Dieses Informationsmodul stellt eine studentische Arbeit dar, die im Rahmen des Hauptseminars "Europas Küsten im Wandel" am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt wurde.

4.2. 

IKZM-Strategie

Ein entscheidender Faktor für ein langfristiges Wachstum und das Wohlgefühl der Bürger in der Europäischen Union ist ein ökologisch guter Zustand der Meere und Küstengebiete. Daher wurde 2002 auf europäischer Ebene ein Beschluss gefasst, indem alle Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, eine nationale Bestandsaufnahme durchzuführen und nationale Strategien zu entwickeln. Um sich über gegenseitige Erfahrungen auszutauschen, wurde eine intensive Kooperation zwischen den teilnehmenden Ländern vereinbart. Dazu wurden auch acht Grundsätze für ein gutes Integriertes Küstenzonenmanagement implementiert (vgl. Rupprecht-Consult, 2006, S. 23).

Bis Juni 2006 haben 18 der 24 Mitgliedstaaten und damaligen zukünftigen Beitrittsländer offizielle Berichte über die Implementierung der EU-IKZM-Empfehlung abgegeben. Die vollständige Umsetzung hatte bis zum August 2006 noch kein Land vorgenommen. Spanien war zum damaligen Zeitpunkt eines der sieben Länder neben Deutschland, Finnland, Malta, Portugal, Rumänien und dem Vereinigtem Königreich, bei dem die Durchsetzung einer nationalen IKZM-Strategie bevor stand (vgl. Rupprecht-Consult, 2006, S. 26).

Die teilnehmenden Länder grenzen alle an ein oder mehrere Regionalmeere, wodurch diese in fünf Gebiete unterteilt wurden:

Da Spanien an den Atlantik und an das Mittelmeer grenzt, werden wir uns auch nur mit diesen zwei Regionen detailliert beschäftigen.

 

Die atlantische Küstenmeerregion

Die Strategien und Aktivitäten bezüglich des IKZM an der atlantischen Küste sind noch in der Entwicklung. Neben Spanien sind auch das Vereinigte Königreich, Irland, Belgien, die Niederlande, Frankreich und Portugal am Küstenschutz dieser Region beteiligt. Diese haben überwiegend die EU-Empfehlungen für eine IKZM-Strategie übernommen. Dennoch zeigt sich, dass nicht alle beteiligten Länder mit der gleichen Intensität die Ziele verfolgen. Die vereinbarten vertikalen und horizontalen Informations- und Beteiligungsflüsse wurden vernachlässigt. Einzig Spanien zielt auf eine komplette Umsetzung für das Jahr 2008. Gegenüber den anderen europäischen Regionalmeeren fehlt der atlantischen Küste eine Regionalpolitik, die die gemeinsamen Probleme auf einer Regionalmeerebene behandelt.

 

Die Mittelmeerregion

Der Fortschritt an der Mittelmeerküste ist sehr variiert zu betrachten. Nur Malta, Frankreich, Slowenien und Spanien haben sich intensiv mit dem Integrierten Küstenzonenschutz befasst. Spanien hatte schon in einer ersten Phase (2002-2006) eine Strategie entwickelt. In einer zweiten Phase (2007-2008) wird sich Spanien mit weiteren Detailplanungen der Aktivitäten befassen, so dass 2008 die komplette Implementierung vollzogen sein soll. Ein Grund für die Umsetzung 2008 war, dass man den Beteilungsprozess in der übrigen EU abwarten wollte. Leider sind aus spanischer Sicht die grenzüberschreitenden Organisationen und Kooperationsstrukturen nicht sehr ausgeprägt.

 

Trotz aller Hindernisse muss es Spaniens Ziel sein, seine Vorschläge schnellstmöglich umzusetzen und wichtige Schritte für ein Gelingen des IKZMs einzuleiten. Dazu gehören die geeignete Verteilung von Kompetenzen, Funktionen und Aufgaben auf allen Ebenen. Außerdem müssen erste IKZM-Projekte umgesetzt werden, um die Vorteile herauszustellen und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Interessengruppen zu demonstrieren. Dafür hat die EU ein Neun-Punkte-Programm herausgegeben, um strategische Empfehlungen zu geben:

 

1. Stärken der europäischen Dimension von IKZM basierend auf einem Regionalmeeransatz

2. Anheben des IKZM-Profils und Stärken der Integration von sektoralen Politiken

3. Ausarbeiten eines strategischen IKZM-Ansatzes, der auf einer ausgewogenen sozialen, ökonomischen und kulturellen Entwicklung basiert

4. Ausgehen von bedeutenden langfristigen Risiken: Katastrophenanfälligkeit und Klimawandel

5. Zustimmen zur Bewusstseinsbildung, Leitlinienerstellung, Ausbildung und Bildung

6. Verbessern der Koordination und Teilhabe von Betroffenen und Interessengruppen

7. Allgemeine Abstimmung der Europapolitiken

8. Harmonisieren der Monitoring- und Evaluierungsrahmen

9. Verbessern der Wissensbasis von IKZM

 

Aktueller Stand

2006 wurden erste Projekte in die Wege geleitet. Für den Schutz von Bauwerken an Küsten sowie für die Wiederherstellung der Küsten wurden 35 Millionen € investiert. Weitere 6 Millionen € wurden für den Director’s Plan der Nachhaltigkeit ausgegeben.

Spanien will in Zukunft auf regionale, nationale und europäische Foren mit Unparteiischen setzen, die mit Hilfe der EU gegründet werden sollen. Die spanische IKZM-Strategie sieht z.B. Unparteiische im nationalen Küstenrat vor. Allerdings besitzt Spaniens Bestreben sowohl auf nationaler sowie auf europäischer Ebene nicht genügend Akzeptanz.

Aktuell liegt ein Fokus auf den Flusseinzugsgebieten. Dabei ist ein wichtiges Durchführungsinstrument die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Dabei sollen die autonomen Behörden für den Flussschutz an die Küstenverwaltung angegliedert werden.

(vgl. www.rupprecht-consult.de/iczm/iczm_national_reporting_spain.htm)