Disclaimer:
Der "Küstenatlas Ostsee" umfasst unabhängige regionale Module zu einzelnen Küstenzonen. Die einzelnen Module sind zum Selbststudium gedacht und richten sich an Fachleute, Studenten aber auch Touristen, die einen kurzen Überblick über die verschiedenen Küstenzonen der Ostsee erhalten möchten. Der Küstenatlas wurde von Studenten im Rahmen des Geographiestudiums an der Universität Kiel erarbeitet.

Gotland

Autorin

Natascha Prinz

April 2005

Das Wappen von Gotland
Die schwedische Insel Gotland liegt zwischen 57° und 58° nördlicher Breite sowie zwischen 18° und 19° östlicher Länge.
Einschließlich der kleineren Nachbarinseln Fårö, Gotska Sandön und den zwei Karlsinseln hat Gotland eine Gesamtfläche von 3140 km².
Die maximale Breite der Insel beträgt 50 km, die maximale Länge 140 km.
Damit ist Gotland die größte Insel der Ostsee.

Mit ihrer reichen Kulturlandschaft und einer im Ostseeraum einzigartigen Landschaft ist die Insel Gotland ein beliebtes Urlaubsziel. Aufgrund der geologischen, klimatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Unterscheidungsmerkmale wird deutlich, dass Gotland schon immer eine Sonderrolle innerhalb Schwedens innehatte.

 

1. 

Kenndaten zur Region

Die Insel Gotland liegt sehr zentral in der Ostsee. Bis zum schwedischen Festland sind es 90 km, bis zur baltischen Küste sind es 130 km. Sowohl nach Hamburg als auch nach St. Petersburg beträgt die Entfernung ca. 550 km.

Gotland ist sowohl Provinz, Regierungsbezirk als auch Gemeinde.
Gemeinsam mit den Nachbarinseln Fårö, Karlsö und Gotska Sandön bildet Gotland einen Verwaltungsbezirk. Inselhauptstadt ist Visby.

Auf Gotland leben insgesamt 58 000 Einwohner, davon 22 000 in der Inselhauptstadt Visby.
Die Bevölkerungsdichte auf Gotland beträgt 18,5 E/qkm.

Blick über Visby
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Visby zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Skandinaviens.

Die Stadt wird geprägt durch die 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer, der einzigen Skandinaviens. Das Stadtbild prägen außerdem die zahlreichen kleinen Fachwerkhäuser, die mächtigen Häuser aus der Hansezeit, 13 Kirchenruinen und Speicher aus dem 13. und 14. Jh. und die Marienkirche.

Ichonographica Delineatio pervetustae Anseanticae Urbis Wisbyae in Gothlandia, qvalem se hodie visentibus exhibet = Urbs Wisbya et Arx Wisbvrgum, prout se hodie visen das precebent, Suecia antiqua et hodierna, 1707.

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Bereits 1810 hatte man den Wert dieser mittelalterlichen Stadt erkannt und praktisch die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz gestellt. Die neuen Stadtteile wurden seitdem mit einem gewissen Abstand zur Wehrmauer errichtet. Seit 1995 ist die Altstadt außerdem in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen- als erste schwedische Stadt überhaupt.

Heute lockt Visby durch sein mittelalterliches Ambiente und seine zahlreichen kulturellen Veranstaltungen jährlich tausende in- und ausländische Besucher an, besonders natürlich in der Sommersaison.

Hinzu kommt, dass sich außerhalb der Altstadt eine Vielzahl von Betrieben im Dienstleistungssektor und produzierenden Gewerbe sowie eine neue Hochschule und Hightech- Betriebe angesiedelt haben.

Alles in allem zeigt dies, dass die Bedeutung Visbys im Ostseeraum seit einigen Jahren wieder zunimmt. Insgesamt lassen sich die Zukunftsaussichten der Stadt also als durchaus positiv bezeichnen.

 

2. 

Natur und Landschaft

Küste bei Katthammarsvik
Inhaltsverzeichnis:
2. Natur und Landschaft
2.1. Klima
2.2. Geologie
2.3. Naturraum
2.4. Gewässer
 

2.1. 

Klima

Gotland ist die sonnenreichste und niederschlagärmste Region Schwedens und trägt daher zu Recht den Beinamen „Schwedische Sonneninsel“.

Charakteristisch für das Klima dieser Insel sind stabile Schönwetterlagen im Sommer, der Wind im Frühjahr und im Herbst sowie ein Jahresdurchschnittsniederschlag von 522 mm.
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 7,1 °C.

Der Frühling dauert ca. 73 Tage. Die Temperaturen liegen zwischen 0 und 10 °C.

Der Sommer auf Gotland zeichnet sich durch eine mittlere Tagestemperatur von über 10 °C aus und beginnt Anfang Juni. Er dauert insgesamt ca. 127 Tage. Im Juni werden tägliche Durchschnittstemperaturen von 18,2 °C, im Juli von 20,4 °C und im August von 20,0 °C erreicht. Die Sonnenscheindauer während dieser drei Monate beträgt 590 Stunden, der Niederschlag 2mm. Die Höchsttemperaturen im Sommer liegen bei 23-24 °C. Die Wassertemperatur im August beträgt 20 °C.

Ursache für diese stabilen Schönwetterlagen im Sommer ist meist der Durchzug des kontinentalen Sommerhochs vom Schwarzen Meer bis nach Nordfinnland. Dort wird es dann von den kühleren Luftmassen über dem Nördlichen Eismeer nach Südwesten abgelenkt und strömt dann mit verminderter Wärmeenergie über des Bottnische Meer und die Ostküste Schwedens nach Süden.
Ausserdem kommen die regenschweren Wolken in der Regel von Westen, so dass sie sich schon über dem schwedischen Festland abregnen bevor sie Gotland erreichen.
Insgesamt erinnert der gotländische Sommer an das mediterrane Klima.

