{"id":867,"date":"2022-10-06T06:24:25","date_gmt":"2022-10-06T04:24:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/wasserstoff-und-sdgs\/?page_id=867"},"modified":"2024-06-04T06:09:41","modified_gmt":"2024-06-04T04:09:41","slug":"diskussion-und-ausblick","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/diskussion-und-ausblick\/","title":{"rendered":"Diskussion und Ausblick"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Gr\u00fcner Wasserstoff kann neben der ersten und zweiten S\u00e4ule der Energiewende \u2013 Reduzierung des Energiebedarfs und Steigerung der Energieeffizienz \u2013 als drittes Standbein einen wichtigen Beitrag zum Einhalten des 2\u00b0\u00a0C-Zieles leisten. Damit Gr\u00fcner Wasserstoff anderen Ziele der Weltgemeinschaft nicht entgegenwirkt, braucht es mess- und \u00fcberpr\u00fcfbare <strong>Nachhaltigkeitskriterien<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn der Nationalen Wasserstoffstrategie wird die Bedeutung von Nachhaltigkeitsstandards betont. Wie solche Standards ausgestaltet sein k\u00f6nnten, bleibt [aber] offen.\u201c (RNE, 2020, S.&nbsp;10) Zudem gibt es bislang \u201ekeine international verbindlichen Umwelt- und Menschenrechts-Kriterien f\u00fcr Wasserstoff und seine Folgeprodukte.\u201c (HEINRICH-B\u00d6LL-STIFTUNG, 2021, S.&nbsp;28)<\/p>\n\n\n\n<p>Ehrgeizige und klar formulierte Nachhaltigkeitskriterien m\u00fcssen sich auf die <strong>gesamte Wertsch\u00f6pfungskette<\/strong> von Gr\u00fcnem Wasserstoff beziehen, d.\u00a0h. Erzeugung, Transport, Speicherung, Nutzung, Sicherheit, Wartung und R\u00fcckbau. Fr\u00fchzeitig eingef\u00fchrt k\u00f6nnen sie<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Risiken minimieren<\/strong> (u.&nbsp;a. in Bezug auf CO<sub>2<\/sub>-Emmission, Fl\u00e4che, Rohstoffe, Wasser),<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Chancen erh\u00f6hen<\/strong> (u.&nbsp;a. in Bezug auf Energie- und Trinkwasserversorgung, Wertsch\u00f6pfung, Arbeitspl\u00e4tze, Partnerschaften),<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Planungssicherheit<\/strong> f\u00fcr Unternehmen und Investoren <strong>generieren<\/strong>,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Akzeptanz <\/strong>der Gesellschaft <strong>bef\u00f6rdern<\/strong>,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Investitions- und Standortsicherheit<\/strong> f\u00fcr Unternehmen <strong>schaffen<\/strong>,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Klarheit<\/strong> in energiepolitische Diskussion <strong>bringen<\/strong> und<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Produktionsqualit\u00e4t sicherstellen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dabei m\u00fcssen neben den mit Gr\u00fcnem Wasserstoff einhergehenden Wertsch\u00f6pfungspotenzialen und Klimaschutzaspekten Auswirkungen auf die Umwelt sowie soziale Belange ber\u00fccksichtigt werden. Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen, 169 Unterzielen und 231 Indikatoren bietet einen <strong>internationalen Referenzrahmen<\/strong>, der aufzeigt, mit welchen vielschichtigen Herausforderungen die Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, appelliert die Agenda 2030 an die <strong>Verantwortung der Industrienationen <\/strong>die Auswirkungen ihrer Politik und Wirtschaft nicht allein im nationalen Ma\u00dfstab zu betrachten, sondern gleicherma\u00dfen ihre globale Wirkungsdimension zu ber\u00fccksichtigen und entsprechend zu agieren. Bezogen auf gr\u00fcnen Wasserstoff bedeutet dies, dass der Blick nicht allein auf nationalen Chancen wie Bruttowertsch\u00f6pfung oder Dekarbonisierung der Industrie liegen darf, sondern auch die globalen Risiken mit betrachtet werden m\u00fcssen. Dies betrifft sowohl inl\u00e4ndisch produzierten gr\u00fcnen Wasserstoff (z.&nbsp;B. Aspekt Rohstoffeinsatz) als auch den Import (z.&nbsp;B. Aspekt Menschenrechte).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"1500\" data-id=\"1100\" src=\"https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-07.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1100\" srcset=\"https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-07.png 1500w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-07-600x600.png 600w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-07-1200x1200.png 1200w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-07-768x768.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"1500\" data-id=\"1101\" src=\"https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-13.