Dieses Informationsmodul stellt eine studentische Arbeit dar, die im Rahmen des Hauptseminars "Europas Küsten im Wandel" am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt wurde.

3.3. 

Aktivitäten und Fallstudien

Erosion

In den meisten Fällen, wenn Küstenerosion auftritt, wird eine Lösung verlangt, die besonders von Bedeutung ist, wenn die erodierte Küste wichtige Nutzungen (z.B. wirtschaftlich) in einer Region erfüllt. Lösungswege bringen meist hohe Ausgaben und Kosten mit sich. Eine der wichtigsten und am weit verbreitesten Möglichkeiten ist die künstliche Aufschüttung von Stränden, die als „softer“ Eingriff betrachtet wird. Entlang der katalonischen Küste ist die künstliche Aufschüttung die am häufigsten genutzte Lösung.

Künstliche Aufschüttungs-Projekte müssen gut geplant sein, denn andernfalls können sie bei schlechter Planung noch zu weiteren Problemen (besonders bei ökologischer Betrachtung) führen. Wenn aber ein Projekt gut geplant ist, stellt sich die Frage, wer die Kosten übernimmt. Es klingt logisch, dass die Gesellschaft dafür aufkommen muss, weil es ein Naturproblem ist und alle angeht, aber wer soll die Kosten tragen wenn die Probleme aus anthropogenen Handlungen erfolgen? In Spanien erfolgt die Umsetzung und Finanzierung der künstlichen Aufschüttung durch das Ministerium für öffentliche Arbeiten.

 

Fallbeispiel der künstlichen Aufschüttung (Eurosion)

 
Ort: Can Picafort (Alcudia), Balearische Inseln, Mallorca

Das Gebiet, das in der Fallstudie dargestellt wird, liegt in der Bucht von Alcudia mit einem Küstenabschnitt von 5 km Länge (von Can Picanfort bis S`Oberta). Hier findet man Sandstrand und Dünen vor. Die Hauptnutzung des Küstenabschnittes ist Tourismus und Erholung. Verschwindet der Strand aufgrund von Erosion, hat das erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Bewohner und nicht nur für die, die in der Nähe der Küste wohnen.

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Eurosion Can Picafort

(PDF, 290,2 kB)

Die Gezeiten sind fast nicht zu bemerken und die höchsten Wellen erreichen nicht mehr als 4 Meter auf offener See. Zwei voneinander unabhängige, sedimentäre Zellen können in der Bucht von Alcudia bestimmt werden (eine im Norden und eine im Süden der Bucht). Diese Fallstudie befasst sich mit den sedimentäre Zellen im Norden. Der durch die Wellen verursachte Transport (südöstlicher und nordwestlicher Richtung) wird als wichtigster Prozess in der Bucht gesehen. Die Studie dieses Küstenabschnittes zeigt Erosion und Ablagerung an unterschiedlichen Plätzen. Der untersuchte Erosionstyp ist ein schrittweiser Verlust von Sediment aufgrund des Süd-Nord-Transports.

Die Möglichkeiten der Gegenmaßnahmen sind begrenzt und erlauben nur einen bedingten Eingriff. Die angenommene Strategie beruht auf künstlicher Aufschüttung von Sand.

(http://www.eurosion.org/shoreline/47canpicafort.html)

 

 

 

 

Fallbeispiel in Gross, San Sebastian, Spanien (Eurosion)

 

Der Strand von Gross ist relativ offen mit starker Ausbuchtung und Hartgestein im Untergrund. Das Gebiet der Fallstudie begrenzt sich auf 800 Meter. Die Nutzung des Abschnittes ist hauptsächlich Tourismus. Die Fischereiwirtschaft ist hier kaum noch von Bedeutung.

Der Hauptgrund für die Erosion ist der Mensch, der seit dem 20. Jahrhundert den Strand für sich nutzt. Zudem lösten Wellenbrecher und die Mauer der Esplanade Erosion und Sandverlust aus.

  Zum Lesen
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Eurosion Gross

(PDF, 261,8 kB)

Die Situation der Instabilität der Küste brachten die Regierung dazu, ein Regenerationsprojekt in die Wege zu leiten. Verschiedene Möglichkeiten, der Erosion entgegenzuwirken, wurden diskutiert. Zum einen wurde ein Auffangbecken errichtet und zum anderen am Strand Sand aufgeschüttet.