Im Herbst liegen die Temperaturen zwischen 0 und 10 °C. Diese Zeit des Jahres (89 Tage) ist zudem von zum Teil starken Stürmen geprägt. Im Spätsommer gibt es aber oft noch schöne und warme Tage.

Im Winter (76 Tage) liegt die mittlere Tagestemperatur unter 0°C. Aber im Vergleich zum Skandinavischen Festland ist der Winter hier ausgesprochen mild. Schnee ist selten, meist regnet es.

 

2.2. 

Geologie

Rauk an der Küste von Langhammars

Gotland unterscheidet sich vom restlichen Skandinavien durch seinen Untergrund, der nicht aus Granit und Gneis sondern aus Kalk- und Sandstein besteht.

Diese Sedimentschichten entstanden im Erdzeitalter Silur, d.h. vor rund 400 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit war das Klima sehr viel milder als heute. Im tropisch warmen Silurmeer gab es eine artenreiche Fauna mit u. a. Korallen, Weichtieren, Stachelhäutern und Armfüßlern. Als diese Kleinstlebewesen abstarben, sanken sie auf den Meeresgrund, wo sie zusammen mit Schlamm, Sand, Salz und Algen zu einer Sedimentschicht von mehren hundert Metern Dicke zusammengepresst wurden.

Viele dieser Organismen sind noch heute als Versteinerungen im gotländischen Kalkstein (raukar) zu finden.

Wegen dieser zahlreichen guten Fossilienfunde wurde für das Silur auch der Begriff Gotlandium geprägt.
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Eine weitere geologische Attraktion der Insel sind die Tropfsteinhöhlen Lummelundagrottan. Hierbei handelt es sich um ein 10 km langes Höhlensystem mit Stalaktiten und Stalagmiten, die durch das Wasser eines unterirdischen Baches gebildet werden, der einen flachen See bei Martebo entwässert.

Auch die Entstehung dieser Grotte steht in Zusammenhang mit dem tropischen Warmmeer. Damals ist die Entstehung eines mehrere hundert Meter hohen Korallenriffs unterbrochen worden. Vor Hunderttausenden von Jahren haben Regen- und Schmelzwasser dann angefangen, durch Spalten in das Kalksteinmassiv einzudringen. Die Kohlensäure aus dem Niederschlagswasser löste das Calciumcarbonat im Gestein auf. Die Spalten wurden vergrößert, Grotten wurden ausgespült, die Erdoberfläche sackte nach und formte Dolinen. Im Inneren des Massivs entstand so ein Labyrinth aus Gängen und Seen.

 

2.3. 

Naturraum

Der im Vergleich zum übrigen Skandinavien andersartige Untergrund formt auch die gotländische Landschaft. Gotland ist mit einer maximalen Höhe von 82 m. ü. d. M. eher flach. Die Spuren der jüngsten Eiszeit auf Gotland sind Moore, Seen, Moränenzüge, Sander und Findlinge. Der Boden ist hier fruchtbarer als auf dem Festland und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Da die Humusschicht auf dem Kalk- und Sandstein nur sehr dünn ist, ist das Wachstum der Bäume eingeschränkt. Eine typische Besonderheit der gotländischen Landschaft sind Alvarmark und Hällmark. Die Alvarmark ist eine Gras-Kräutersteppe. Hällmark sind fast vegetationslose Kalksteinplateaus, die von Gletschern glatt geschliffen wurden. Nur in kleinen Spalten und Klüften wachsen Blumen, Kräuter und Wacholderbüsche. Sowohl die Alvarmark als auch die Hällmark sind semiarid, also Halbwüsten.

Eine weitere typische gotländische Landschaftsform sind die Laubgehölzwiesen (Löväng). Sie bestehen aus einer gezielten und kontrollierten Auswahl und Anzahl von Stäuchern, Büschen und Bäumen inmitten einer artenreichen Kräuterwiese. Diese durch den Menschen angelegten Areale waren seit der Eisenzeit Lieferant für Brennholz, Viehfutter, Heu, Haselnüsse und Wildäpfel. Die hohen Baumarten (Linden, Eschen, Ulmen) wurden so gepflanzt, dass sie den kleineren Pflanzen im Sommer Licht und Schatten boten und keine Pflanzen verdorrten. Das Vieh, dass auf diesen Wiesen weidete, erhielt so ein sehr nährstoffreiches Futter.

Insgesamt bedeckt Wald die Hälfte der Insel. Früher war er gekennzeichnet durch Laubbäume, heute sind Tannen und Kiefern vorherrschend.

An einigen Stellen gedeihen auf Gotland wegen des milden Klimas sogar mittel- und südeuropäische Nutzbäume wie Kastanie, Walnuß, Maulbeere, Pfirsisch, Aprikose, Mandeln und Weintrauben.

Zudem sorgen 40 seltene Orchideenarten und andere Pflanzen wie z.B. der Mohn, Rosen und Efeu in den trockenen Sommermonaten für ein buntes Farbbild.

Ein wichtiger Naturraum Gotlands sind zudem die Küsten. Gotland hat eine Küstenlänge von insgesamt 600 km. Die verschieden Stadien der Ostsee sind noch heute an den Uferlinien in Form von Strandwellen zu sehen. Die gesamte Insel fällt zum Meer hin terrassenförmig ab.

