Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

2.3. 

Naturraum

In der Odermündungsregion existieren vielfältige Lebensräume, die einen nahezu ungestörten einzigartigen Lebensraum für Fauna und Flora darstellen. Diese Lebensräume sind für den Arten-, Biotop- und Habitatschutz von herausragender Bedeutung und wurden teilweise unter Schutz gestellt. Nieder- und Hochmoore, Heidelandschaften, Binnendünen, waldfreie Talhänge, Oszüge, steinreiche Kuppen, Feuchtwiesen, Salzgraslandschaften, eutrophe wasservogelreiche Flachwasserseen und großflächige Waldgebiete sind nur einige Beispiele. So zählen beispielsweise „die Feuchtwiesen an den Unterläufen der großen Flusstalmoorkomplexe (Peene, Uecker) zu den artenreichsten Lebensräumen, ebenso spielen die Küstenüberflutungsmoore und Salzgraslandschaften eine entscheidende Rolle als Rückzugsraum zahlreicher speziell angepasster Arten, bspw. von Wasser- und Watvögeln. Selbst die trockenen Standorte sind wichtige Lebensräume für eine artenreiche, hochspezialisierte, Wärme liebende und mit wenig Feuchtigkeit auskommende Pflanzen- und Tierwelt (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 15-16).

Die räumliche Nähe der Oder, des Stettiner Haffs und der offenen Ostsee zueinander führt zu einer Überschneidung des marinen Systems mit dem limnischen System. „Die Organismen des Haffs setzen sich demnach aus Ostseeformen und limnischen Einwanderern aus der Oder und anderen Süßwasserzuflüssen zusammen. Der niedrige Salzgehalt verschiebt das Spektrum auf die Seite der Süßwasserarten. Es können sich jedoch nur Arten dauerhaft etablieren, die die gesamte Spanne der Salinität von nahe 0 ‰ bis zu 6 ‰ tolerieren. Die große Schwankungsbreite führt dazu, dass das Oderhaff als Küstengewässer deutlich weniger Arten beherbergt als die angrenzende Oder“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 19).

 

  Zum Lesen

Flora
In der Odermündung finden sich in den Mooren u. a. Pfeifengras, Kohldistelwiesen und besondere Feuchtwiesenarten (Orchideen) (vgl. das Bild rechts). Kiefernforste, Heide- und Trockenrasenvegetationen und typische Salzwiesenarten ergänzen das Angebot.

Fauna
Im Raum der Odermündung brüten und rasten Vögel wie beispielsweise Alpenstrandläufer (Calidris alpina), Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola), Lachmöwen (Larus ridibundus), Flussseeschwalben (Sterna hirundo), Nordische Gänse, Enten (Anatinae), Schwäne (Cygnini) und Kormorane (Phalacrocoracidae). „Neben den vorpommerschen Boddengewässern ist das Oderästuar das bedeutendste Überwinterungsgebiet für Wasservögel im gesamten Ostseeraum“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 19).


(Zu den fett geschriebenen Namen finden Sie rechts und unten Bilder mit weiteren Informationen.)

 

  Zum Lesen

Neben den unterschiedlichen Vogelarten kommen im Odermündungsraum aber auch einmalig vorkommende Laufkäfer und Schmetterlinge, sowie Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber) und einige Fledermausarten vor. Für den Schweinswal ist die Pommersche Bucht ein wichtiger Lebensraum. Darüber hinaus sind die Gewässer der Odermündung ein wichtiger Lebens- und Laichraum für verschiedene (wirtschaftlich unterschiedlich wichtige) Fischarten. Eine genaue Auflistung können Sie der Tabelle im PDF-Dokument (Fensterlink rechts zum Lesen) entnehmen.

 

  WWW-Link

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) informiert auf der Homepage "Flora Web" über den Bestand, die Gefährdung und den Schutz der Pflanzengesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland.