Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

4.3. 

Fischerei

Der Fischfang erfolgt im Odermündungsgebiet im Stettiner Haff (auch Oder Haff genannt) sowie im unteren Teil der Oder unterhalb der Stadt Schwedt. „Der Ertrag des gesamten Haffs liegt bei ca. 3000 t im Jahr“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46). Traditionell wird im Oder Haff mit Reusen und Stellnetzen gefischt (vgl. das Bild rechts).

In den letzten Jahren stellten der Flussbarsch, die Brasse und die Plötze 90 % der Fischereierträge im Kleinen Haff dar - Zander, Hecht und Aal wurden verhältnismäßig wenig gefangen. „Die Jahresfangmenge im Kleinen Haff beträgt etwa 486 t bei 18 Fischarten. Für das Kleine Haff (27.700 ha) ergibt sich daraus ein Ertrag von 17,6 kg/ ha/ a“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46).
Im Großen Haff gehen ungefähr 96 % der Fischereierträge auf den Fang von Zander, Flussbarsch, Plötze, Brasse und Aal zurück. Die Jahresfangmenge im Großen Haff beträgt etwa 43- 71,2 kg/ ha/ a.
Der Hering stellt eine Besonderheit im Fischfang im Großen Haff dar. „Er gelangt im Frühjahr durch die Swina in das Haff, um dort zu laichen. (…) [Daher variieren die Fangergebnisse] je nach Einstromereignis der Pommerschen Bucht zwischen 0- 160 t“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46).

Im unteren Flussverlauf der Oder werden vor allem Plötze, Güster, Brasse, Zander und Hecht gefischt. „1996 lag der Ertrag der unteren Oder bei insgesamt ca. 100 t/ Jahr“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 29).

Zu den fett geschriebenen Fischen finden Sie rechts und unten Bilder mit weiteren Informationen.


Tabelle 7:
Fischfang im Kleinen Haff, Großen Haff und in der unteren Oder
Quelle: Zusammenstellung nach LÖSER & SEKSCINSKA, 2005

Kleines Haff
Flussbarsch (Perca fluviatilis) 31,1 %
Brassen (Abramis brama) 30,9 %
Plötze (Rutilus rutilus) 27,3 %


Großes Haff
Flussbarsch (Perca fluviatilis) 1.294,1 t
Brassen (Abramis brama) 763,6 t
Plötze (Rutilus rutilus) 958,4 t

 

„In der Odermündungsregion sind verschiedene Fischschonbezirke ausgewiesen, Jahresschonbezirke sind Teile der Peenemündung und der Usedomer Kehle. In diesen Gebieten ist jeglicher Fischfang verboten. Des Weiteren sind Laichschonbezirke ausgewiesen, in denen der Fischfang während der Laichzeit der Fische (1. April- 31. Mai) verboten ist (Peenestrom, Achterwasser, Haff) (…). Über Schongebiete im polnischen Teil ist nichts bekannt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 47).

Am Fluss Oder finden sich fast am gesamten Lauf Angler. „Die Zahl der entlang der gesamten polnischen Oder ausgegebenen Angelkarten wird auf ca. 150.000 geschätzt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 29).

 

  Zum Lesen

In dem IKZM-Oder Bericht Nr. 10 "Fischerei und Meeresnaturschutz im Bereich der Odermündung" des Forschungsprojektes "Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)" finden Sie weitere Informationen. Der Bericht steht Ihnen rechts als PDF-Datei zur Verfügung.