Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

2.2. 

Geologie

Rauk an der Küste von Langhammars

Gotland unterscheidet sich vom restlichen Skandinavien durch seinen Untergrund, der nicht aus Granit und Gneis sondern aus Kalk- und Sandstein besteht.

Diese Sedimentschichten entstanden im Erdzeitalter Silur, d.h. vor rund 400 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit war das Klima sehr viel milder als heute. Im tropisch warmen Silurmeer gab es eine artenreiche Fauna mit u. a. Korallen, Weichtieren, Stachelhäutern und Armfüßlern. Als diese Kleinstlebewesen abstarben, sanken sie auf den Meeresgrund, wo sie zusammen mit Schlamm, Sand, Salz und Algen zu einer Sedimentschicht von mehren hundert Metern Dicke zusammengepresst wurden.

Viele dieser Organismen sind noch heute als Versteinerungen im gotländischen Kalkstein (raukar) zu finden.

Wegen dieser zahlreichen guten Fossilienfunde wurde für das Silur auch der Begriff Gotlandium geprägt.
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Eine weitere geologische Attraktion der Insel sind die Tropfsteinhöhlen Lummelundagrottan. Hierbei handelt es sich um ein 10 km langes Höhlensystem mit Stalaktiten und Stalagmiten, die durch das Wasser eines unterirdischen Baches gebildet werden, der einen flachen See bei Martebo entwässert.

Auch die Entstehung dieser Grotte steht in Zusammenhang mit dem tropischen Warmmeer. Damals ist die Entstehung eines mehrere hundert Meter hohen Korallenriffs unterbrochen worden. Vor Hunderttausenden von Jahren haben Regen- und Schmelzwasser dann angefangen, durch Spalten in das Kalksteinmassiv einzudringen. Die Kohlensäure aus dem Niederschlagswasser löste das Calciumcarbonat im Gestein auf. Die Spalten wurden vergrößert, Grotten wurden ausgespült, die Erdoberfläche sackte nach und formte Dolinen. Im Inneren des Massivs entstand so ein Labyrinth aus Gängen und Seen.