Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

2.2. 

Geologie und Entstehungsgeschichte

Der Odermündungsraum ist aus geologischer Sicht vergleichsweise jung und zeichnet sich durch eine hohe Entwicklungsdynamik aus: Das heutige Mündungsgebiet der Oder wurde im Wesentlichen im Zuge der Weichselvereisung vor 13.000 Jahren gebildet. Das Relief der Odermündungsregion wurde dabei von der Inlandeisbedeckung und den anschließenden Abschmelzvorgängen geprägt.

 

Zunächst schob sich der Odergletscher während der letzten Vereisung in Richtung Süden vor und formte dabei das heutige Mündungsgebiet der Oder aus. Dabei staute er einen riesigen See (den Haffstausee) an, aus dem das Stettiner Haff hervorgegangen ist. „Durch nach Nordwesten abfließendes Wasser bezüglich der Eisschmelze entstanden die Rinnen heutiger Flusstalmoore wie z. B. von Peene und Uecker. Die Endmoränenzüge auf Usedom und Wolin sowie westlich des Peenestroms und bei Szczecin wurden durch kleinere Eisvorstöße gebildet“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 14). Das Überflutungsregime der drei Flüsse Peenestrom, Swine und Dzwina, mitgeführte Sedimente und die Kraft der Ostsee formten nach der Eiszeit die heutige Küstengestalt aus.

 

Die Außenküste der Odermündungsregion (auch als Vorpommersche Haffküste bezeichnet) ist weitgehend eine Ausgleichs- und Anlandungsküste. Auf der Insel Usedom wechseln sich die breiten Sandstrände der Nehrungen mit aktiv bewaldeten Steilküstenabschnitten der Inselkerne ab. An der Außenküste Wolins findet sich durchweg Steilküste wieder (Wolin hat ein bis zu 95 m hohes und teilweise aktives Kliff), der überall Sandstrände vorgelagert sind (vgl. REINICKE, 2003).

 

Einst hatte das Stettiner Haff freien Zugang zur Pommerschen Bucht. Heute riegelt die Swine-Niederung - eine rund 15 km breite Öffnung zwischen Usedom und Wolin - das Stettiner Haff von der Ostsee ab, so dass das Stettiner Haff nur noch über die Mündungsarme Peenestrom, Swine und Dievenow Zugang zur Pommerschen Bucht hat.

 

„Östlich und westlich des Haffs sind Niedermoorbereiche prägend. Südlich des kleinen Haffs geht die Landschaft in die von Binnendünen und Beckensanden überzogene Grundmoränenlandschaft der Ueckermünder Heide über. Südlich des Großen Haffs, in dessen Uferzonen ausgedehnte Niedermoorbereiche vorherrschen, erstreckt sich bis Szczecin die Szczeciner Tieflandebene“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 14).