Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung und anderer Forschungseinrichtungen erstellt.

3. 

Die Oder: Einzugsgebiet und Küstenzone

Die am 21.12.2000 in Kraft getretenene Wasserrahmenrichtlinie hat für große Flüsse wie die Oder eine besondere Bedeutung. Diese vielfach genutzten und daher stark anthropogen überformten Gewässer bedürfen einer eingehenden Begutachtung und Bewertung, um Ihre Funktion im Ökosystem zu erhalten.

Im Unterschied zu früheren Gesetzen und Richtlinien wird sich die Bewertung von Gewässern nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie im Wesentlichen am Zustand der Gewässerfauna und -flora orientieren. Konkret soll für alle Oberflächengewässer bis 2015 ein guter ökologischer Zustand erreicht sein.
Die zuständigen Behörden werden aufgefordert, die Bewirtschaftung von Gewässern in Zukunft einzugsgebietsorientiert zu planen und Maßnahmen unabhängig von administrativen Grenzen gemeinsam durchzuführen.

Die Oder gehört zu den internationalen Flussgebietseinheiten und muss daher von den Anrainerstaaten gemeinsam bewertet und bewirtschaftet werden. Um diese Aufgabe zu meistern, wurde die Internationale Komission zum Schutz der Oder vor Verunreinigungen (IKSO) mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie beauftragt. Die IKSO ist für folgende Belange im Odereinzugsgebeit verantwortlich:

Das Gesamteinzugsgebiet der Oder umfasst eine Fläche von 118.861 km². Davon entfallen 106.821 km² auf die Republik Polen, 6.453 km² befinden sich in den Grenzen der tschechischen Republik und 5.587 km² in den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland. Die Oder entspringt bei 634 m ü. NN. im Odergebirge in der Tschechischen Republik und mündet nach 854 km ins Stettiner Haff. Zum Odereinzugsgebiet gehören neben dem Hauptstrom der Oder diverse größere Nebenflüsse, die mit einem Einzugsgebiet größer 10 km² unter die Bestimmungen der Wasserrahmenrichtlinie fallen.

Abbildung 3.1: Überblick über das Odereinzugsgebiet und die Arbeitsräume der IKSO (Quelle: Internationale Flussgebietseinheit Oder - Bericht an die Europäische Kommission 2005.)

Um die Arbeiten zur EG-WRRL im Odereinzugsgebiet besser koordinieren zu können haben die Anrainerstaaten die Flussgebietseinheit Oder in kleinere Abschnitte aufgeteilt.

  • Obere Oder: Quellgebiet bis zur Mündung der Glatzer Neiße samt Ihrem Flussgebiet,
  • Mittlere Oder: Mündung Glatzer Neiße bis Mündung Warthe,
  • Lausitzer Neiße: Teileinzugsgebiet Lausitzer Neiße,
  • Warthe:Teileinzugsgbiet Warthe,
  • Untere Oder: Mündung Warthe bis Trzebież (Mündung Oderhaff) und 
  • Stettiner Haff: Küstengewässer einschließlich Stettiner Haff (Kleines und Großes Haff) sowie ins Haff und in den Swine-Strom entwässernde Einzugsgebiete sowie der östliche Teil der Insel Usedom und der westliche Teil der Insel Wolin.