Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

4.3. 

Industrie und Energiewirtschaft

Zellulosefabrik von Kemijärvi

Die Industrie in der Kemijoki Region spielt sicherlich auch eine große Rolle; da die Fläche Finnlands zu etwa 70% aus Wald besteht, ist die Forstwirtschaft in fast allen Teilen des Landes von hoher Bedeutung. Aber auch die Energiegewinnung -überwiegend durch Wasserkraftwerke- ist ein wichtiger Industriezweig. Darüber hinaus spielt der Seeverkehr beim Kemijoki und im Bottnischem Meerbusen eine wichtige Rolle.

In einigen Teilen sind auch Chemiefarbriken, Technologie-Zentren sowie Textilhersteller von enormer industrieller Größe, so daß sie für Finnlands Wirtschaft eine hohe Bedeutung haben. Neben den genannten Industriebereichen gibt es natürlich noch weitere kleine Sektoren, die die Wirtschaft in der Region Lappland (und den restlichen Teilen Finnlands) antreiben.

Die Forstindustrie:

Die Forstindustrie ist in Finnland ein bedeutender Industriezweig. Forstwirtschaft und Industrie kommen für rund 8% des Bruttoinlandproduktes auf. Am Export des Landes hat die Forstindustrie einen Anteil von etwa 30%. Finnland ist am stärksten vom Wald abhängige Volkswirtschaft der Welt. Über die Hälfte ihrer Exporteinnahmen erwirtschaftet die Forstindustrie mit hochklassigem Druck- und Schreibpapieren, während auf Schnittholz und Karton ca. 15% des Exports entfallen. Die häufigsten und zugleich wirtschaftlich am bedeutensden Baumarten sind Kiefer, Fichte sowie Weiß- und Moorbirke.

Im Einzugsgebiet des Kemijokis findet sich eine Reihe kleine und große Unternehmen der Forstwirtschaft wie beispielsweise Betriebe von Stora Enso; in Kemijärvi gibt es hiervon eine Zellstoffabrik, wobei die Produktion von Zellstoff der Nadelhölzer hier bei 230.000 Tonnen pro Jahr liegt.

Energiewirtschaft:

In Finnland werden enorme Mengen Energie verbraucht. Die kalten Winter erfordern besonders hohe Heitzmengen, außerdem wird in der winterlichen Dunkelheit überall auch viel Licht benötigt. Ferner wird in Finnland eine Menge Energie für die Forstwirtschaft benötigt. Energiegewinnung erfolgt in dem Land überwiegend durch Wasserkraft (potentielle Energie), aber auch durch Windkraft (kinetische Energie) und Kohle- und Ölverbrennung (chemische Energie).  

Am Kemijoki wird sehr viel Energie durch Wasserkraftwerke gewonnen. Das sogenannte Unternehmen "Kemijoki Oy" ist Finnlands größter Wasserkraft Erzeuger. Es ist in Besitz von 20 Wasserkraftanlagen, von denen sich alleine schon 16 im Kemijoki befinden. Zwei sind im Lieksanjoki und zwei weitere im Kymijoki in Südfinnland. Kemijoki Oy wurde 1954 gegründet und hat zu dem Zeitpunkt ausschließlich Kraftwerke im Kemijoki und den nahegelegenen anderen Gewässern gebaut. Nach dem Krieg hatte Finnland 30% seiner Wasserkraftwerke verloren, so daß ein hoher Energiebedaft bestand. Heute arbeiten ca. 400 Personen für Kemijoki Oy.
Derzeit hat Kemijoki Oy ein Projekt zu einer neuen Wasserkraftanlage in der Kemijoki Region am laufen. Das Projekt nennt sich Sierilä Power Plant, wobei die Wasserkraftanlage ca. 20km östlich von Rovaniemi gebaut werden soll. Diese Anlage soll die Energieproduktion von Kemijoki Oy um jährlich ca. 120 GWh erhöhen, welche einen jährlichen Energiebedaft von ca. 5.000 Familien deckt.