Dieses Informationsmodul stellt eine studentische Arbeit dar, die im Rahmen des Hauptseminars "Europas Küsten im Wandel" am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt wurde.

1.3. 

Die Ostseeküste

Die Länge der deutschen Ostseeküste beträgt 2247 km; 1712 km im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und 535 km in Schleswig- Holstein. Im Vergleich hierzu beträgt die Länge der deutschen Nordseeküste lediglich 1155 km. Rund 70 % der Ostseeküste sind sogenannte Innenküsten. Hierzu zählen die Küsten der Förden Schleswig-Holsteins und die durch Inseln oder Halbinseln von der offenen See getrennten Boddenküsten Mecklenburg- Vorpommerns.

Ein weiteres wichtiges Gliederungsmerkmal der Ostseeküste sind die sich abwechselnden Steil- und Flachküsten. In Schleswig-Holstein liegen 148 km der Gesamtlänge der Außenküsten als Steilküste vor. In Mecklenburg- Vorpommern gliedert sich die Außenküste in 226 km Flachküste und 128 km Steilküste.

http://www.bau.uni-rostock.de/iwr/institut/deutsch/koppe/download/diss-koppe.pdf

  WWW-Link

Im Gegensatz zur reliefarmen Westküste hat die schleswig-holsteinische Ostküste ihre Grundstruktur hauptsächlich durch die Gletschervorstöße der jüngsten Eiszeit erhalten. Sie hinterließen ein bewegtes Relief von Moränen, Kuppen und zum Teil langgestreckten Gletscherzungenbecken, die späteren Förden und Buchten.

Heute beträgt die Länge der Küstenlinie insgesamt etwa 637 km, 162 km davon entfallen auf die Schlei und 87 km gehören zur Insel Fehmarn. Die Länge der Steilufer beträgt 146 km, die restlichen 491 km sind Flachküsten. Die morphologische Entwicklung der Ostküste wird langfristig durch den Küstenausgleich gekennzeichnet. Während Starkwindereignissen werden die exponiert liegenden Küstenabschnitte durch Seegangseinwirkung erodiert, wodurch sie sich langfristig zurückverlegen. Das abgetragene Material wird teilweise parallel zur Küste in benachbarte Buchten und Förden transportiert. Im Strömungsschatten der vorspringenden Kliffs kommen diese Sedimente dann rasch zur Ablagerung und bilden Riffe, Nehrungen und Strandwälle. So hat sich beispielsweise das Brodtener Ufer in den letzten 6.000 Jahren um etwa 6 km zurückverlegt. Mit einem Teil des hier freigesetzten Materials wurde u.a. der Priwall aufgebaut. In Folge dieser Ausgleichsprozesse befanden sich über den Zeitraum 1872/76 bis 1951/68 insgesamt 182 km der Küstenlinie in Abbruch, während 128 km anlandeten.

Die Ostküste wird in hydrologischer Hinsicht durch den Seegang sowie durch langfristige (säkulare) und kurzfristige (meteorologisch bedingte) Schwankungen des Meeresspiegels geprägt. Wegen ihrer Lage als Randmeer hat die geringe, bereits durch Nordsee, Skagerrak und Kattegatt erheblich abgeschwächte Tide mit einem Tidenhub von etwa 0,17 m auf die Ostseeküste kaum Bedeutung. Von Bedeutung für den Küstenschutz an der Ostküste ist die, im Vergleich zur Westküste, längere Verweildauer der Hochwasserstände. Tidebedingt nehmen diese an der Westküste nach wenigen Stunden wieder ab, an der Ostküste können Hochwasser dagegen viele Stunden oder sogar Tage andauern. Die aus einem Sturmhochwasser resultierende Belastung der Küstenschutzanlagen aus Seegang kann daher an der Ostküste (trotz niedrigerer Auflaufhöhe des Hochwassers) ähnlich hoch wie an der Westküste liegen. 

Quelle: Generalplan Küstenschutz Integriertes Küstenschutzmanagement in Schleswig-Holstein S. 14

Die Haffküste ist ein Sonderfall der Ausgleichsküste (hier am Beispiel Heiligenhafen dargestellt). In Strömungs- und Windrichtung werden durch die Strandversetzung hinter Landvorsprüngen sog. Haken gebildet, die sich allmählich zu Nehrungen entwickeln. Die ehemaligen Buchten werden dadurch vom offenen Meer getrennt, es entsteht das Haff. Flussmündungen werden in Strömungsrichtung verlegt.

Quelle: vgl. http://de.encarta.msn.com

Steilküste auf Rügen

Eine Steilküste ist ein Küstenabschnitt, bei dem vom Meer aus kein allmählicher Übergang zum Festland stattfindet, sondern das Meer je auf das steil aufragende Festland trifft. Dabei liegt die Höhe des Festlandes deutlich über dem Meeresspiegel.

Aufgrund von Erosion und auf Grund der Bodenbeschaffenheit kann sich vor der Steilküste ein Sandstrand ausbilden.

Quelle: vgl. http://de.encarta.msn.com

Die reichhaltig gegliederte Küste Meckelenburg-Vorpommerns, mit dem ständigen Wechsel von Steil- und Flachküsten und den zahlreichen Bodden, Wieken und Haffen, gehört zu den besonders prägenden Landschaftselementen der Ostseeküste. 

