Dieses Lernmodul wurde vom Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. erstellt. Es ist im Rahmen des Forschungsprojekts „Interdisziplinäre Forschung zum Küstenzonenmanagement: Tourismus, Naturschutz und Baggergutverklappung in der Küstenregion Warnemünde-Kühlungsborn“ entstanden.

5.1. 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Strandmanagement, Baggergutverklappung und Sportboothäfen
Wie bereits in den vorrangegangenen Kapiteln beschrieben, wurde im Rahmen der Pilotstudie die drei Themenschwerpunkte Strandmanagement (Kapitel 2), Baggergutverklappung (Kapitel 3) und Sportboothäfen (Kapitel 4) bearbeitet, um exemplarisch bestehende und potentielle Konflikte in der Region aufzuzeigen. Für alle drei Thememschwerpunkte empfahl das Projektteam jeweils eine Berücksichtigung bereits existierender lokaler und regionaler Managementpläne aus dem gesamten Küstengebiet und eine Einbindung derselben als Grundbausteine in einem übergeordneten Küstenzonenmanagement. Des weiteren sah das Projektteam eine intensive Beteiligung aller Betroffenen als zwingend notwendig an. Nach Ansicht des Projektteams eigneten sich die gewählten Schwerpunkte bestens, „um ein regionales Integriertes Küstenzonenmanagement in der Küstenregion Warnemünde-Kühlungsborn zu initiieren und erfolgreich voranzutreiben. Bis dahin ist es [aber] noch ein weiter Weg und sind jede Menge begleitende wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen erforderlich, die den bei den meisten Problemfeldern auftretenden Informationsmangel Abhilfe leisten vermögen“ (SCHMIDT, 2005, S. 78). Daher hätte das Projektteam nach Abschluss der Pilotstudie weitere Untersuchungen begrüßt. Bedauerlicherweise wurde aber nur die Vorstudie vom DBU gefördert und durchgeführt. Daher kann an dieser Stelle auch kein abschließendes Fazit gezogen werden: zu viele Fragestellungen sind nach Abschluss der Vorstudie noch offen geblieben.

Bereitstellung eines Informationssystems
Zu Beginn des Projektes wurde im Rahmen der Bestanderhebung festgestellt, dass es einen großen Mangel an Informationen zum Integrierten Küstenzonenmanagement im allgemeinen, als auch bezüglich spezifischer, regionaler Probleme gab. Dieser Mangel stand im Gegensatz zu dem Anspruch, dass für ein funktionierendes IKZM regionale Stakeholder und die Öffentlichkeit beteiligt werden müssen. Da aber als wesentliche Grundlage einer Partizipation das Vorhandensein und die Kenntnis ausreichender Informationen zu einem Thema angesehen werden, sah das Projektteam ihre Aufgabe auch darin, Informationen zu bündeln, ggf. enstprechend aufzuarbeiten und in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen. Um diese Informationen auch einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entschied sich das Projektteam, eine Internetseite zu erstellen. Mit Hilfe dieser Webseite sollten umfangreiche grundlegende Informationen bereitgestellt und eine Kommunikation zwischen Interessierten ermöglicht werden. Als weiteres Projektergebnis kann daher der Aufbau der Projekt-Homepage genannt werden. Auf dieser Internetseite werden zum einen Informationen zur Verfügung gestellt, zum anderen wird über das Projekt „Interdisziplinäre Forschung zum Küstenzonenmanagement: Tourismus, Naturschutz und Baggergutverklappung in der Küstenregion Warnemünde-Kühlungsborn“ im allgemeinen informiert und Ansprechpartner genannt.

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Des Weiteren wurde im Rahmen des Projektes der erste deutschsprachige Newsletter zum Thema Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) intiiert. Dieser Newsletter, genannt „IKZM-Aktuell“ informierte bereits während des Untersuchungszeitraumes über 400 Wissenschaftler, Planer, Stakeholder und sonstige Interessierte per E-Mail über das Integrierte Küstenzonenmanagement im speziellen und die Themen Meere und Küsten bzw. sie betreffende Aspekte im allgemeinen. Seit Januar 2004 heißt der Newsletter nun „Küsten-Newsletter“. Derzeit erreicht der Newsletter weit über 900 Abonnementen, weiter Interesierte rufen den Newsletter auf der Homepage des EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. ab. In dem Fensterlink „Zum Lesen“ finden Sie den ersten, im Juni 2002 erschienenen Newsletter „IKZM-Aktuell Nr. 1“. Die übrigen Newsletter können Sie auf der Homepage des EUCC- Die Küsten Union Deutschland e.V. abrufen.

Förderung der Partizipation und Schaffung stabiler Strukturen
Der dritte Arbeitsschwerpunkt des Pilotprojektes umfasste zum einen die Frage, wie eine Partizipation in der Region und die Schaffung stabiler Strukturen für ein IKZM erreicht werden könnten. Zunächst gingen die Überlegungen dahin, ein IKZM-Forum einzurichten. Allerdings musste das Projektteam bereits zu Beginn der Untersuchung feststellen, dass die Anzahl der Akteure in der Region zu groß ist, um ein solches Forum einzurichten. Daher stellte sich als nächstes die Frage, inwiefern bestehende Strukturen genutzt werden könnten, um eine Partizpation zu erzielen und stabile Strukturen für ein regionales IKZM zu schaffen.

