Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

3. 

Küstentourismus in der Oderregion

Dänische und deutsche Küste, mit Rügen und der Oderregion am 5. März 2001.
Inhalt Kapitel 3 Im Folgenden werden die Ausführungen der ersten beiden Kapitel vertieft und anhand des Beispiels Odermündungsregion näher verdeutlicht. Projekte mit dem Ziele eines nachhaltigen Tourismus werden dabei vorrangig berücksichtigt. Zunächst wird auf die allgemeine Situation in der Region eingegangen.
Fischer am Achterwasser

Die Region Odermündung (Stettiner Haff, Peenestrom und Achterwasser) mit der Insel Usedom und den angrenzenden Gemeinden des Festlandes ist ein wichtiger Erholungsraum, besonders für Wassersporttouristen.

Während das Hinterland zwischen Küste und den Seenplatten touristisch kaum entwickelt ist und zu den strukturärmsten Gebieten Deutschlands zählt, sind die Orte entlang der Küste und an der Außenküste der Insel Usedom touristisch stark entwickelt. Hier spielt sich fast der gesamte Tourismus der Region ab.

 

So kommen an die Küste Mecklenburg-Vorpommerns fast 70 % der Gäste um zu baden und Wassersport zu treiben. Dabei ist für die Besucher von Bedeutung, dass der Meerestourismus (Wassersport) eng verknüpft ist mit dem Küstentourismus (Städtebesichtigungen, Wellness, Kultur- und Industrietourismus) und sich beide Tourismusformen miteinander problemlos kombinieren lassen.

 

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Narbe am Inselstrand

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Landschaft und Wasser sind die entscheidenden Faktoren bei der Wahl des Odermündungsgebietes als Urlaubsregion. Usedom ist für die touristische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern von größter Bedeutung. Die wachsende Anzahl an Touristen verursacht aber auch einen erhöhten Nutzungsdruck auf Land, Meer und angrenzende Wasserflächen (Achterwasser, Stettiner Haff und Peenestrom).

"Auffällig im Untersuchungsgebiet ist eine Ungleichverteilung der Ankünfte und Übernachtungen in der Region. Besonders die Gemeinden auf der Insel Usedom weisen hohe Zahlen in den Ankünften, Übernachtungen und der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf. Spitzenreiter sind Heringsdorf, Zinnowitz, Bansin und Ahlbeck, also alles Orte an der Außenküste mit direktem Zugang zum Meer. Im Vergleich zu diesen Orten liegt das Hinterland Usedoms in der Entwicklung zurück: Gemeinden wie Usedom (Stadt) oder Rankwitz weisen derzeit wesentlich niedrigere Zahlen für Ankünfte und Übernachtungen auf. Dies gilt in ähnlicher Weise für die Gemeinden des Festlandes, die eine eher zurückhaltende Entwicklung aufweisen. Insbesondere die Städte Anklam, Wolgast und Ueckermünde liegen in den Übernachtungsdaten weit hinter den Stranddestinationen der Insel Usedom".

(Auszug aus: Prof. Steingrube & I.L.N. Greifswald, 2005: "Möglichkeiten zur nachhaltigen Entwicklung der Odermündung im Bereich des Peenestroms, des Achterwassers und des Stettiner Haffs unter besonderer Berücksichtigung maritimer touristischer Nutzungen")