Dieses Lernmodul ist Teil der Informationsplattform Wer, Wie Watt?, die im Rahmen eines Umweltbildungsprojektes erstellt wurde. Die hier dargestellten Informationen wurden von Zivildienstleistenden aus dem Naturschutz im Rahmen ihrer Ausbildung zusammen getragen. Mehr über das Projekt Wer, Wie, Watt erfahren Sie hier.

3. 

Die Schifffahrt als Umweltschutzproblem

Da auf dem Weltmarkt der Konkurrenzdruck sehr hoch ist, versuchen die Reedereien und Schiffsbetreiber die Unterhaltskosten ihrer Schiffe so gering wie möglich zu halten. Dieses Verhalten wirkt sich unmittelbar auf die Sicherheit der Schiffe und somit auch belastend auf die Umwelt aus. Durch ein hohes Schiffsaufkommen in der Nord- und Ostsee ist dort die Unfallwahrscheinlichkeit besonders hoch. Aber nicht nur Unfälle haben Verunreinigungen zur Folge, auch fahrlässiges Handeln und ein schlecht ausgebildetes Umweltbewusstsein bringen Schmutz in die Meere. 

(www.greenpeace.de)

In den folgenden Kapiteln soll die Perspektive der Naturschützer zur Umweltbelastung aufgrund von Schifffahrt dargestellt werden.

3.3 Forderungskatalog zur Schiffssicherheit

Schon der normale Schiffsbetrieb, nicht nur spektakuläre Unfälle, ist ein weit unterschätzter Umweltfaktor. Auf See fehlen immer noch Umwelt- und Sicherheitsstandards, die an Land inzwischen selbstverständlich sind.
Eine saubere und sichere Nordsee und ein nachhaltiger Schiffsverkehr lassen sich nur erreichen, wenn eine Reihe von Einzelmaßnahmen umgesetzt werden:

Erhöhung der Schiffssicherheit

Aktionsprogramm der EU: Sicherer Schiffsverkehr

"Schiffe mit Zukunft" bauen

Umgehender Bau von "Ökoschiffen" als Prototypen, "Musterschiffe" mit umweltverträglichem Schiffsbetrieb

Verringerung der Wasser-Belastung


Verringerung der Abfall-Belastung

in dichtes Netz von Entsorgungsanlagen für betriebs- und ladungsbedingte Abfälle, Entsorgungs-Finanzierung über "no-special-fee"-System (kostenlose Annahme von Ölschlamm u.ä.), Nordsee als Sondergebiet nach MARPOL-Annex IV (Abwasser)

Verringerung der Luftbelastung

Systematisches Schadstoffmonitoring "Luft", EU-Aktivitäten bei IMO und ISO für höhere Treibstoff-qualität, Nordsee als Sondergebiet nach MARPOL-Annex VI (Abgas)

Sichere Verkehrswege

Systematisches Verkehrsmonitoring, seewärtige Verlegung der Schifffahrtswege vor den west-, ost- und nordfriesischen Inseln, Einrichtung bzw. Erweiterung der Küstenverkehrszonen, unbedenkliche Sicherheitsabstände zu Offshore-Anlagen.

Verbesserung des Klimaschutz

"Ökologisch abgeleitetes" Geschwindigkeitslimit für Seeschiffe, Einbeziehung des Seetransports in den "Kyoto"-Prozess

Einforderung von Verantwortung

 


Durchsetzung internationaler Mindest-Standards
Bessere Arbeitsbedingungen und Ausbildung für Seeleute

Stärkung der IMO

Ratifizierung aller IMO-Übereinkommen, Umsetzung aller IMO-Regelungen in EU- bzw. nationales Recht, gemeinsamer Druck der EU-Staaten auf IMO (und ILO)

Unverzügliche Ratifizierung der vorhandenen Haftungsübereinkommen, z.B. für Schäden durch Bunkeröl, weitergehende Haftungsregelungen für EU-Gewässer einführen (EUr-OPA 2005)

 Quelle: http://www.aknev.org/umweltbewusst.html