Eine Besonderheit bilden die bizarren 5-6 m hohen Kalksteinsäulen (raukar), die durch die Meereserosion aus dem harten gotländischen Riffkalk herausgeformt worden sind. Diesen Rauk findet man auch im Binnenland und unter der Wasseroberfläche.

Eine weitere typische Küstenform ist die Steilküste (klint).

Zudem findet man auf Gotland zahlreiche Strände mit großen Kieseln und kilometerlange, feinsandige Strände.

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Aufgrund der isolierten Insellage unterscheidet sich die Tierwelt von der der übrigen Regionen Schwedens- Elche, Dachs, Marder, Otter, Feldmaus und Kreuzotter sind hier nicht beheimatet. Es gibt jedoch drei Tiere, die seit altersher eine große Bedeutung für die Menschen Gotlands haben.

Das ist zum einen das halbwilde Inselpferd Russ. Dies ist eine stämmige und robuste Ponyrasse, die früher auf der ganzen Insel anzutreffen war.

Typisch für die Insel sind auch die meist grau- oder schwarzwolligen Schafe, eine Rasse (Hånnlambi oder auch Åilambi genannt) bei der auch die Jung- und Muttertiere Hörner tragen. Diese gotländischen Schafe, die immer im Freien leben, sind auch auf dem gotländischen Wappen und der Fahne der Insel zu sehen.
Das Landschafts- und Symboltier der Insel ist jedoch der Igel. Ansonsten gibt es auf Gotland zahlreiche Insekten (u.a. Zecken, Bienen, Ameisen).

Eine besondere Stellung im Ostseeraum nimmt Gotland in Bezug auf die See-, Sing-und Zugvögel ein. Auf den Karlsinseln sind Kolonien der Tordalke und der Trottellummen beheimatet, in den Binnenseen und flachen Küstenarealen leben u.a. Adler und Kraniche.

 

2.4. 

Gewässer

Rauk Jungfru auf Gotland (bei Lickershamn). Der größte Rauk auf Gotland ist ca. 12m hoch und steht auf einem Plateau 20m über NN
Ein weiteres typisches gotländisches Landschaftsbild sind die kleinen, meist versumpften Seen (träsk).
Der Bästeträsk ist mit einer Fläche von 6,3 km² der größte See der Insel.
Der zweitgrößte See ist der Tingstäde träsk.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden viele dieser Seen trockengelegt, um neues Ackerland zu gewinnen.

Entwässert werden die Seen durch kleine Flüsse, der größte ist der Gothemån mit einer Länge von 55 km.
 

3. 

Geschichte und Kultur

Inhaltsverzeichnis:
3. Geschichte und Kultur
3.1. Geschichte
3.2. Kultur
Brakteat von Djupbrunns, Schweden, mit Runeninschrift
 

3.1. 

Geschichte

Nachdem die letzten Gletscher der Eiszeit um ca. 10 000 v. Chr. abgeschmolzen sind, erreichen die ersten steinzeitlichen Jäger, Sammler und Fischer um ca. 8000 v. Chr. mit ihren Booten die gotländischen Inseln und lassen sich dort nieder. Ab ca. 2000 v. Chr. werden Ackerbau und Viehzucht die wichtigste Existenzgrundlage für diese Inselbewohner. Außerdem beginnen einige Bauern, Handel mit dem Festland zu treiben.

Ab 1800 v. Chr. beginnt die Bronzezeit auf Gotland und durch ausgedehnten Seehandel bis hin nach Ägypten erlebt Gotland seine erste Blütezeit.

In der nachfolgenden Eisenzeit (500 v. Chr. –500 n. Chr.) setzt zunächst wegen einer Klimaverschlechterung eine Periode des Verfalls ein.

Wikinger , Drachenschiff, wie man es sich um 1900 vorstellte.

Nachdem sich das Land jedoch wieder erholt hat, wird Gotland zu Zeiten der Völkerwanderung zum Ziel feindlicher Stämme aus Schweden. Zudem entwickelt sich eine enge Verbindung zu den Goten, die vermutlich Namensgeber der Insel sind.

In der Wikingerzeit knüpft Gotland dann wieder an seinen Erfolg aus der Bronzezeit an. Gotland wird zu einem wichtigen Handelszentrum Europas. Durch Handelsfahrten bis nach Russland und Konstantinopel gelangen die Gotländer zu Wohlstand. Visby wird ein bedeutender Hafenort. Zu dieser Zeit ist Gotland eine freie Bauernrepublik, die nur lose Verbindungen mit dem schwedischen Festland unterhält.

 

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Ende des 10 Jh. wird Gotland durch ein Schutz- und Trutzbündnis mit den schwedischen Svea-Königen verbunden und steuerpflichtig. Es behält aber seinen autonomen Status mit eigenen Gesetzen bei. Langsam gewinnt das Christentum auf der Insel an Bedeutung.

Im 11. und 12 Jh. lassen sich dann die ersten deutschen Händler in Visby nieder, das so zur Keimzelle der Hanse wird. Durch die günstige Insellage und die zahlreichen guten Handelsbeziehungen im Ostseeraum gelangt Gotland erneut zu Reichtum.

