Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung und anderer Forschungseinrichtungen erstellt.

1. 

Hintergrund und Inhalte

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften am 22.12.2000 wurde die ‚Richtlinie 2000/60/EG des europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik’ (im weiteren WRRL abgekürzt) in Kraft gesetzt.

„Ziel dieser Richtlinie ist die Schaffung eines Ordnungsrahmens für den Schutz der Binnenoberflächengewässer, der Übergangsgewässer, der Küstengewässer und des Grundwassers zwecks a) Vermeidung einer weiteren Verschlechterung sowie Schutz und Verbesserung des Zustands der aquatischen Ökosysteme und der direkt von ihnen abhängenden Landökosysteme und Feuchtgebiete im Hinblick auf deren Wasserhaushalt, ..."(WRRL Artikel 1, Absatz a).

Im Unterschied zu früheren Gesetzen und Richtlinien wird sich die Bewertung von Gewässern in Zukunft im Wesentlichen am Zustand ihrer Biozönose orientieren. Die Wirkung anthropogener Eingriffe auf die Lebensgemeinschaft der Gewässer zu erfassen und zu beurteilen stellt daher eine vorrangige Aufgabe der Gewässerbewirtschaftung dar.

Um die Vorgehensweise europaweit zu koordinieren und dem Gewässernetz als Gesamtökosystem Rechnung zu tragen, werden die zuständigen Behörden aufgefordert, die Bewirtschaftung der Gewässer in Zukunft einzugsgebietsorientiert zu planen und Maßnahmen unabhängig von administrativen Grenzen gemeinsam durchzuführen.

Konkret soll für alle Oberflächengewässer (ausgenommen erheblich veränderte und künstliche Gewässer) bis 2015 ein "guter Zustand" erreicht sein. Die Beschreibung des "guten Zustandes" findet sich im Anhang V der WRRL.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist in den Mitgliedsstaaten folgendes Verfahren einzuhalten:

Bis 2004 soll die

 

Bis 2006 soll die Überwachung und Darstellung des Zustandes der Oberflächengewässer folgen. Im Einzelnen betrifft dies die

 

Auf der Grundlage der entwickelten Bewertungs- und Überwachungsverfahren sollen bis 2009 die

 

Bis 2015 schließlich sollen alle Gewässer im guten ökologischen Zustand sein. Ausnahmsweise kann diese Frist bis 2021 bzw. 2027 verlängert werden.