Die Küste Mecklenburg-Vorpommerns ist insgesamt 1712 km lang. Davon sind 354 km Außenküste und 1358 km Boddenküste. Bei den Boddenküsten haben besondere Bedeutung:

 

- Darß - Zingster - Boddenküste 194 km

- Rügensche Boddenküste          457 km

- Usedomer Boddenküste           301 km

 

Quelle: Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern, S. 2 & 14.

 

Die mecklenburgische Ostsee-Küste ist geprägt durch den Wechsel von meist breiten, feinsandigen Stränden und Hochufern bis Steilküsten. Sie erstreckt sich zwischen Trave und Recknitz, östlich davon beginnt Vorpommern mit den Inseln Großer Werder und Bock sowie der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Hanseland übrigens, denn hier liegen die Hansestädte Wismar und Rostock.

Im Westen befindet sich die Wismarbucht mit dem Salzhaff und die Insel Poel sowie die beiden Ostseebäder Boltenhagen und Rerik, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu den größten und ältesten Ostseebädern zählen. Rerik ist als Siedlungsland bereits in den Urkunden Karls des Großen erwähnt. An Vorpommerns Ostseeküste liegen die alten Hansestädte Stralsund und Greifswald sowie die Inseln Usedom und Rügen.

Quelle: http://www.deutschland-tourismus.de/DEU/reiseland_deutschland/master_tlregion-id133-fs2.htm

Die Küste Mecklenburg-Vorpommerns wurde durch die letzte Eiszeit (Weichsel-Glazial), speziell durch deren jüngste Staffeln auf deutschem Gebiet, vorgeformt und gleichzeitig wurde die Grundlage für eine starke räumliche Gliederung geschaffen. Etwa seit der Litorinazeit (ca. 5700 v. Chr.) gerieten diese Formen durch Anstieg des Wasserspiegels unter den Einfluß des Meeres, wurden so zur Küste. Veränderungen der Küste bestehen vorrangig in einem Küstenausgleich, gekennzeichnet durch Abtrag(Abrasion) der pleistozänen Inselkerne, untergeordnet auch der Kreideküsten, und durch Anlandung (Akkumulation) in den pleistozän angelegten Hohlformen. Es kam zur Bildung von Haken und Nehrungen und ein Wechsel von Steil- und Flachküsten entstand. Dieser fortdauernde Prozeß verläuft gerichtet.

Die Ausbildung morphologischer Gleichgewichtszustände wird jedoch durch die räumlich-zeitliche Variation der Kausalfaktoren verhindert (z.B. raum-zeitliche Varianz von Wind, Seegang und Strömung, Wasserstandsänderungen, langfristige Änderungen des mittleren Meeresspiegelniveaus, großräumige sowie lokale Landhebungen und -senkungen).

Quelle: Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern, S. 6.

 

 

  WWW-Link
Küstentypen an der Ostsee

Eine Ausgleichsküste zeigt sich in einer flach und relativ geradlinig verlaufenden Küstenlinie. Sie entsteht unter dem Einfluss von Wind und Wasser aus den ursprünglichen Buchten, Inseln, Halbinseln und Vorsprüngen. Sand und Kies wurden abgetragen und an anderer Stelle angelagert, je nach Richtung und Stärke der Meeresströmung. Typisch für Ausgleichsküsten sind die Bildung eines Haffs oder einer Nehrung.

Ein Haff ist ein durch eine Nehrung oder durch vorgelagerte Inseln vom tieferen Hauptteil des Meeres getrennter Brackwasserbereich. Der Begriff wird im Ostseeraum auch mit Bodden, Noor (niederdt.) und Nor (dänisch) bezeichnet.

Häufig mündet in ein Haff ein größerer Fluss. Das Wasser im Haff ist daher oft nicht so salzhaltig wie im offenen Meer, sondern brackig. Beispiele sind das Salzhaff, das Stettiner Haff, das Kurische Haff und das Frische Haff.

Die Bezeichnung Noor verbindet sich mit Schleswig-Holstein (z. B. Haddebyer Noor, Selker Noor).

Quelle: vgl. http://de.encarta.msn.com

Bedingungen zur Entstehung einer Haffküste: Buchtenreicher Küstenverlauf einer Flachküste mit küstenparalleler Meeresströmung.

  WWW-Link

Die Landzungen der südlichen Ostseeküste und die dahinter liegenden Boddengewässer sind durch Küstenausgleich seit der letzten Eiszeit entstanden. So sind die Boddengewässer – in geologischen Zeiträumen betrachtet – sehr junge Bildungen. Sie haben einen geringeren Salzgehalt als die Ostsee (Brackwasser), da einmündende Fließgewässer laufend Süßwasser liefern und der Wasseraustausch mit dem offenen Meer lediglich über die Flutrinnen erfolgen kann.

Bedeutende Boddengewässer liegen an der südlichen Ostsee in Vorpommern zwischen Rostock und der Insel Usedom, so unter anderem:

 

Boddenküste auf Rügen

Ein Bodden ist ein vom offenen Meer durch Landzungen abgetrenntes Küstengewässer an der Ostsee. Der Begriff umfasst somit große Lagunen, die nur über schmale Flutrinnen mit dem offenen Meer in Verbindung stehen. Eine kleinere Bucht innerhalb dieser Bodden wird auch als Wiek bezeichnet.

Quelle: vgl. http://de.encarta.msn.com