Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

2.1. 

Klima

Auch klimatisch betrachtet gehört die Odermündungsregion zu einem Grenzgebiet: Insgesamt liegt der Raum der Odermündung zwar in der gemäßigten Klimazone (Cfb-Klima nach KÖPPEN), aber regional betrachtet ist das Klima des südlichen Ostseeküstenraumes durch einen großräumigen Wechsel gekennzeichnet. So geht das Klima in nord-südlicher Richtung vom Ostseeküsten-Klima ins Festland-Klima, in west-östlicher Richtung vom ozeanischen zum kontinentalen Klima über. Der Wechsel vom ozeanischen zum kontinentalen Klima äußert sich u. a. in einer kontinuierlichen Abnahme der Luftdruckgradienten, der Luftfeuchte, der Niederschläge und der Windgeschwindigkeit, sowie einer Zunahme der Sonnenscheindauer, der täglichen und jahreszeitlichen Temperaturamplituden sowie der Frostgefährdung (vgl. Tabelle 1 und 2).

Bioklimatisch weist die Region einige Besonderheiten wie z. B. eine vergleichsweise hohe Anzahl der Sonnenscheinstunden, einen hohen Reinheitsgehalt und einen hohen Salzgehalt der Luft auf.

 

Tabelle 1: Klimadaten von Greifswald, Sczcecin und Koszalin
Quelle: STEINGRUBE, SCHEIBE & FEILBACH, 2004, S. 10

GreifswaldSzczecinKoszalin
Mittlere Jahrestemperatur 8,1 °C8,8 °C8,0 °C
Jahresniederschlag565 mm530 mm717 mm
Sonnenstunden 173916441748



Tabelle 2: Klima des Stettiner Haffs
Quelle: LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 16

Klima des Stettiner Haffs
Ø Lufttemperatur (°C)
Ø Minimum
Ø Maximum
8,7
0,8
17,9¹
Ø Wassertemperatur (°C)
Maximum
11
26²
Eisbedeckung (d a-1)59³
Ø Niederschläge (mm a-1)550

1 Ueckermünder Wetterstation 1991-2000 (Deutscher Wetterdienst);
2 Daten der Periode 1989-2000 des LUNG;
3 Girjatowicz (2001) unpubliziert, Periode 1950/ 51-1989/ 90, Station Karnin

 

"Der Klimaeinfluss der Ostsee lässt sich in einem 10-30 km breiten küstenparallelen Streifen nachweisen. Hier wird das Klima durch den temperaturstabilisierenden Einfluss der Ostsee, eine höhere Luftfeuchtigkeit und eine stärkere Windexposition geprägt. Der nördliche Teil der Oderhaffregion gehört zum östlichen Küstenklimagebiet, das bereits stärker kontinental geprägt ist als die westliche Küstenklimazone (westlich der Linie Sassnitz-Bergen-Stralsund-Kummerower/Malchiner Becken) und dementsprechend größere Temperaturamplituden, eine höhere Sonnenscheindauer und längere Frostperioden sowie geringere Niederschläge aufweist. Der südliche Teil der Oderhaffregion (südlich der Linie Ueckermünde-Przybiernow) ist kaum mehr durch das Ostseeklima beeinflusst, sondern noch stärker kontinental geprägt. Kennzeichnend sind u.a. eine nochmals größere Temperaturamplitude, eine geringere Niederschlagsrate, eine längere Frostperiode und eine höhere Anzahl an Frosttagen. Der fehlende temperaturdämpfende Einfluss der Ostsee schlägt sich in höheren durchschnittlichen Sommertemperaturen und niedrigeren durchschnittlichen Wintertemperaturen nieder. So ergibt eine mehrjährige Messreihe (1981-1990) der Temperaturen eine Jahresmitteltemperatur von 8,4°C für die Insel Usedom und von 8,7°C für die Stadt Szczecin. Die Höchsttemperaturen betragen für Usedom 32,1°C und für Szczecin 33,5°C, die Tiefsttemperaturen für Usedom -12,1°C und für Szczecin -13,9°C" (FEILBACH, 2004, S. 23).

 

Auf der Homepage des Forschungszentrum Karlsruhe finden Sie weitere Information zum Klima in der Odermündungsregion wie z. B. Niederschlagskarten.