Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

3.1. 

Geschichte

  Zum Lesen


Historische Zeittafel

Erste menschliche Besiedelung waren in der mittleren und jüngeren Steinzeit. Nachdem im 6. Jahrhundert n. Chr. die germanische Bevölkerung den südlichen Ostseeraum verlassen hatte, kamen die Ranen (Slawen), die 1168 von König Waldemar von Dänemark durch die Eroberung der Festung Arkona auf Rügen vertrieben wurden. Hiddensee stand dadurch unter dänischer Hoheit. Am 13. April 1296 wurde die Insel Hiddensee so wie sie vom Salzmeere umflossen vom Rügenfürst Wizlaw II. dem Kloster Neuenkamp geschenkt. Hier sollte eine Zisterzienserabtei namens Nikolaikamp (der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer) entstehen, tatsächlich hieß das Kloster aber während der gesamten Zeit des Bestehens Kloster Hiddensee. Zeitgleich mit dem Aufbau des Klosters wurden in den Jahren 1302 bis 1306 auf dem Gellen im Süden der Insel die Gellenkirche, ein kleines Leuchtfeuer, Luchte genannt, sowie der erste Hafen gebaut.

1322 wurde eine kleine Mauerkirche (Laienkirche), wie damals bei den Zisterziensern üblich, im heutigen Ortsteil Kloster in der Nähe des Klostertores gebaut. Mit der Überführung des Taufsteines aus der Gellenkirche in die neue Kirche wurden von da an bis heute die seelsorgerischen Aufgaben von hier aus ausgeführt. Im Jahr 1325 fiel die Insel an die Herzöge von Pommern-Wolgast.

1536, nach der Reformation, wurde das Kloster aufgelöst. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde auf Anordnung von Wallenstein im Jahr 1628 der Eichenmischwald auf dem Dornbusch abgebrannt. Damit wollte man den Dänen die Insel als Holznutzgewinnung entziehen. 1648 (bis 1815) wird Hiddensee schwedisch. Von 1754 an bis 1780 ist Joachim Ulrich Giese Eigentümer der Insel und beginnt, um Fayencen herzustellen, mit dem Abbau von Ton. Etwa im Jahr 1781 wird in Kloster die auch heute noch stehende Pfarrkirche im spätgotischen Stil errichtet.

1801 bis 1944 Vom Jahr 1815 an ist Hiddensee mit Vorpommern preußisch (bis 1945). Vom Stralsunder Kloster zum Heiligen Geist wird die Insel 1835 erworben und 1837 (Plogshagen) sowie 1840 (Kloster) werden die ersten Schulen gebaut. In den Jahren zwischen 1854 und 1864 wurden im Rahmen der Ablösung der Reallasten (Bauernbefreiung) auch auf Hiddensee die Grundstücksverhältnisse neu geordnet. Während dieser Zeit, ab 1861, wurde mit der Wiederaufforstung des Dornbusch begonnen. Jeweils in den Jahren 1864 und 1872 wurde die Insel von schweren Sturmfluten heimgesucht, bei der Ersteren zerbrach Hiddensee in zwei Teile, was nur durch Menschen Hand rückgängig gemacht werden konnte, nach der zweiten Sturmflut wurde der bis heute berühmte Hiddenseer Goldschmuck (eine Wikingerarbeit aus dem 10. Jahrhundert) gefunden. Eine Replik davon kann man heute im Heimatmuseum Hiddensee besichtigen, das Original wird im Kulturhistorischen Museum in Stralsund verwahrt.

1874 wird der Amtsbezirk Hiddensee gebildet und 1888 werden in Kloster der Leuchtturm auf dem Dornbusch und der Hafen fertiggestellt, sowie die Seenotrettungsstation. Von 1892 an verkehren erstmals regelmäßig Dampfer zwischen Stralsund und Kloster. Ab 1905, mit Gründung des Arztzweckverbandes, wurde der erste Arzt auf Hiddensee eingestellt und 1927 wurde die Insel an das Stromnetz angeschlossen. 1930 wurde die biologische Forschungsstation und 1936 die Vogelwarte gegründet. Zwischen 1937 und 1939 wurden die drei Gemeinden auf der Insel zur Gemeinde Hiddensee vereint.

1945 bis 1989 Im Jahr 1945 wird Hiddensee am 4./5. Mai von sowjetischen Truppen besetzt. Im selben wie im folgenden Jahr wird im Rahmen der Bodenreform der Gutshof Hiddensee in 18 Neubauernstellen aufgeteilt. Bei den Gemeinderats-, Kreis- und Landtagswahlen erhält die SED 1946 ca. 70% der Stimmen. 1952 wird die Fährverbindung zwischen Seehof auf Rügen und der Fährinsel eingestellt. 1962 wird mit dem Deichbau zwischen Kloster und Vitte begonnen.