Dieses Informationsmodul stellt eine studentische Arbeit dar, die im Rahmen des Hauptseminars "Europas Küsten im Wandel" am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt wurde.

4.1. 

Herausforderungen

Die wichtigsten Probleme an der Mittelmeerküste sind die zunehmende Verkünstlichung der Küste, welche durch einen unaufhaltsam expandierenden Tourismus zurückzuführen ist. Die städtische Zersiedelung, der Bau von Zweitwohnsitzen sowie die Versiegelung von Böden sind nur einige zu nennende Punkte. Weitere Probleme sind die Veränderungen in der Küstendynamik der Küstengewässer- und uferbereiche, das Schwinden der traditionellen Fischerei, die Degradierung von Ökosystemen und Habitaten, verstärkte Umweltrisiken entlang der Küste, Verlust und Degradierung der Landschaft sowie Umweltprobleme aufgrund von Aquakulturen, Wassersportaktivitäten und Schiffstransport.

Des Weiteren gilt es, die fünf Interessengruppen (Regierungsstellen; Privatsektor; Nicht-Regierungsorganisationen; Wissenschaftler und Experten; Küstenbewohner) miteinander zu vereinen. Dadurch, dass es nicht nur zu Interessenskonflikten zwischen den Gruppen, sondern auch innerhalb der Gruppen kommt, wird dieses Vorhaben nicht sehr einfach. Die unterschiedlichen Positionen reichen von intensiv ausgerichteten Umweltzielen bis zu einem ökonomischen Wachstum auf Kosten der Nachhaltigkeit.

(vgl. http://www.rupprecht-consult.de/iczm/iczm_national_reporting_spain.htm)


Schlecht geplante touristische Erschließung

Eine richtige Planung und Verwaltung bei der Tourismusentwicklung kann einen finanziell wertvollen Beitrag zur Belebung der Küstenzonen leisten. In der Realität hat sich der Tourismus eher zufällig entwickelt und verursacht schwerwiegende ökologische und soziale Probleme. Zum Beispiel kam es zu einer hohen Trinkwasserbelastung, was zu erheblichen Problemen geführt hat. Durch den erhöhten Wasserverbrauch, gelang eine hohe Konzentration von Salzwasser in den Grundwasserbereich, welches folglich ungenießbar wurde. Eine weitere Folge ist erhöhte Meeres- und Luftverschmutzung durch den vermehrten Verbrauch von fossilen Brennstoffen. Dabei spielt vor allem die steigende Zahl von verliehenen motorisierten Fortbewegungsmitteln eine wichtige Rolle. Ferner ist auch der Einklang des unkontrollierten Wachstums mit den lokalen traditionellen Wirtschaftsstandorten ein Ziel. Viele mussten ihren eigenen Beruf aufgeben und arbeiten in der Gastronomie und Hotellerie (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 7f.).


Der Rückgang der Fischwirtschaft

Die vielen Küstenstädte wurden in der Historie von dem Fischfang geprägt. Aktuell stehen die Fischer vor großen Schwierigkeiten. Als Hauptgrund gilt die Überfischung, die zu einem dramatischen Rückgang geführt hat und viel Arbeitsplätze in Gefahr gebracht hat. Die EU hat als ersten Schritt die Fischerei begrenzt. Die Fischereistädte mussten durch den Verlust des traditionellen Stadtbildes einen enormen Rückgang an Besucherzahlen verzeichnen (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 8ff.).


Schlechte Planung der Verkehrswege

Viele Gebiete sind aufgrund des unkontrollierten Wachstums der Tourismusbranche durch ein ungeplantes Verkehrsnetz geprägt. Die Straßen wurden ausschließlich für die Touristenströme gebaut; Einheimische sind häufig von der „Außenwelt“ abgeschnitten. Daher muss das vorrangige Ziel sein, einen Ausgleich herzustellen (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 10f.).


Die zunehmende Verstädterung

In den letzten Jahrzehnten hat die Bebauung der Mittelmeerküste in Spanien enorm zugenommen. Doch werden ähnliche Szenarien in den kommenden Jahren für die Atlantikküste hervorgesagt. Dennoch war die Bebauung, teilweise illegal, häufig vom Zufall geprägt und hatte keinen stadtplanerischen Hintergrund. Viele dieser Häuser werden als Zeitwohnsitz genutzt und stehen die überwiegende Zeit des Jahres leer. Dadurch wurden viele natürliche Lebensräume zerstört und die Einheimischen von den Küsten abgeschnitten (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 11f.).


Erosion

Durch die Gezeitenbewegungen sind die Erosionsprozesse vor allem an der spanischen Atlantikküste natürlichen Ursprungs. Sie spielen allerdings im Hinblick auf die Umwelt nur eine geringe Rolle. Dagegen wird das Gefährdungspotential in Städtenähe als höher angesehen. Eine Verhinderung der Erosionstätigkeiten wurde in der Vergangenheit durch kostspielige Projekte, jedoch ohne großen Erfolg, durchgeführt. Daher ist das Ziel, einen wirksamen Schutz für die Küstenbewohner zu gewährleisten (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 12f.).


Verschmutzung

Die Küstenzonen sind in zweierlei Hinsicht durch Verschmutzung bedroht. Die erste Bedrohung geht vom Meer aus, z.B. durch Tankerunfälle und hinaustretendes Öl. Vor allem auf wichtigen internationalen Schiffrouten wie die Straße von Gibraltar existiert ein erhöhtes Gefahrenpotential. Zwar gilt der Schiffverkehr als relativ umweltfreundlich, dennoch haben solche Unfälle zumeist katastrophale Auswirkungen. Die zweite Bedrohung der Küstenzonen geht vom Landesinneren aus. Die Verschmutzung aus dem Binnenland, vor allem von Fabriken und Betrieben, gelangt durch Flüsse an die Küsten. Dabei stellt die Nitratanreicherung durch die Düngung in der Landwirtschaft sowie durch die tierischen Exkremente eines der größten Probleme dar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss die Zusammenarbeit zwischen den Küstenregionen und dem Binnenland verbessert werden. Die von der EU beschlossene „Wasserrahmenrichtlinie“ ist dafür der erste Schritt in die richtige Richtung (vgl. Europäische Kommission, 2001, S. 14ff.).


Steigende illegale Migrationsrate

Für die Zukunft muss es ein weiteres Ziel für Spanien sein, die illegale Migration einzudämmen. Dafür muss eine konsequente Migrationspolitik eingeführt werden, dass sich Spanien selbst mit der Konsolidierung der Einwanderung die Frage der Integration der Migranten immer stärker stellen. Dazu gehört auch eine Zusammenarbeit mit den Maghrebstaaten, die mit dem ersten Treffen 2006 eingeleitet wurde.

(vgl. http://www.focus-migration.de/Spanien.1236.0.html)