Der Anführer der Vitalienbrüder: Klaus Störtebeker

Im 13. Und 14. Jh. wird Visby schließlich die Königin der Ostsee. Mit Lübeck und Riga wird ein Städtebündnis eingegangen. Zu dieser Zeit wird die erste Stadtmauer von Visby als Schutz vor der Landbevölkerung errichtet. 1288 eskaliert dann ein Bürgerkrieg zwischen der Stadt Visby und der Landbevölkerung um Handelsmärkte. Um 1350 gelangt die Pest nach Gotland, so dass die Handelstätigkeit insgesamt stark eingeschränkt wird. 1361 wird die mittelalterliche Blütezeit Gotlands durch einen Feldzug der Dänen unter Valdemar IV abrupt beendet. In der Zeit von 1394 bis 1398 wird Gotland zum Zentrum der Seeräuberei der Ostsee. Es ist das Werk mecklenburgischer Piraten, den Vitalienbrüder, die den schwedischen König gegen die Dänen unterstützen. Der Deutsche Orden vertreibt die Vitalienbrüder 1398 aus Gotland und es stellt sich eine erneute Phase des Aufschwungs ein.

1408 wird die Insel an die dänsiche Königin Margarete verkauft. Ihr Nachfolger, Erich von Pommern, errichtet dann von 1436 bis 1449 auf Gotland ein despotisches Regime. Finanzielle Grundlage der Herrschaft ist die Piraterie, aber auch Steuererhöhungen und Fronarbeiten der Bevölkerung. Bis 1645 bleibt Gotland in den Händen der Dänen, muss jedoch einige Angriffe seitens der Schweden abwehren.

Auch Lübeck startet eine Invasion, da die Piraterie die Geschäfte der Hanse stört. Sie zerstören zahlreiche Häuser und Kirchen in Visby und rauben wertvolle Kunstschätze. Nach der Reformation 1530 wird Gotland 1572 ein eigenes Bistum.

1645 wird Gotland dann unter Gustav II. Adolf von Dänemark befreit und in das schwedische Reich integriert. Durch den schwedischen Absolutismus wird Gotland in den folgenden Jahrzehnten zum Eigentum des jeweiligen Regenten. Die Inselgouverneure legen Straßen an und versuchen, die Landwirtschaft zu modernisieren. Bis zum Ende des 19. Jh. werden zudem, trotz weiterer kurzer Invasionen, wie z. B. durch die Russen im Jahr 1808, die Grundlagen für die wichtigste Industriezweige Gotlands gelegt.

Im 20 Jh. haben die Wirren des Ersten und des Zweiten Weltkrieges dann Auswirkungen bis nach Gotland. Vor den Küsten werden Schiffe versenkt und die Bevölkerung muss unter der Mangelwirtschaft leiden.

Schließlich macht der 1968 auf der Insel gedrehte Pippi- Langstrumpf- Film die Insel bei dem europäischen Publikum bekannt.

 

3.2. 

Kultur

Auf Gotland gibt es zahlreiche Denkmäler aus der Vorgeschichte und dem Mittelalter, so dass diese Insel als kunstreichste Provinz Skandinaviens gilt.

Vorgeschichtliche Denkmäler: Aus dem Mesolithikum (8000-3000 v. Chr.) und dem Neolithikum (3000-1800 v. Chr.) gibt es auf Gotland nur wenige Funde. Die meisten Schätze stammen aus der Bronzezeit (1800-500 v. Chr.), der Eisen- und Völkerwanderungszeit (500 v. Chr. -800 n. Chr.) sowie der Wikingerzeit (800- 1070 n. Chr.). Bedeutend sind zum Beispiel Steinhügelgräber und Schiffssetzungen, Felszeichnungen, Wohnanlagen und sogenannte Fliehburgen, die dem Schutz der Bevölkerung vor fremden Stämmen dienten. Die bekannteste gotländische Kulturleistung aus der Eisenzeit sind jedoch die Bildsteine.

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Das Mittelalter: Relikte aus dem Mittelalter finden sich hauptsächlich in Visby. In der von der Wehrmauer umringten Altstadt gibt es 200 erhaltene Häuser aus dem 12. bis 14. Jh.

Auf dem Land sind noch einige mittelalterliche Bauernhöfe erhalten. Eine besondere Erwähnung verdienen auch die fast 100 romanischen bzw. gotischen Landkirchen.

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Die Neuzeit: Die Zeit nach 1361 ist vorwiegend vom kulturellen Verfall geprägt. Kleine, ärmliche Behausungen spiegeln die schwierige Lebenssituation der damaligen Zeit wieder.

Nur wenige reiche Bauern konnten sich große Höfe mit Mühlen, Sägereien und Räucherkammern leisten. Heute zeugen noch einige prächtige Pfarrhöfe von der finanziell guten Situation der Pastoren im 17. bis 19. Jh.

Mit dem neuen Erwerbszweig der Kalkindustrie im 19. Jh. besserten sich die Zeiten dann wieder und einige Familien gelangten zu neuem Ansehen, was sich in der Errichtung von hübschen Holzvillen zeigt.

 Feiertage und Bräuche

Auch wenn sich die Gotländer selbst nur eingeschränkt als Schweden bezeichnen, so feiern sie doch genauso wie die Schweden auf dem Festland die Walpurgisnacht am 1. Mai, um vom Winter Abschied zu nehmen. Das wichtigste Fest ist jedoch Mittsommer, das an dem Wochenende gefeiert wird, das dem 24. Juni am nächsten liegt.

Ein weiteres wichtiges schwedisches Fest ist das Krebsessen im August. Am 13. Dezember wird mit dem Fest der Sankta Lucia die Weihnachtszeit eingeläutet.

Neben diesen typisch schwedischen Feiertagen haben die Gotländer auch ihre eigenen Festtage.

