Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

4. 

Wirtschaft und Tourismus

Früher lebten die Bewohner Hailuotos in erster Linie vom Fischfang sowie vom Sammeln und der Weiterverarbeitung der Rentierflechte. Heute dominieren die Land- und Waldwirtschaft, die Fischerei und der Dienstleistungssektor, worunter auch der Tourismus fällt, der für die rund 1000 Einwohner zu einem erheblichen Wirtschaftsfaktor geworden ist. Gefördert wurde diese Entwicklung vor allem durch die weiten sauberen Sandstrände, die interessante Vegetation und die noch weitgehend intakte, küstentypische Siedlungsstruktur.


Ein bei den Touristen beliebter Ort auf der Insel ist Marjaniemi, welcher über eine Lotsenstation, Leuchtturm, Fischereihafen und alte Holzhäuser verfügt. Ein modernes Ferienzentrum mit Bade- und Campingplatz, Hütten und einem Restaurant ist hier ebenfalls entstanden.
In jedem Herbst findet in Marjaniemi ein traditioneller Fischmarkt statt, der ein Wochenende dauert. Hier werden neben frischem Fisch auch verschiedene Fischspezialitäten, Kaffee, Süsses und Handgemachtes angeboten. In der Nähe des Ortes gibt es einen Naturlernpfad durch die Dünen- und Waldlandschaft, der eine Einführung in die Pflanzen- und Vogelwelt bietet.
Hailuoto ist mit einer kostenlosen Autofähre ab Riutunkaari, auf der Halbinsel südlich von Oulu, zu erreichen, deren sieben km lange Überfahrt 25min dauert. Die Fähren werden vor allem von den Bewohnern der Insel genutzt, weil die meisten auf dem Festland arbeiten. Oftmals verbringen auch Einwohner Oulus ihre Wochenenden auf Hailuoto. Im Winter kann der Bottnische Meerbusen aufgrund seiner geringen Salinität zufrieren und das Eis bildet eine natürliche Verbindung zum finnischen Festland und kann mit PKWs befahren werden.


Vallgrund ist durch ein Brücke, die "Raippaluodon Silta", mit dem Festland verbunden. Sie ist mit 1045m die längste Brücke Finnlands. Die 2200 Einwohner der Insel waren vor dem Bau der Brücke auf Fähren angewiesen. Zu dieser Zeit betrug das Verkehrsvolumen ca. 1500 Fahrzeuge pro Tag, im Sommer zu Spitzenzeiten sogar 1800, weshalb dann zwei Fähren die Strecke bedienten. Nach dem Bau der Brücke, der von 1994 bis 1997 dauerte und 25 Mio. € kostete, stieg das Volumen auf jetzt durchschnittlich 2200 Fahrzeuge pro Tag.
Die Wirtschaft auf Vallgrund wird dominiert von kleinen Industriebetrieben, der Fischerei und der Landwirtschaft. Die raue Landschaft Vallgrunds bietet auch eine gute Grundlage für den Tourismus. Dank der "Raippaluodon Silta" werden sowohl die einheimische Industrie als auch der Tourismus durch den einfacheren und schnelleren Transport begünstigt.
Die Brücke ist mit einem in Finnland einzigartigen Enteisungs-System ausgestattet.