Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

2.3. 

Flora und Fauna

Vallgrund ist für seine Vielzahl verschiedener Vogelarten bekannt. Hier lässt sich die Wanderung der Vögel im Frühling und Herbst gut beobachten. Die Insel liegt auf der Route der Vögel, die z.B. im Frühjahr entlang der Küste Finnlands und des Bottnischen Meerbusens in Richtung Norden fliegen und von den fischreichen Küstengewässern und guten Nistmöglichkeiten angezogen werden. Der Fischreichtum stellt vor allem für die Seeadler eine gute Lebensgrundlage dar und sorgt dafür, dass hier die größte Seeadlerpopulation Finnlands anzutreffen ist. Die Adlerhorste mit den Eiern und den geschlüpften Jungen stehen unter ständiger Beobachtung, um eventuelle Störungen zu vermeiden.
Neben den Seeadlern gehören auch Nachtigall, Möwen, Knäkenten, Mittelsäger, Singschwäne und Schneeeulen zur Vogelpopulation Vallgrunds.
Zum Ende des Sommers hin kann man überall auf dem Archipel Jungvögel beobachten, wie z.B. die der Eiderenten, deren Anzahl pro Brutpaar manchmal bis zu 30 beträgt. Wenig später sind die Jungen groß genug und bereit für die Wanderung gen Süden, die Anfang des Herbstes einsetzt. Sie erinnert an die Ankunft im Frühling, erstreckt sich allerdings über einen längeren Zeitraum. Die letzten Zugvögel, die die Insel verlassen sind die Singschwäne, die zum Teil erst im Dezember aufbrechen. Ende September sammeln sich Scharen von Kranichen auf den Feldern in Nähe der Küste und auch Enten und Gänse treten in grossen Gruppen auf. Im Oktober finden sich Zugvögel aus Sibirien ein wie z.B. der Seidenschwanz oder der Tannenhäher. Von Vallgrund aus kann man auch die Insel Valassaaret in der Mitte des Bottnischen Meerbusens besuchen, die von Tausenden von Gänsen, Enten und Kranichen im Frühling auf ihrem Weg Richtung Norden passiert wird.

Die Küsten Hailuotos zählen zu den 10 wertvollsten Feuchtgebieten Finnlands.
Es sind dort bisher ca. 170 Vogelarten registriert worden. Darunter befinden sich nordische Spezien wie der Temminckstrandläufer oder der Dunklen Wasserläufer, wie aber auch Vogelarten, deren Hauptbrutgebiete hunderte Kilometer weiter südlich liegen, wie z.B. die Rohrdommel oder die Graugans.
Die größte Schwalbe der Welt, die Raubseeschwalbe, wird oft dabei gesichtet, wie sie an der Küste Hailuotos Fische fängt.
Die Populationen der Schnatterente und der Uferschnepfe auf Hailuoto sind die größten in ganz Finnland. Im Frühling können in der Zeit der Wanderung zudem gefährdete Spezien wie die Zwerggans, die Kurzschnabelgans und die Bläßgans beobachtet werden.
Auf Hailuoto gibt es einige Beobachtungstürme, von denen aus man einige der vielen Vogelarten ungestört beobachten kann.

Auf Vallgrund und Hailuoto ist das Phänomen der Landhebung ein bestimmender Faktor für die Geomorphologie, Flora und Fauna. So entstehen durch sie neue Uferwiesen, z.B. durch das Austrocknen von Buchten, und geben damit der Uferflora die Möglichkeit nach und nach neues Territorium z.B. auf Klippeninseln zu gewinnen.
In Senkungen der beschriebenen de Geer- Moränen ist der Boden sumpfig und Bäume wie die Salweide, Grauerle, Birke oder Eberesche finden hier gute Standortbedingungen. Auf den Moränen gibt es kleine sandige Flecken, die das Meer im Laufe der Zeiten aus den steinigen Bergrücken herausgewaschen hat. Hier ist der Boden trockener und es gedeihen Gewächse wie Fichten, die Heidelbeere, das Schwedische Hartriegel und der Wiesen- Wachtelweizen.

Waldlandschaft auf Hailuoto.

Die Flora auf vielen Inseln der Ostsee, wie auch z.B. auf Vallgrund ist geformt durch das Weiden von Schafen und daran angepasst. Von weitem geben die Inseln ein parkähnliches Bild mit einem gut durchforsteten Erlen- und Birkenwald und kurzgeschorenem Unterholz ab.
Das Weiden der Tiere ist wichtig, da Uferwiesen eine abwechslungsreiche Flora und Fauna bekommen, wenn die Pflanzen mit höherem Wachstum, wie z.B. das Echte Mädesüss, und das Gesträuch von den Schafen kurz gehalten werden. So wird den niedrig wachsenden Pflanzen wie dem Sumpf-Herzblatt ermöglicht sich in der Konkurrenz zu behaupten. Zudem lockt eine höckrige Uferwiese mit niedrigem Gewächs sowohl verschiedene Möwenarten als auch Watvögel an.

Abendstimmung auf Vallgrund.