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Jährlich wird mit dem Öppet Gotland- Wochenende Anfang Mai die Touristensaison mit zahlreichen Inselmärkten eröffnet. Am ersten Wochenende im Juli findet dann auf einer großen Festwiese das Stangaspel statt, die sogenannten „Olympischen Spiele von Gotland“. Mehr als 2000 Teilnehmer messen dabei in ur-gutnischen Sportarten wie zum Beispiel beim Steinwurf und Baumstammwerfen ihre Kräfte. Ebenfalls im Juli findet auf Gotland der Bunge Navy Cup statt, eine bedeutende schwedische Pferdesportveranstaltung, die Springreiter aus dem gesamten Ostseeraum anlockt.

Seit 1990 zählt auch das Roma Sommarteater zu den kulturellen Höhepunkten der Insel. Die alte Roma- Kirchenruine bietet die eindrucksvolle Kulisse für Stücke von Shakespeare.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der gotländischen Kultur sind die zahlreichen Musikveranstaltungen, wie z.B. das Gotländische Kammermusikfestival im August.

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Den Höhepunkt des Jahres bildet jedoch die gotländische Mittelalterwoche Anfang August. Die Altstadt Visbys sorgt dabei für das passende Ambiente.
 

4. 

Wirtschaft und Tourismus

Inhaltsverzeichnis:
4. Wirtschaft und Tourismus
4.1. Tourismus
4.3. Fischerei
4.4. Industrie
4.5. Verkehr
In den letzten Jahrhunderten galt Gotland stets als rückständige Insel, als ein Bauernland ohne zukunftsweisende Erwerbszweige.
Dank neuer Informations- und Kommunikationstechnologien konnte sich die wirtschaftliche Situation auf Gotland in den letzten Jahren jedoch entscheidend verbessern. Der Standortnachteil der isolierten Lage Gotlands konnte zunehmend aufgehoben werden. Der schwedische und der internationale Markt können nun auch von Gotland aus bedient werden.

So hat Gotland, nur 30 Flugminuten von Stockholm entfernt, in den letzten Jahren einen stetigen Zustrom von Unternehmen verzeichnen können.
Heute sind hier alle Dienstleistungen vorhanden: EDV- und IT -Unternehmen, Marketing, Werbung, Druckereien und Transportunternehmen. Das größte Elektrounternehmen ist Ericsson Radio Systems.
Aber auch besonders die Anzahl kleiner und flexibler Unternehmen aus verschiedenen Branchen hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Insgesamt verteilte sich im Jahr 1997 der Anteil der Beschäftigten sich wie folgt: Öffentlicher Dienst: 40,2%, Private Dienstleistungen: 15%, Industrie: 14,6%, Handel und Banken: 9,1%, Landwirtschaft: 8,8%, Bauwesen: 6,7%, Transportwesen: 5,3%.

Die meisten Arbeitsplätze auf Gotland bietet also der Dienstleistungssektor, insgesamt rund 17 000. Der wichtigste Arbeitgeber ist mit ca. 7000 Arbeitsplätzen die Kommune, gefolgt von der Armee, der Post und der Polizei.

Trotz der Dominanz des Dienstleistungssektors bleiben die wichtigsten Exportartikel der Insel Lebensmittel und Holz.

Eine weitere wichtige Spitzenposition nimmt Gotland im Energiesektor ein.
Hier spezialisieren sich immer mehr Firmen auf die Entwicklung neuer, alternativer Energiesysteme, wie z. B. Fernwärme, Wärmerückgewinnung, geothermische Wärme, und die Nutzung von Biogas.
Die größte erneuerbare Energiequelle ist jedoch die Windkraft.
Die erste Windkraftanlage der Insel wurde bereits 1984 auf der Halbinsel Näsudden im Südwesten der Insel eingeweiht. Bis 1996 hat sich dort die größte Windfarm Europas entwickelt. Heute gibt es auf Gotland insgesamt 160 Windkraftwerke.

Insgesamt stellt aber der Fremdenverkehr den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweig dar.

Trotz all dieser positiven wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre, gilt Gotland nach wie vor als strukturschwache Region innerhalb Schwedens. Seit dem Beitritt Schwedens in die Europäische Union 1995 kommt die Insel deshalb in den Genuß von EU- Strukturfonds.
 

4.1. 

Tourismus

Badeurlaub am Strand von Tofta
Der Tourismus hat auf Gotland schon eine lange Tradition.
Bereits 1896 wurde der Gotländische Touristenverein gegründet. Im Jahre 1956 wurde als erste moderne Touristenunterkunft der Insel die Freizeitanlage von Snäck eingeweiht.
Jetzt kommen jährlich ca. 600 000 Touristen nach Gotland, angelockt durch das gute Sommerklima, die langen Sandstrände und den hohen Freizeitwert der Insel.
Von Sonnenbaden an Sandstränden, Wassersport, Angeln, Reiten, Fahrradfahren, Golfen oder Wandern bis hin zu Besichtigungen der zahlreichen Kulturdenkmäler wird den Touristen eine Menge geboten.

Damit ist die Fremdenverkehrsbranche, die folglich auf den Ressourcen Meer, Natur und Kultur basiert, der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig Gotlands.

Jedes Jahr wird die Touristensaison Anfang Mai mit dem „Öppet-Gotland“- Wochenende eröffnet. Die Hauptreisezeit auf Gotland liegt aber zwischen Juni und August.

In der übrigen Zeit des Jahres ist das touristische Angebot (Verkehrsverbindungen, Ausflugsmöglichkeiten zu den Inseln, Öffnungszeiten der Museen, der Campingplätze, der Restaurants…) stark eingeschränkt.
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Die beliebteste Urlaubsform auf Gotland ist mit 40 % aller Touristen das Camping. Die meisten übrigen Gotland- Touristen verbringen ihren Urlaub in einem gemieteten Ferienhaus. So ist auch, vorwiegend wegen der kurzen Saison, die Anzahl der Hotels auf Gotland begrenzt.

