Dieses Informationsmodul ist Teil des Projektes „Meer im Fokus“. Die hier eingestellten Informationen wurden von SchülerInnen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Hamburg zusammengetragen. Mehr über das Projekt „Meer im Fokus" erfahren Sie hier

2. 

Fortpflanzung des Schweinswals

Der Embryo eines Gewöhnlichen Schweinswals

Die Schweinswale werden durchschnittlich 8-10 Jahre alt, aber es werden auch tote Schweinswale gefunden, die über 20 Jahre alt wurden. Das Alter eines Schweinswals kann man an seinen Jahresringen erkennen, die sich im Laufe der Zeit an den Zähnen bilden. Die unterschiedlich dichte Zahnsubstanz (Dentin) entsteht im Laufe eines Lebens durch hormonelle Veränderung in der hohlen Zahnwurzel. Die Schweinswale aus der Ostsee paaren sich von Mitte Juli bis Ende August.

In dieser Zeit wachsen die Hoden des Männchens auf das 200fache des Normalgewichts an. Die Paarung beinhaltet ein Vorspiel, dabei verfolgt das Männchen das Weibchen und es kommt zu ersten Berührungen. Danach zeigt das Männchen dem Weibchen seinen Bauch. Anschließend nagt das Männchen an der Fluke (Schwanzflosse eines Wals) des Weibchens.

Danach erfolgt die Paarung senkrecht an der Wasseroberfläche, wobei die beiden Tiere zueinander geneigt sind. Die Paarung dauert aber höchstens 20 Sekunden, die gesamte Paarung kann beliebig oft wiederholt werden. Damit das Männchen die Scheide des Weibchens findet, versprüht diese einen Art Duftstoff, sodass die Sinneshaare, die auf der Penisspitze liegen, die Scheide des Weibchens finden.

Die Tragzeit beträgt 10 bis 11 Monate und findet von Mai bis Juli statt. Wie schon die Paarung findet die Geburt ebenfalls in flachen Küstengebieten statt. Vor der Geburt schwimmt das Weibchen langsamer, weil das Weibchen die ersten Eröffnungswehen wahrnimmt. Die Eröffnungswehen erstrecken sich über eine Zeit von 30 bis 60 Minuten.

Bei der Geburt kommt die Fluke zuerst und der Kopf zum Schluss, weil sonst die Nabelschnur dem Schweinswal die Luft abschnüren könnte. Zudem hat die Fluke genügend Zeit, um sich auszuhärten und sich zu entfalten. Die Nabelschnurr reisst nach dem vollständigen Austritt des Schweinswals ab. Anschließend schwimmt das Junge mit Hilfe von anderen Weibchen zur Wasseroberfläche.

Bei der Geburt wiegt das Junge 5 kg und ist um die Hälfte kleiner als seine Mutter. Um groß und stark zu werden, bekommt das Junge in den ersten Monaten eine extra fetthaltige Milch von der Mutter. Obwohl das Junge ab dem 5. Monat am Fischfang teilnimmt, holt es sich immer noch seine Ration Milch von seiner Mutter ab und im 7. Monat besitzt es ein vollständiges Gebiss.

Ab dem erstem Jahr trennen sich die Wege von dem kleinen Schweinswal und seiner Mutter. Geburten von Schweinswalen sind selten, man weiß aber nicht, ob die Schweinswale alle Jahre ein Junges bekommen oder nur alle 3 Jahre. Zwillingsgeburten sind so gut wie nicht nachgewiesen.