Zum zweiten beschäftigte sich das Projektteam mit der Fragestellung, auf welchem Wege die betroffenen Akteure und die einheimische Bevölkerung am besten erreicht werden könnten.
Diese zwei Überlegungen führten dahin, die regionalen Agenda-Büros für die Verbreitung des IKZM-Gedankens zu nutzen. „Es schien dem Projektteam naheliegend, dass die vorhandenen Agenda-Strukturen geeignet sind, um einen IKZM-Prozess auch längerfristig zu begleiten oder sogar zu tragen, eventuell in Form eines regelmäßigen Forums, so wie durch die Ausnutzung der bereits vorhandenen Kontakte, Strukturen und Werkzeuge zur Realisierung von Partizipation und Einbindung der Bürger. Aus diesem Grund wurde ein Treffen sämtlicher Agenda-Vertreter der Region vom Projektteam organisert und moderiert, um die Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Kooperation zu diskutieren, sowie ein geeignetes und akzeptables Kooperationsmodell zu entwerfen. Wesentliche Ergebnisse der Diskussion waren, dass sich die Agenda-Vertreter sowohl eine Zusammenführung von Informationen als auch eine externe und neutrale Moderation von relevanten Themen durch unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen wünschten. (...) Auch waren sich die Teilnehmer einig, dass ein Forum zur Abstimmung der Agenda-Aktivitäten in der Region sinnvoll wäre. (...) Mit der Verwirklichung dieses Kooperationsmodells (Moderation und Information durch das Projekt, Partizipation und Öffentlichkeitsarbeit durch die Agendastellen) können bereits wesentliche Grundbedingungen für ein funktionierendes IKZM geschaffen werden“ (SCHERNEWSKI, GÄRTNER, SCHMIDT & HEGER, 2002, S. 9).

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Erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass einige Projektmitarbeiter im Zuge dieser Überlegungen und der Ergebnisse der Vorstudie den gemeinnützigen Verein „EUCC - Die Küsten Union Deutschland e. V.“ gründeten. Ziel des Vereins ist es, durch die Informationsbereitstellung und -verbreitung, Beratung, Aufklärung und Weiterbildung, sowie Veranstaltungen und Demonstrationsprojekten das Integrierte Küstenzonenmanagement in Deutschland zu fördern. Mittlerweile besteht der EUCC Deutschland im dritten Jahr, zählt über 90 Mitglieder und erreicht mit dem Küsten-Newsletter weit über 900 Abonnementen. Dazu kommen noch viele Interessierte, die sich auf der Homepage des Vereines umfassend informieren.

Arbeitskreis Strand
Im Rahmen der Untersuchung nahm das Projektteam Kontakt zur Tourismuszentrale Warnemünde auf und beratschlagte über eine Zusammenarbeit bezüglich der Strandbewirtschaftung. Man entschloss sich zur Teilnahme der Projektmitarbeiter am Arbeitskreis „Bewirtschaftungskonzept Strand Warnemünde“. Dieser Arbeitskreis hatte sich gebildet, um ein Konzept für die Bewirtschaftung des Warnemünder Strandes zu erarbeiten und so den unterschiedlichen Belangen des Naturschutzes, der Tourimuswirtschaft und des Küstenschutzes zu begegnen und gerecht zu werden. „Zu diesem Zweck wurden von der Tourimuszentrale [Warnemünde] drei Studien über den Warnemünder Strand in Auftrag gegeben: Über die touristische Wertschöpfung, über die Küstendynamik und über Aspekte der Landschaftspflege“ (SCHERNEWSKI, GÄRTNER, SCHMIDT & HEGER, 2002, S. 9). Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern der Tourimuszentrale Warnemünde, des Staatlichen Amt für Natur und Umwelt (StAUN) Rostock, des Senatsbereichs für Wirtschaft und Tourimus der Hansestadt Rostsock, der IHK, des Amtes für Stadtgrün Rostock, der Universität Rostock sowie aus Naturschutzverbänden zusammen. Das Projektteam übernahm in den Arbeitskreis eine begleitende Funktion.

Die begleitende Funktion des Projektteams erlaubte dem Team den Einblick in einen ersten Versuch eines nachhaltigen Managements des Strandbereiches. Dabei konnte das Projektteam erste gute Ansätze für ein ausgewogenes Strandmanagement beobachten. Allerdings zeigte das Modell auch Schwächen: „So wurden längst nicht Vertreter aller betroffenen Bereiche geladen und der Weg der Erarbeitung des Konzeptes wurde einseitig von der Tourimus- und Wirtschaftsverwaltung der Hansestadt Rostock festgelegt, was zu Unausgewogenheiten und Voreingenommenheit führen könnte. Zudem fand nur eine unzureichende Öffentlichkeitsarbeit (...) statt“ (SCHERNEWSKI, GÄRTNER, SCHMIDT & HEGER, 2002, S. 10).