Zu erwähnen bleibt noch, dass besonders in Visby die Anzahl der Besucher in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Im Gegensatz zu den Gotlandurlaubern, die meist für mehrere Tage oder Wochen die Insel besuchen, um vornehmlich Natur und Landschaft der Insel zu genießen, besuchen viele Gäste Visby nur kurz, häufig auch nur als Tagesbesuch während einer Ostseekreuzfahrt.
Inzwischen laufen fast alle Kreuzfahrtschiffe auf ihren Ostseerundfahrten die Stadt Visby an, mit steigender Tendenz.

 

4.2. 

Landwirtschaft

Jahrhundertelang war die Landwirtschaft der bedeutendste Wirtschaftszweig auf Gotland. Die fruchtbare Erde, kalkhaltige Böden mit sehr dünner Humusschicht, bildet dabei die Grundlage. Hinzu kommen die moderne Technik und günstige klimatische Bedingungen.
Heute leben noch knapp 9% der Gotländer von der Landwirtschaft.

Damit liegt Gotland aber immer noch über dem schwedischen Durchschnitt, der bei 2,4% liegt.
Die Landwirtschaft beschäftigt nach wie vor die meisten Bewohner Gotlands. Jedoch ist die Anzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten seit Jahren rückläufig. Kleine Betriebe werden häufig stillgelegt, die Anzahl der großen Betriebe wächst. 1951 gab es noch 2234 Höfe mit einer Fläche von 2 bis 10 ha, im Jahre 1982 betrug ihre Zahl nur noch 592. Mit 95% bleibt der Familienbetrieb aber die dominierende Wirtschaftsform.

Die wichtigsten Anbauprodukte sind Zuckerrüben, Möhren, Roggen, Gerste, Weizen und Hafer.

Seit der Trockenlegung vieler Seen im 19. Jh. ist heute 1/5 der Gesamtfläche Gotlands Ackerland. 1982 wurden 37,7 % der gesamten Wirtschaftsfläche als Weide oder Wiese genutzt. Eine wichtige Rolle hat immer noch die Milch- und Rinderschlachtviehproduktion.

Es ist jedoch eine stetige Zunahme des Feldfruchtanbaus zu verzeichnen. Denn durch das Klima sind die gotländischen Obst und Gemüsesorten von guter Qualität. Allein die gotländischen Mohrrüben haben in Schweden einen Marktanteil von 25 %.

Eine besondere Stellung in der gotländischen Landwirtschaft hat seit Jahrhunderten das gotländische Schaf. Das Gotlandschaf ist klein, hat dünne Beine, keine Hörner, dafür aber abstehende Langohren, einen schwarzen Kopf und ein gelocktes hellgrau bis schwarzes Fell. Erst seit den 20er Jahren des 20. Jh. haben die Züchter die Bedeutung dieses besonderen Fells als Pelzlieferant entdeckt.

Dennoch halten die meisten Schafzüchter ihre Tiere um des Fleisches willen. In der Haltung sind die Schafe sehr anspruchslos., sie leben das ganze Jahr über im Feien. Nur im Winter, bei langen Frostperioden sucht das Gotlandschaf die gereitgestellten Unterschlüpfe, die sogenannten „Lambgifts“ auf.

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Seit einigen Jahren nimmt Gotland eine neue Voreiterrolle beim biodynamischen Anbau ein. Die Gotländer betreiben den ökologischen Anbau am intensivsten in ganz Schweden und auch bei der Viehzucht wird auf Hormone und Antibiotika weitestgehend verzichtet.

Da über 40% der Insel von Wald bedeckt ist, spielt auch die Forstwirtschaft auf Gotland noch eine gewisse Rolle.

Der größte Teils des Holzes wandert in die Papierherstellung, der Rest wird als Baumaterial verwendet. Es sind vor allen Dingen die Bauern, die die Forstwirtschaft im Winterhalbjahr betreiben.

Insgesamt werden über 70 % des geschlagenen Holzes nach Schweden verschifft.
 

4.3. 

Fischerei

Der Fischereihafen Ronehamn
An allen Küsten Gotlands trifft man heute noch auf kleine Fischerdörfer (fiskeläge)- eine Ansammlung aus Geräteschuppen und Bootshäusern.

Denn früher wurde die Fischerei auf Gotland nur als saisonaler Nebenerwerb von Bauern betrieben, so dass diese fiskeläge nur zeitweilig genutzt wurden. Seit dem Mittelalter fing man hier in erster Linie den Ostseehering. Zudem betrieben die Bauern Binnenfischerei in den Seen und Flüssen. Nur eine geringe Anzahl von Bauern nahm die Fischerei als Hauptberuf an.

Bald fischten diese nicht mehr nur Hering sondern stiegen mit besseren Booten auf Lachs und Flunder um. Die Schleppnetzfischerei in den 50er Jahren hatte zur Folge, dass neue Hafenanlagen gebaut wurden.

Heute konzentriert sich die Berufsfischerei auf wenige Häfen an der Ostküste (Ronehamn, Närshamn und Herrvik) und auf einige große Kutter. Angelandet werden vor allen Dingen Strömming (eine kleine Heringsart), Dorsch, und Flunder, manchmal aber auch Seehecht, Meerforelle und Aal. Die Qualität gilt als ausgesprochen gut.

Insgesamt gibt es heute noch etwa 250 selbstständige Fischer auf Gotland. Die aufgegebenen fiskeläge dienen heute vorwiegend als Unterkünfte für Touristen.
 

4.4. 

Industrie

Dank der Landwirtschaft ist auch die Lebensmittelindustrie auf Gotland gut ausgebaut. Zuckerraffinerien, Molkereien (ARLA), Schlachthöfe und Gemüsegroßhändler liefern ihre Produkte nach ganz Schweden.

Insgesamt arbeiten aber nur 14,6% der Erwerbstätigen in der Industrie. Damit liegt Gotland knapp 5% unter dem Landesdurchschnitt.

Ein wichtiger Industriezweig auf Gotland ist der Abbau von Sanden und Kiesen. Die Abbaufirmen beliefern vor allen Dingen die Bauindustrie. Diese nutzt die Sande und Kiese zum Straßenbau und zur Herstellung von Betonfertigteilen, Kalk und Zement.

Der fünftgrößte Arbeitgeber Gotlands mit rund 350 Angestellten ist die Zementfabrik Cementa AB in Slite. Diese Zementfabrik gehört heute zu den modernsten Europas.
Die Zementfabrik in Slite

Die jahrhundertelang betriebene Produktion von Kalkstein konnte sich bis heute nur in Storugns halten. Dies war jedoch nur durch Rationalisierung und Konzentration möglich, so dass die heutige NordKalk Storugns AB mit weniger als 100 Mitarbeitern nur noch auf dem 20. Platz der größten Arbeitgeber zu finden ist.

 

4.5. 

Verkehr

Eisenbahnverkehr: Im Jahre 1878 wurde die erste 55 km lange Eisenbahnstrecke zwischen Visby und Hemse eingeweiht. Das Eisenbahnnetz wurde bis ins 20. Jh. erweitert und umfasste schließlich mit einer Gesamtlänge von 210 km Visby, Roma, Burgsvik, Havdhem, Ronehamn, Lärbro, Slite und Västerhejde. Man erhoffte sich damit eine verbesserte Mobilität der Landbevölkerung, eine bessere Erschließung der Insel und eine Belebung des Handels. Nach einer Blütezeit zwischen 1890 und 1920 begann mit dem Aufkommen des Autos der Rückgang des Schienenverkehrs. Autobusse übernahmen jetzt die Personenbeförderung. 1960 wurde der Bahnverkehr dann eingestellt. Der öffentliche Nahverkehr Gotlands wird heute durch insgesamt 11 Buslinien sichergestellt.
Schiffsverkehr: Im Jahr 1836 setzte die Reichspostverwaltung erstmals ein Dampfboot zur Post- und Passagierbeförderung ein. Die Linien, die nur im Sommer fuhren, verbanden Västervik und Visby zweimal die Woche. Dies war jedoch gemessen am Bedarf völlig unzureichend.

1865 wurde dann die erste gotländische Dampfschiffgesellschaft, die Gotlandsbolaget, gegründet. In den nachfolgenden Jahrzehnten entwickelte sich aus dieser Gesellschaft das mächtigste Tourismus- Unternehmen Gotlands.

Erst 1988, nach 120 Jahren Linienverkehr, wurde Gotlandsbolaget die staatliche Konzession entzogen und an die Reederei Nordström und Thulin übergeben. Aber 1996 wurde dann ein neues Abkommen zwischen Gotlandsbolaget und der schwedischen Regierung getroffen, so dass der Schiffsverkehr jetzt von einer neu gegründeten Tochtergesellschaft unter dem Namen Destination Gotland AB geführt wird.

Die Fährgesellschaft Destination Gotland AB besitzt heute insgesamt 10 Schiffe, sprich 4 Personenfähren und 6 Transportschiffe (Tanker und Ro-Ro Cargo-Schiffe).
Es bestehen Fährlinien zwischen Visby und Oskarhamn und Nynäshamn auf dem schwedischen Festland. Seit einigen Jahren wird der Hafen Visbys immer mehr für die großen Personenfähren genutzt. Die Handelsschiffahrt wir zunehmend von anderen Häfen wie Klintehamn, Slite, Burgsvik und Ronehamn übernommen. Schließlich nicht zu vergessen: der Kreuzfahrttourismus. Denn immer mehr Kreuzfahrtschiffe laufen Visby während ihrer Ostseekreuzfahrten an. Aber auch die Zahl der Urlauber, die den Yachthafen von Visby mit ihrem eigenen Segelboot anlaufen, steigt stetig.

Flugverkehr: 1921 wurde die erste Flugverbindung durch Dornier-Wasserflugzeuge auf der Strecke Danzig-Slite-Stockholm eingerichtet. Seit 1933 gibt es eine ständige Flugverbindung zwischen Gotland und Stockholm. Der Flughafen von Visby wurde 1942 eingeweiht. Bis heute ist dies der einzige Verkehrsflughafen der Insel. Die Fluggesellschaft Skyways verbindet Visby mit Stockholm (Arlanda), die Gesellschaft Direktflyg fliegt in der Woche täglich von Linköping nach Visby. Die Gesellschaft Gotlandsflyg verbindet Visby mit Stockholms Flughafen Bromma. In der Hochsaison bestehen außerdem Verbindungen nach Malmö, Göteborg und Oslo. Seit 1950 mit ca. 30 000 Passagieren ist die Anzahl der Passagiere auf 350 000 im Jahre 1984 gestiegen. 

 

5. 

Natur - und Küstenschutz

Inhaltsverzeichnis:
5. Natur - und Küstenschutz
Gotska Sandön
 

5.1. 

Naturschutz

Landschaftlich besonders wertvoll sind die kleinen Nachbarinseln.
Auf Fårö befindet sich ein großes Rauk- Gebiet sowie zahlreiche Alvar- Flächen, Binnenseen und Wanderdünen.
Die unbesiedelte „gotländische Sandinsel“ Gotska Sandön ist ein Nationalpark und steht unter Naturschutz. Die beiden Inseln Stora Karlsö und Lilla Karlsö haben eindrucksvolle Steilküsten.

