Dieses Lernmodul ist Teil der Informationsplattform Wer, Wie Watt?, die im Rahmen eines Umweltbildungsprojektes erstellt wurde. Die hier dargestellten Informationen wurden von Zivildienstleistenden aus dem Naturschutz im Rahmen ihrer Ausbildung zusammen getragen. Mehr über das Projekt Wer, Wie, Watt erfahren Sie hier.

1.2. 

Verlegung und Reparatur von Seekabeln

Verlegung

 

Vor der Verlegung eines neuen Seekabels wird ein Forschungsteam eingesetzt, welches die Beschaffenheit des Meeresbodens zwischen den zu verbindenden Ufern untersucht und eine auf den Meter genaue Kabeltrasse aussucht. Hierbei wird der Verlauf von Naturschutzgebieten, Schifffahrtsrouten und geologische/geophysikalische Beschaffenheit des Meeresbodens berücksichtigt. Die Beschaffenheit der ausgewählten Kabeltrasse ist dann ausschlaggebend welche Kabelummantelung und welche Verlegungstechnik angewandt wird.

 

Die Verlegung geht wie folgt vor sich:

Speziell ausgerüstete Schiffe transportieren die schweren Kabelrollen und verlegen das Kabel mit der Hilfe von GPS (Geographische Positionierungssysteme) und Sonarsystemen möglichst genau auf die ausgewählte Trasse.

In der Regel werden Stromkabel in den Meeresboden eingespült, um die entstehende Wärme (siehe 5.5 Wärme) möglichst gering zu halten. Aber auch andere Kabeltypen werden meist, zumindest in den flacheren Gewässern, in den Meeresboden versenkt. Hier soll die Gefahr der Beschädigung der empfindlichen Kabel (z.B. durch ankernde Schiffe oder Fischereigeräte) minimiert werden. Ist der Meeresboden weich (sandig oder schlickig), wird das Kabel mit der Hilfe eines Hochdruckstrahls, welcher vor dem Kabel eine Furche spült, in den Boden versenkt. Bei festerem Grund werden Pflüge eingesetzt, welche tiefe Furchen für die zu verlegenden Kabel graben (in küstennahnen Gebieten bis zu fünf Meter tief). In tieferen Gewässern, in denen die Gefahr einer Kollision des Kabels mit beispielsweise einem Fischernetz nicht besteht, werden die Kabel einfach auf den Meeresgrund gelegt, um unnötige Spannungen des selbigen zu vermeiden. Da gerade bei langen Strecken häufig Erdbewegungen einkalkuliert werden müssen, werden die Kabel von vorne herein etwas länger bemessen um Kabelrissen durch Überspannung vorzubeugen.

Die Kabelummantelung richtet sich ebenfalls nach der Beschaffenheit der ausgewählten Trasse. Je felsiger und je erdbebengefährdeter die Trasse ist, desto dicker und schwerer wird die Kabelummantelung gewählt. Teilweise werden Stahlrohre über das Kabel geschoben um es noch besser zu schützen.

Die Verlegung von Seekabeln ist also sehr aufwändig und dadurch mit hohen Kosten verbunden. Trotz der ebenfalls hohen Reparatur- und Wartungskosten rechnet sich der Betrieb eines Kabels für wirtschaftliche Unternehmen. Bei Glasfaserkabeln wird die Betriebsdauer auf 25 Jahre geschätzt.

(Quelle 3)

Reparatur

 

Seekabel müssen - besonders in flachen Küstengewässern - hohen Belastungen stand halten. Durch lokale Strömungen können sie rasch frei gespült und dann von Schiffsankern versehentlich angehoben werden. Auch wenn die Kabeltrasse in den Navigationskarten der Schiffahrt eingezeichnet sind, kommt es z.B. bei Notankerungen zu Problemen dieser Art. Schäden entstehen außerdem durch sich kreuzende Kabel oder Schleppfischerei. 

Um in Problemfällen mit bereits verlegten Seekabeln möglichst rasch handeln zu können, werden rund um den Globus permanent Reparaturschiffe in Bereitschaft gehalten. Diese Schiffe und deren Besatzung laufen aus, sobald die Landstationen Fehler in einer Verbindung feststellen. Das betreffenden Kabel wird dann vom Meeresgrund "geangelt" und an der fehlerhaften Stelle gekappt. Das intakte Ende wird mit einer Schwimmboje versehen und wieder zu Wasser gelassen. Jetzt wird das betroffene Stück des Kabels herausgetrennt und durch ein neues, gleichlanges Stück ersetzt. Die beiden Kabelenden werden nun wieder miteinander verbunden und nach einigen komplizierten Tests wieder auf die Trasse gelegt und nach Möglichkeit erneut eingespült. Da Glasfaserkabel aus tausenden dünne Fasern bestehen und unter Laborbedingungen zusammengefügt werden müssen, ist es augenscheinlich das die Reparatur enorm kostenaufwendig ist und bei schwerem Seegang schier unmöglich durchzuführen ist.

(Quelle 3)