Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

2. 

Probleme, Perspektiven und Lösungsansätze

Gefährdung der Dünen durch Besucher des Strandes

Inhalt Kapitel 2.In diesem Kapitel werden Probleme, die sich durch Meeres- und Küstentourismus ergeben können, genannt. Außerdem werden mögliche Lösungsansätze aufgezeigt.

"Tourismus ist daher wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf eine intakte Natur und Umwelt angewiesen. Natur und Landschaft stellen wichtiges Angebotssegment im Tourismus dar. Natur- und Landschaftserleben gehören zu den wichtigen Urlaubsmotiven. Der Tourismus wird deshalb häufig als die Schlüsselbranche für eine "nachhaltige Entwicklung" bezeichnet. Gleichzeitig werden Umweltprobleme von den Reisenden zunehmend wahrgenommen und beeinflussen die Entscheidung für ein Urlaubsziel in hohem Maße. Auf der anderen Seite sind eben diese intakte Natur und Umwelt, die schönen Landschaften, die die Attraktivität vieler Urlaubsgebiete ausmachen, gerade durch touristische Aktivitäten zunehmend bedroht: immer neue Hotels und Restaurants werden in die Landschaft gebaut, abgelegene Gebiete werden mit Straßen und Wegen erschlossen, Besuchermassen verscheuchen Tiere und zertrampeln Pflanzen, es wird viel sauberes Trinkwasser benötigt und die Entsorgung von Müll und Abwasser ist auch nicht immer geklärt. Ganz zu schweigen von den Umweltbelastungen durch den Verkehr. Bei den großen Tourismusorten am Mittelmeer ist die Grenze schon jetzt für jeden sichtbar. Die Touristen bleiben weg, weil das Meer dreckig ist, Lärm und Abgase die Erholung stören, das Wasser un-genießbar ist und von der einst schönen Landschaft nur noch ein Panorama mit Bettenburgen übrig geblieben ist. Schöne Aussichten, wenn der Tourismus weiter so wächst!" (www.BfN.de/0323_tourismus.html am 28.02.2007)

 

So kann die Ausweitung der Infrastruktur oder das Errichten von Gebäuden und Versorgungseinrichtungen die unterschiedlichsten Folgen haben:

Folgen
  • Erosion,
  • Wasserverschmutzung,
  • Wasserknappheit,
  • Artensterben,
  • Luftverschmutzung,
  • Bodenversiegelung,
  • Zerstörung von Vegetation,
  • Störung von Flora und Fauna, 
  • Belastung durch touristischen Fahrzeugverkehr
  • saisonaler hoher Wasser-, Energie- und Bodenverbrauch und 
  • saisonale Entsorgungsproblematik (Abfall, Abwässer) 
Weitere Folgen
  • Aufgabe von Traditionen und Berufen,
  • Niedergang der Industrie,
  • Reduzierung der Landwirtschaft und
  • Nutzungskonflikte von Einheimischen, Naturschutz, Tourismus, Aquakultur, Seetransport, Pipelines und Offshore-Nutzungen wie Windparks etc. 
  • Negative wirtschaftliche und soziale Folgen

  • Abwanderung der jüngeren Bevölkerung und damit Veralterung der Gesellschaft,
  • Verdrängung,
  • Arbeitslosigkeit und daraus resultierende
  • geringe Finanzkraft im öffentlichen und privaten Sektor
  • FazitFür die genannten Probleme und Auswirkungen für die Küstenregionen werden nachhaltige Tourismuskonzepte benötigt, von denen einige in Kapitel 2.2 und 2.3 vorgestellt werden.