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1101\" srcset=\"https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-13.png 1500w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-13-600x600.png 600w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-13-1200x1200.png 1200w, https:\/\/www.ikzm-d.de\/meer-gruene-zukunft\/wp-content\/uploads\/sites\/58\/2022\/10\/SDG_Icons_Inverted_Transparent_WEB-13-768x768.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Wenngleich Gr\u00fcner Wasserstoff einen unmittelbaren Beitrag zu SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz) leistet, so werden entlang der Wertsch\u00f6pfungskette weitere SDGs ber\u00fchrt (z.\u00a0B. SDG 6 Sauberes Wasser und Sanit\u00e4reinrichtungen). Unter diesem Gesichtspunkt und mit Blick auf die zu erwartenden hohen Importmengen auf der einen Seite und Exportpotenzial in Bezug auf Technologie und Know-how auf der anderen Seite m\u00fcssen Nachhaltigkeitskriterien sowohl f\u00fcr die <strong>nationale<\/strong> als auch <strong>globale Wasserstoffwirtschaft<\/strong> erarbeitet werden. Insbesondere bei Produktion au\u00dferhalb Europas werden SDGs ber\u00fchrt, die schwerpunktm\u00e4\u00dfig die soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung adressieren (z.\u00a0B. SDG 8 Menschenw\u00fcrdige Arbeit und Wirtschaftswachstum).<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland und die EU m\u00fcssen bei der Entwicklung, Verbreitung und konsequenten Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien in Europa und weltweit eine <strong>Vorreiterrolle<\/strong> einnehmen. \u201eDer Nachhaltigkeitsrat empfiehlt der Bundesregierung, sich bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsstandards international st\u00e4rker zu engagieren und dabei die Expertise aus dem Kontext der erneuerbaren Energien einzubringen. Er bietet an, bei der Entwicklung einer erfolgversprechenden Systematik mitzuwirken, die Nachhaltigkeitsziele der Wasserstofftechnologie und -wirtschaft ebenso in den Blick nimmt wie den Markthochlauf.\u201c (RNE, 2020, S.&nbsp;11; vgl. auch SRU, 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>Um ein zeit- und kostenintensives Nachsteuern zu vermeiden, sollten Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff m\u00f6glichst <strong>fr\u00fchzeitig<\/strong> auf den Weg gebracht werden. Ist dies nicht m\u00f6glich, empfiehlt der Rat f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (RNE) \u201estrenge und transparente Nachhaltigkeitsanforderungen und Rahmenbedingungen f\u00fcr die \u00dcbergangszeiten zu formulieren.\u201c (RNE, 2020, S.&nbsp;6) Diese m\u00fcssen einerseits f\u00fcr die heimische Produktion und andererseits f\u00fcr Importe festgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bezogen auf das Erzeugerland sollten z.&nbsp;B. folgende Nachhaltigkeitsdimensionen adressiert werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Erreichen der Klimaschutzziele,<\/li>\n\n\n\n<li>Deckung der Wasserstoffnachfrage,<\/li>\n\n\n\n<li>beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien,<\/li>\n\n\n\n<li>verbesserter Energiezugang,<\/li>\n\n\n\n<li>Beeintr\u00e4chtigung von \u00d6kosystemen (z.&nbsp;B. CO<sub>2<\/sub>, Fl\u00e4che, Rohstoffe, Wasser, Flora &amp; Fauna),<\/li>\n\n\n\n<li>lokale Wertsch\u00f6pfung,<\/li>\n\n\n\n<li>Arbeitspl\u00e4tze,<\/li>\n\n\n\n<li>Landnutzungskonflikte,<\/li>\n\n\n\n<li>Menschenrechte und<\/li>\n\n\n\n<li>Verschuldung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Die SDGs bieten dabei Orientierungshilfe, ersetzen aber nicht nationale oder europ\u00e4ische Gesetzgebungen, Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen und Richtlinien in L\u00e4ndern mit hohen Standards. Vielmehr k\u00f6nnen sie diese auf einer \u00fcbergeordneten Ebene erg\u00e4nzen, indem sie Generationengerechtigkeit, soziale und wirtschaftliche Teilhabe, Bewahrung der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen sowie internationale Verantwortung zum Leitbild einer gr\u00fcnen Wasserstoffwirtschaft machen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcner Wasserstoff kann neben der ersten und zweiten S\u00e4ule der Energiewende \u2013 Reduzierung des Energiebedarfs und Steigerung der Energieeffizienz \u2013 als drittes Standbein einen wichtigen Beitrag zum Einhalten des 2\u00b0\u00a0C-Zieles leisten. 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