Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

3.1. 

Aktuelle Situation und Probleme in der Oderregion

Strand von Mönkebude

Inhalt Kapitel 3.1Auch in der touristisch intensiv genutzten Odermündungsregion treten durch den Meeres- und Küstentourismus zunehmend Probleme auf. In diesem Kapitel wird zunächst die aktuelle Situation beschrieben und auf die Schwierigkeiten eingegangen.

 

Das Odermündungsgebiet ist Teil der Grenzregion von Deutschland und Polen und zeichnet sich durch eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Seen, Wäldern und Küstengewässern aus. Die ökonomische Situation in der Region ist schwierig (vgl. dazu "Fallstudie Odermündung"). Gerade im Hinterland, wo wenig Tourismus stattfindet, ist die wirtschaftliche Lage angespannt. Hier, wie auch in der gesamten Region, ist der Tourismus die größte Hoffnung für die Zukunft, steht jedoch oft mit Naturschutzbelangen im Konflikt.

Probleme beiderseits der Grenze ergeben sich durch:

  • hohe Arbeitslosigkeit von teilweise 30% und mehr in den ländlichen Räumen,
  • geringe Finanzkraft im öffentlichen und privaten Sektor,
  • starke Veralterung der Gesellschaft auf der deutschen Seite, 
  • Abwanderung,
  • touristisch unterentwickeltes Hinterland,
  • Reduzierung der Landwirtschaft,
  • Belastung durch den touristischen Fahrzeugverkehr in bzw. aus Richtung Grenze,
  • Nutzungsintensitäten (wie z.B. Aquakulturen, Seetransport, Pipelines) und Offshore-Nutzungen wie Windparks, aber auch zunehmende Naturschutzansprüche bilden ein wachsendes Konfliktpotential,
  • Konflikte zwischen Naturschutz und Tourismus (vgl. den Text zum Lesen),
  • Mindere Wasserqualität durch Schadstoffeintrag der Oder und 
  • Klimawandel (wirkt sich auf die Küstenregion und den Tourismussektor aus)
Strand in Neuwarp im Süden des Oderhaffs
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Das bedeutet für die Umsetzung von Programmen und Projekten, dass es aufgrund der hohen Erwerbslosenquote eine geringere Akzeptanz gegenüber umweltrelevanten Fragestellungen gibt und die schwierigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen damit die Umsetzung von Nachhaltigkeitsprozessen erschweren.

 

Als mögliche Lösungsansätze können folgende Programme und Projekte genannt werden:

 

Fazit

Um die hohe Qualität von Landschaft und Natur in der Region zu erhalten und somit auch weiterhin Touristen für die Region begeistern zu können, sind Anstrengungen auf allen Seiten nötig: In der Politik, bei Entscheidungsträgern, lokalen Akteuren, Tourismuswirtschaft, Fischerei, Schifffahrt, Besuchern und weiteren Nutzern der Küstenzone. 

Es ergeben sich folgende Ziele für die Region:

  • Förderung der grenzüberschreitenden nachhaltigen Entwicklung,
  • partnerschaftliche Zusammenarbeit,
  • Sicherung und Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen,
  • Entwicklung grenzübergreifender Methoden und Abstimmungsverfahren zur Kooperation von Nutzungsinteressen,
  • Umsetzung wirtschaftlicher Interessen des maritimen Tourismus sollen naturverträglich sein sowie
  • Minderung der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, Verkehr, Klimawandel, Wasserverschmutzung und verschiedenen Nutzungen auf die Region.