{"id":681,"date":"2022-10-06T03:44:42","date_gmt":"2022-10-06T01:44:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/wasserstoff-und-sdgs\/?page_id=681"},"modified":"2022-10-11T02:55:38","modified_gmt":"2022-10-11T00:55:38","slug":"sozio-oekonomische-wertschoepfung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/chancen-und-risiken\/sozio-oekonomische-wertschoepfung\/","title":{"rendered":"sozio-\u00f6konomische Wertsch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Aufbau einer gr\u00fcnen Wasserstoffwirtschaft geht in Deutschland mit enormen volkswirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfungs- und Besch\u00e4ftigungseffekten einher (vgl. WUPPERTAL INSTITUT\/ DIW ECON, 2020). Insbesondere im deutschen Maschinenbau, aber auch in weiteren Industriezweigen steckt ein gro\u00dfes Wachstumspotenzial (z.&nbsp;B. Anlagenentwicklung und -bau, Systemintegration und -dienstleistungen von Elektrolyseuren) (vgl. VERBUNDINITIATIVE WASSERSTOFFACHTER, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEine aktuelle Studie von E4tech (\u2026) sch\u00e4tzt beispielsweise die m\u00f6glichen wirtschaftlichen Effekte der Entwicklung einer Wasserstoff- und Brennstoffzellen\u00f6konomie innerhalb Europas unter Annahme eines ambitionierten Szenarios f\u00fcr die Entwicklung einer europ\u00e4ischen Wasserstoffindustrie auf eine Wertsch\u00f6pfung von bis zu 3,5 Milliarden Euro und die Schaffung von 38.500 direkten und \u00fcber 70.000 indirekten Arbeitspl\u00e4tzen (das hei\u00dft Vollzeit\u00e4quivalenten) in Europa bis zum Jahr 2030. Bis 2050 k\u00f6nnte die Wasserstoffwirtschaft weltweit ein Volumen von 100 Milliarden Euro, was der Gr\u00f6\u00dfe des heutigen Stahlmarkts entspricht, bis knapp 700 Milliarden Euro, einem Drittel des heutigen \u00d6lmarkts, erreichen.\u201c (ISI, 2020, S.&nbsp;25)<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die zu erreichende Bruttowertsch\u00f6pfung h\u00e4ngt von der Wasserstoffnachfrage und dem Anteil importierten Wasserstoffs ab (vgl. SRU, 2021). Gelingt Deutschland in der Entwicklung von Wasserstofftechnologien international Vorreiter zu werden, k\u00f6nnen neben den skizzierten Wertsch\u00f6pfungs- und Besch\u00e4ftigungseffekten auch neue Exportpotenziale f\u00fcr die deutsche und europ\u00e4ische Wirtschaft geschaffen werden. \u201eAuf diese Weise kann Deutschland einerseits zur Dekarbonisierung in anderen Regionen der Welt beitragen, andererseits die heimische Wirtschaft st\u00e4rken\u201c (NWR, 2021a, S.&nbsp;9) und zu einer sicheren, wirtschaftlichen und nachhaltigen Energieversorgung beitragen, die Versorgungsabh\u00e4ngigkeiten von anderen L\u00e4ndern mindert (vgl. WUPPERTALER INSTITUT, 2020; VERBUNDINITIATIVE WASSERSTOFFACHTER, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit gr\u00fcnem Wasserstoff, der im Ausland hergestellt und nach Deutschland transportiert wird. Grunds\u00e4tzlich er\u00f6ffnet der Transfer von Technologien und Wissen in potenziellen Exportl\u00e4ndern einen sozio-\u00f6konomischen Mehrwert. \u201eDurch die F\u00f6rderung von lokaler Wertsch\u00f6pfung, die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, den Aufbau neuer Kompetenzen und die St\u00e4rkung vorhandener lokaler wirtschaftlicher Akteure kann die Wasserstoffwirtschaft einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wohlstand in den Produktionsl\u00e4ndern leisten sowie einen Interessenausgleich und Win-win-Situationen schaffen. Lokale Wertsch\u00f6pfung kann entstehen durch die Erzeugung von Wasserstoff und damit verbundene Dienstleistungen, vor- und nachgelagerte Teile der Wertsch\u00f6pfungskette, vor Ort ben\u00f6tigte Infrastruktur oder Erneuerbare-Energien-Technologien. Aus geopolitischer Sicht k\u00f6nnen gerade in den heutigen Exportl\u00e4ndern fossiler Rohstoffe neue, potenziell klimaneutrale Einkommensquellen und entsprechende dauerhaft nachhaltige Gesch\u00e4ftsmodelle gesichert werden, wodurch auch die Lebenssituation der Menschen vor Ort verbessert werden kann.\u201c (NWR, 2021b, S.&nbsp;3)<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Effekte tats\u00e4chlich vor Ort zu erreichen, m\u00fcssen sozio-\u00f6konomische Risiken sowie Menschenrechtsverletzungen und Korruption verhindert werden, indem z.&nbsp;B. ein bestimmter Anteil an lokalen und langfristigen Arbeitskr\u00e4ften vor Ort garantiert wird, vor Gro\u00dfprojekten die Menschenrechtslage in L\u00e4ndern bewertet wird und Standards zur Korruptionsbek\u00e4mpfung eingehalten werden (vgl. HEINEMANN &amp; MENDELEVITCH et al., 2021). \u201eBeispielsweise sind die L\u00e4nder Nordafrikas zwingend darauf angewiesen, Besch\u00e4ftigungschancen gerade f\u00fcr junge Menschen zu schaffen. Internationale Projekte, wie das von Deutschland unterst\u00fctzte Ouarzazate-Solarprojekt in Marokko, zeigen aber, dass die Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten oft bescheiden sind, sobald Gro\u00dfanlagen die Bauphase abgeschlossen haben und in den Regelbetrieb gehen.\u201c (STAMM et al., 2021, S.&nbsp;1)<\/p>\n\n\n\n<p>Daher sollten internationale Partnerschaften daf\u00fcr Sorge tragen, dass lokale, zivilgesellschaftliche Akteure sowie die durch Land- und Ressourceninanspruchnahme betroffene Bev\u00f6lkerung vor Ort an der Planung, Durchf\u00fchrung und Wertsch\u00f6pfung von (Gro\u00df-)\u00a0Projekten beteiligt werden (vgl. KLIMA-ALLIANZ DEUTSCHLAND, 2021). Begleitende Monitorings und abschlie\u00dfende Evaluierungen k\u00f6nnen dazu beitragen, dass die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in der Planung und Umsetzung zuk\u00fcnftiger Projekte einflie\u00dfen und f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung positive sozio-\u00f6konomischen Effekte hervorrufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aufbau einer gr\u00fcnen Wasserstoffwirtschaft geht in Deutschland mit enormen volkswirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfungs- und Besch\u00e4ftigungseffekten einher (vgl. WUPPERTAL INSTITUT\/ DIW ECON, 2020). Insbesondere im deutschen Maschinenbau, aber auch in weiteren Industriezweigen steckt ein gro\u00dfes Wachstumspotenzial (z.&nbsp;B. Anlagenentwicklung und -bau, Systemintegration und -dienstleistungen von Elektrolyseuren) (vgl. VERBUNDINITIATIVE WASSERSTOFFACHTER, 2022). \u201eEine aktuelle Studie von E4tech (\u2026) sch\u00e4tzt beispielsweise [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":630,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-681","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=681"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/681\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1051,"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/681\/revisions\/1051"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/gruener-wasserstoff-und-sdgs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}