Dieses Lern- und Informationsmodulmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Umweltbildungsprojektes „Küstenschule - Internet-gestützte Informationen zu Küste & Mee(h)r“ erstellt. Mehr über das Projekt „Küstenschule“ erfahren Sie hier.

2. 

Entwicklungsstufen der Ostsee

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Zeugen der Eiszeit!

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Während der Eiszeiten bewegten die in Skandinavien bis zu 3000 m dicken Eispanzer der Gletscher Unmengen an Lockermaterial, das bei den mehrfachen Vorstößen Richtung Süden vom Grund der Gletscher aus- und abgeschürft wurde. Bei diesen Vorstößen wurde auch das Becken der Ostsee geformt und ein sehr abwechslungsreiches Bodenrelief hinterlassen. Das von den Gletschern bewegte Lockermaterial ist heute u.a. an den Küsten und in den Regionen der Endmoränenzüge Schleswig-Holsteins zu finden.

Nach der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, vor rund 12.000 Jahren schmolzen die riesigen Gletscher schließlich ab. Ein Teil des nicht mehr als Eis gebundenen Süß-Wassers (das Schmelzwasser) füllte das Becken der Ostsee. Es entstand der Baltische Eisstausee, ein Süßwasser-See, der von ca. 11.000 bis 10.000 Jahre vor heute bestehen blieb.

Mit dem Abschmelzen der Gletscher zur letzten Eiszeit stieg der Meeresspiegel weltweit um mehrere Meter wieder an. Das führte u.a. dazu, dass das Salzwasser der Nordsee über den Riegel, der Nord- und Ostsee voneinander trennte, in die Ostsee einströmen konnte. Das Süßwasser des Baltischen Eisstaussees wurde durch das einströmende Salzwasser der Nordsee „versalzen“. Aus dem See wurde ein Meer. Es entstand das Yoldia-Meer, benannt nach der mit dem Salzwasser eingewanderten Muschel Yoldia arctica (heute Portlandia arctica). Das Yoldia-Meer existierte von ca. 10.000 bis 9.000 Jahre vor heute.

Durch das Abschmelzen der Gletscher stieg aber nicht nur der Meeresspiegel – auch die Landmassen erhoben sich. Zu dieser Landhebung kam es, weil durch das Abschmelzen der Gletscher die Landmassen von der Eislast und damit von dem Gewichtsdruck der Gletscher befreit wurden (Isostasie). Im Ostseeraum hoben sich die Landmassen so weit, dass die Verbindung der Nordsee zum Yoldia-Meer unterbrochen wurde und der Salzwasserstrom versiegte. Regen und einströmendes Flusswasser süßten das Yoldia-Meer aus - das Meer wurde wieder zum (Süßwasser) See. Es entstand der Ancylus-See, benannt nach der für ihn charakteristischen Schnecke Ancylus fluviatilis. Der Ancylus-See blieb von ca. 9.000 bis 7.000 Jahren vor heute bestehen.

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Doch der rasche Anstieg des Meeresspiegels um weitere Meter führte erneut dazu, dass eine Verbindung zur Nordsee entstand und wieder Salzwasser in den See einströmen konnte. Der Ancylus-See versalzte und wurde abermals zum Meer, nun zum Litorina-Meer, benannt nach der eingewanderten Strandschnecke Littorina littorea. Das Litorina-Meer existierte von ca. 7.000 bis 4.000 Jahre vor heute.

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Die Entstehung des Litorina-Meeres leitete schließlich die Bildung der Ostsee in ihrer heutigen Form ein. Meeresspiegelanstieg und Landhebung bestimmten weiterhin die Gestaltung des Ostseeraumes: Die andauernde Landhebung ließ die Verbindung zur Nordsee zusehends schmaler werden, so dass der Salzwassereinstrom deutlich zurück ging. Über die Flüsse wurde anderseits Süßwasser eingetragen, so dass das einstige Salzwassermeer über die Jahrtausende auszusüßen begann. Es entstand der direkte Vorläufer der heutigen Ostsee, das Limnaea-Meer, benannt nach der Brackwasserschnecke Limnaea ovata. Das Limnaea-Meer existierte von ca. 4.000- 1.500 Jahren vor heute.

Die Ostsee, wie wir sie heute kennen, wird auch als Mya-Meer bezeichnet - benannt nach der größten heute in der Ostsee lebenden Muschel Mya arenaria. In dieser Form existiert die Ostsee nunmehr seit ungefähr 1.500 Jahren.

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