Vilkuna, K. (1975): Unternehmen Lachsfang- die Geschichte der Lachsfischerei im Kemijoki. Suomalaisen Kirjallisuuden Seura, Helsinki
Internetquellen und Abbildungsnachweis:
www. arktikum.fi (Mai/Juni 2006)
www. chez.com (Mai/Juni 2006)
www. eures.ch (April 2006)
www. feuer-steinzeit.de (Mai 2006)
www. gsf.fi (Mai/Juni 2006)
www. helcom.fi (Juni 2006)
www. kemi.fi (April/Mai/Juni 2006)
www. kemijarvi.fi (April/Mai/Juni 2006)
www. kemijoki.fi (April/Mai/Juni 2006)
www. lapland.finland.com (Juni 2006)
www. lumilinna.net (Mai/Juni 2006)
www. luontoon.fi (Mai/Juni 2006)
www. pask.muc.kobis.de (Juni 2006)
www. rovaniemi.fi (April/Mai/Juni 2006)
www. student.oulu.fi (Juni 2006)
www. oulu.fi (Mai/Juni 2006)
www. ounasjoki.fi (Mai/Juni 2006)
www. umweltschutz-news.de (Juni 2006)
www. vaunut.org (Mai 2006)
http:// virtual.finland.fi (April/Mai/Juni 2006)
www. weatheronline.co.uk (April/Mai 2006)
www. wikipedia.fi (März/April/Mai/Juni 2006)
www. worldisround.com (Mai 2006)
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