Dieses Informationsmodul stellt eine studentische Arbeit dar, die im Rahmen des Hauptseminars "Europas Küsten im Wandel" am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt wurde.

4.3. 

Defizite und Fazit

Spaniens Küste wird aufgrund seiner Lage zwischen zwei Kontinenten und Meeren von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Die verschiedenen Eigenschaften des Ozeans und des Binnenmeers wirken differenziert auf die Küste, was selbstverständlich fürs Integrierte Küstenzonenmanagement zu berücksichtigen ist. Des Weiteren besitzt Spanien sehr viele bedeutende Hafenstädte, die sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft wichtige Wirtschaftsstandorte waren und sind. Weiterhin zeigt es, dass auch auf der Iberischen Halbinsel die Fischereiwirtschaft immer weiter durch die Aquakulturen verdrängt wird, worin Spanien in Europa zu den führenden Kräften gehört. Ein wesentlicher Nutzungsfaktor ist der Tourismus, der vor allem an der Mittelmeerküste ausgeprägt ist. Diese und noch weitere Küstennutzungsformen gilt es bei den Überlegungen zum Integrierten Küstenzonenmanagement zu berücksichtigen.

 

Spanien gehörte zu den ersten Nationen, die einen Bericht für ein IKZM bei der Europäischen Union eingereicht haben. Allerdings geschah der erste Schritt relativ unüberlegt, wodurch der das spanische IKZM unübersichtlich und unkontrolliert erscheint. Ein weiteres Defizit ist, dass die Zuständigkeiten auf die autonomen Regionen verteilt sind und dadurch keine nationale Gesetzgebung wie in anderen europäischen Meeresanrainerstaaten existiert. Daher ist auch die Zusammenarbeit mit den anderen Küstenstaaten zusammengebrochen, so dass es keine gemeinsam verfolgende Linie gibt.

 

Für Spanien existieren viele Herausforderungen, die Spanien beim IKZM zu bewältigen hat. Dennoch besitzen die Spanier viele gute Ansätze wie das Fahrverbot für unsichere Tanker, die konsequent verfolgt werden müssen. Weiterhin ist auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit für ein IKZM gestiegen, wobei eine ausgereifte Umsetzung bislang fehlt. Daher muss Spanien auf eine nationale Gesetzgebung pochen und die Zusammenarbeit mit den übrigen EU-Länder wieder aufzunehmen und zu fördern.