Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

3.2. 

Kultur

Auf Gotland gibt es zahlreiche Denkmäler aus der Vorgeschichte und dem Mittelalter, so dass diese Insel als kunstreichste Provinz Skandinaviens gilt.

Vorgeschichtliche Denkmäler: Aus dem Mesolithikum (8000-3000 v. Chr.) und dem Neolithikum (3000-1800 v. Chr.) gibt es auf Gotland nur wenige Funde. Die meisten Schätze stammen aus der Bronzezeit (1800-500 v. Chr.), der Eisen- und Völkerwanderungszeit (500 v. Chr. -800 n. Chr.) sowie der Wikingerzeit (800- 1070 n. Chr.). Bedeutend sind zum Beispiel Steinhügelgräber und Schiffssetzungen, Felszeichnungen, Wohnanlagen und sogenannte Fliehburgen, die dem Schutz der Bevölkerung vor fremden Stämmen dienten. Die bekannteste gotländische Kulturleistung aus der Eisenzeit sind jedoch die Bildsteine.

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Das Mittelalter: Relikte aus dem Mittelalter finden sich hauptsächlich in Visby. In der von der Wehrmauer umringten Altstadt gibt es 200 erhaltene Häuser aus dem 12. bis 14. Jh.

Auf dem Land sind noch einige mittelalterliche Bauernhöfe erhalten. Eine besondere Erwähnung verdienen auch die fast 100 romanischen bzw. gotischen Landkirchen.

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Die Neuzeit: Die Zeit nach 1361 ist vorwiegend vom kulturellen Verfall geprägt. Kleine, ärmliche Behausungen spiegeln die schwierige Lebenssituation der damaligen Zeit wieder.

Nur wenige reiche Bauern konnten sich große Höfe mit Mühlen, Sägereien und Räucherkammern leisten. Heute zeugen noch einige prächtige Pfarrhöfe von der finanziell guten Situation der Pastoren im 17. bis 19. Jh.

Mit dem neuen Erwerbszweig der Kalkindustrie im 19. Jh. besserten sich die Zeiten dann wieder und einige Familien gelangten zu neuem Ansehen, was sich in der Errichtung von hübschen Holzvillen zeigt.

 Feiertage und Bräuche

Auch wenn sich die Gotländer selbst nur eingeschränkt als Schweden bezeichnen, so feiern sie doch genauso wie die Schweden auf dem Festland die Walpurgisnacht am 1. Mai, um vom Winter Abschied zu nehmen. Das wichtigste Fest ist jedoch Mittsommer, das an dem Wochenende gefeiert wird, das dem 24. Juni am nächsten liegt.

Ein weiteres wichtiges schwedisches Fest ist das Krebsessen im August. Am 13. Dezember wird mit dem Fest der Sankta Lucia die Weihnachtszeit eingeläutet.

Neben diesen typisch schwedischen Feiertagen haben die Gotländer auch ihre eigenen Festtage.

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Jährlich wird mit dem Öppet Gotland- Wochenende Anfang Mai die Touristensaison mit zahlreichen Inselmärkten eröffnet. Am ersten Wochenende im Juli findet dann auf einer großen Festwiese das Stangaspel statt, die sogenannten „Olympischen Spiele von Gotland“. Mehr als 2000 Teilnehmer messen dabei in ur-gutnischen Sportarten wie zum Beispiel beim Steinwurf und Baumstammwerfen ihre Kräfte. Ebenfalls im Juli findet auf Gotland der Bunge Navy Cup statt, eine bedeutende schwedische Pferdesportveranstaltung, die Springreiter aus dem gesamten Ostseeraum anlockt.

Seit 1990 zählt auch das Roma Sommarteater zu den kulturellen Höhepunkten der Insel. Die alte Roma- Kirchenruine bietet die eindrucksvolle Kulisse für Stücke von Shakespeare.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der gotländischen Kultur sind die zahlreichen Musikveranstaltungen, wie z.B. das Gotländische Kammermusikfestival im August.

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Den Höhepunkt des Jahres bildet jedoch die gotländische Mittelalterwoche Anfang August. Die Altstadt Visbys sorgt dabei für das passende Ambiente.