Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

3.3. 

Ergebnisse, Trends und Perspektiven

Uekermuende
Inhalt Kapitel 3.3

In diesem Kapitel werden aktuelle Trends im Tourismus und mögliche Lösungsansätze für eine verbesserte Zusammenarbeit von Naturschutz und Tourismus vorgestellt.  

Ergebnisse von IKZM-Oder

Berichte zu den Themen „Touristische Infrastruktur“, „Nutzungskonflikte in Küstengewässern“ oder "IKZM und Agenda 21" wurden erarbeitet, um nur einige Beispiele zu nennen. Weitere Berichte und Publikationen entnehmen Sie bitte der Seite www.ikzm-oder.de auf die Sie über den nebenstehenden Link geführt werden.

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Trends im Tourismus

Gesellschaftliche Veränderungen wirken auf das Verhalten des Reisenden in starkem Maße. Gruppenreisen oder stark organisierte Reisen werden immer weniger gewünscht. Der Reisende möchte durch die Wahl seines Reiseziels und sein Reiseverhalten seine eigene Besonderheit und Individualität ausdrücken.

Diese Individualisierungsprozesse führen zu einer Differenzierung touristischer Bedürfnisse und Interessen. Die Vielfalt an Zielgruppen wird größer. Soziodemographische Merkmale des Einzelnen (Alter, Bildung, Einkommen und  Familienstand etc.) reichen zur Abgrenzung von anderen nicht mehr aus. Daher werden zunehmend Verhalten und Lebensstil verändert (vgl. Zum Lesen: "Trends im Tourismus").

Auch ist ein starker Trend zu Kurzreisen zu beobachten, die in ihrer Zahl zunehmen und die Infrastruktur stark belasten und zu einem erhöhten Energieverbrauch bei Transportleistungen führen.

(Weitere Trends entnehmen Sie bitte dem beigefügten "Tourismuspolitischen Bericht der Bundesregierung" vom Juli 2003 ab Seite 31)

 

Perspektiven

Perspektiven und Lösungen können wie folgt aussehen:

  • Erlass von Richtlinien und Gesetzen zum Schutz von Natur und Umwelt (Biologische Vielfalt, europäische Charta für Großschutzgebiete)
  • Gebietsschutz
  • Bildung, Information und Aufklärung von Besuchern, Einheimischen, Akteuren
  • Einhaltung von Umweltstandards und Information der Öffentlichkeit (Badewasser-, Luft- und Strandqualität)
  • Forschung und Datenerhebung (Aufbau von Datenbanken)
  • Internationaler, nationaler und regionaler Erfahrungsaustausch
  • Änderung von Gesetzen und Raumplanungsstrategien
  • IKZM und Küstenforen zum Austausch
  • Einbindung der Tourismusakteure mit dem Ziel "besseres und nachhaltiges Tourismusmanagement"
  • alternative Tourismusformen (sanfter Tourismus, ökologischer Tourismus, nachhaltiger Tourismus)
  • Tourismussiegel und Zertifikate als Motivation (Indikatoren zum nachhaltigen Tourismus)

 

Fazit

Die steigende Nachfrage im Bereich Natur- und Kulturtourismus erhöht die touristische Belastung naturnaher Gebiete. Dabei wächst die Nachfrage nach einem hohen Umweltstandard am Zielort, der häufig dadurch zu erreichen versucht wird, dass neue unberührte Zielgebiete erschlossen werden statt bereits erschlossene Gebiete durch langfristige Umweltinvestitionen zu verbessern.

Bildung, Information und Aufklärung von Besuchern, Einheimischen und Tourismusakteuren ist daher die beste Strategie, um ein langfristiges Umdenken und eine Änderung der Verhaltens zu erreichen.

Fischerboote am Strand von Międzyzdroje