Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

2.2. 

Geologie

Usedom wurde im Quartär geomorphologisch gestaltet und wurde durch das Eis des Weichselglazials und die nachfolgenden nacheiszeitlichen Ereignisse in der Ostsee geprägt.Die Kreide befindet sich nicht wie auf Rügen an der Oberfläche, sondern in 15 bis 20 Metern Tiefe. Die Gletscher aus Skandinvien haben die Moränenzüge und die Gletscherzungenbecken geformt. An der Küste finden wir viele Stauchendmoränen (Streckelsberg 59 Meter), während das Inselinnere kuppige Grundmoränen und der Süden einige Satzendmoränen aufweist.
Die Gletscher haben mit Hilfe der Eismassen große Findlingsblöcke aus Skandinavien mittransportiert, die man heute noch südöstlich von Ückeritz in einem Steingarten bewundern kann.
Die Seen auf Usedom (Gothensee-Thurbruchbecken und Schmollensee-Senke) wurden durch das erneute Vorstoßen des Eises gebildet, so dass große Gletscherzungenbecken entstanden, vor die sich ein Toteisblock schob und einen Abfluß der Wassermassen unmöglich machte.
Zur Zeit des Weichselglazials bestand Usedom nur aus einigen Erhebungen, die durch die Nebenarme des Urstromtales (Pudaglaer- und Swinepforte) voneineander getrennt waren. Durch die nacheiszeitliche Entwicklung , wie beispielsweise die Senkung des Meeresspiegels, Versandung und Vermoorung, wurden die Höhenzüge erst miteinander verbunden.
Auffällig ist, dass die Abstände zwischen den Höhenzügen im Westen geringer sind als im Osten, dass heißt, dass die Scharung von West nach Südost zunimmt. Von Südwesten nach Nordosten lassen sich folgende Höhenzüge festmachen: die Franzburger Zwischenstaffel, die Velgaster Vorstoßstaffel und Destruktionsareale, die Garz-Zinnowitzer Zwischenstaffel und die Nordrügen-Ostusedomer Destruktionsmoräne. Die ersten drei sind reliefschwach und noch deutlich voneinander abgegrenzt, während ab Koserow das Relief stark geprägt ist und mit vielen dicht aneinanderliegenden Stauchendmoränen über 50 Metern und Gletscherzungenbecken übersät ist.

Gneis aus Skandinavien (Fundort Bansin)