Diese beiden Inseln sind unabhängig voneinander und von Gotland entstanden. Es sind autarke Riffe aus Korallen, Muscheln und anderen Lebewesen aus dem tropischen Silur-Meer.

Blick auf die Insel Lilla Karlsö
Die Insel Lilla Karlsö (1,39 km²) liegt ca. 3 km vor der gotländischen Westküste. Die gesamte Insel ist ein Naturreservat und darf nur unter fachkundiger Begleitung betreten werden. An den zahlreichen Klippen und Steilküsten leben zahlreiche Vogelkolonien wie z.B. die Tordalken und Trottellummen. Auf dem baumlosen Plateau der Alvar mit seinen Orchideenfeldern lebt eine alte einheimische Wildschaf- Rasse, das Hånnlambi.
Blick auf die Insel Stora Karlsö

Die Insel Stora Karlsö (2,35 km²) liegt 6,5 km von der gotländischen Küste entfernt. Auch diese Insel ist ein unbewohntes Naturreservat. Diese Insel war jedoch nicht immer unbewohnt, wie zahlreiche alte Funde aus der Steinzeit belegen. Bis Mitte des 19. Jh. waren auf der Insel noch ca. 300 Menschen mit der Fischerei und der Schafszucht beschäftigt.
Heute findet man hier die größten Vogelkolonien (15 000 Trottellummen, 3000 Tordalke) der Ostsee und eine dichte Vegetationsdecke mit vielen Orchideen und seltenen Pflanzen.
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Die Insel Gotska Sandön (37 km²) ist 40 km nördlich von der Insel Fårö gelegen. Es ist die isolierteste Insel der Ostsee.

Der Untergrund der Insel besteht aus Sand und Kies, wodurch sie auch ihren Namen „Gotländische Sandinsel“ bekommen hat. Der gesamte innere Teil der Insel besteht aus einer Dünenlandschaft. Vielerorts ist die Insel ist jedoch auch von einer dichten Vegetationsdecke aus Kiefernwald und Heideflächen überzogen, die teilweise auf eine massive Aufforstung Ende des 19. Jh. zurückzuführen ist. Denn zusammen mit der Verbannung der hier vormals wildlebenden Schafe sollte so die Ausbreitung der Sanddünen vermieden werden. Eine nennenswerte Bevölkerung hat es auf dieser Insel nie gegeben. Sie lockte in den letzten Jahrhunderten nur einige Robbenjäger, Schafzüchter und Waldarbeiter an, die dort zeitweise Ackerbau, Viehzucht und Waldwirtschaft betrieben.

Bereits 1910 erkannten die Schweden die Einmaligkeit dieses Naturraums und erklärten Teile der Insel zum Nationalpark. Seit 1963 ist die gesamte Insel ein Nationalpark mit dem Ziel, die ausgeprägte Inselnatur in ihrer natürlichen Beschaffenheit zu erhalten.
Denn hier findet man Tierarten wie Hasen und Robben, zahlreiche Zugvögel und über 800 verschiedene Insektenarten. Auch die Flora ist erstaunlich artenreich, obwohl es aufgrund des sandigen Untergrundes nur ein begrenztes Süßwasserangebot auf der Insel gibt.
Heute sind die größte Gefahr für die Insel nicht mehr die Wanderdünen, sondern die Brände in den trockenen Sommermonaten. Zudem wird jährlich nur eine begrenzte Anzahl von Touristen auf diese schwer zugängliche Insel gelassen.
Seit Mitte des 19. Jh. befindet sich die Insel komplett in staatlichem Besitz.
  Zum Lesen

Die Insel Fårö (139 km²) ist die größte gotländische Insel und liegt im Nord-Osten der Hauptinsel. Diese Insel lässt sich bequem mit der Fähre von der Hauptinsel aus erreichen.

In der Vergangenheit lebten die Bewohner von Fårö von der Schafzucht, der Fischerei und der Robbenjagd. Denn der karge Boden war für die Landwirtschaft nur mäßig geeignet, so dass man sich auf den Anbau von Kartoffeln und Getreide beschränkt hat. Bis in die heutige Zeit gilt die Insel als rückständig gegenüber der Hauptinsel.

Heute leben hier noch ca. 650 Menschen, die vornehmlich versuchen vom Tourismus in den Sommermonaten leben. Dennoch gibt es hier aufgrund der Kargheit des Landes und dem Fehlen jeglicher Industrie eine hohe Arbeitslosigkeit, so dass viele gezwungen sind, die Insel zu verlassen. So bleiben hauptsächlich Rentner auf der Insel zurück.
In ihrer Ursprünglichkeit ist die Insel in den Sommermonaten aber auch ein einsames Rückzugsgebiet für viele schwedische Prominente und zahlreiche Touristen.
Denn diese Insel bietet eine besondere Naturlandschaft mit flachen Binnenseen, Rauk- Gebieten, Sandstränden und Wacholdersteppen mit altertümlichen Gehöften und Windmühlen. Auf der Insel gibt es zwei Naturreservate und ein Vogelschutzgebiet.
Im Naturreservat Digerhuvud befindet sich Gotlands größtes zusammenhängendes Rauk-Gebiet. In dem Naturreservat Ullahau kann man die letzten Inlandsandflächen sehen, da dieses Gebiet von Aufforstungsprogrammen gegen die Wanderdünen verschont geblieben ist.
Vor dem im Osten der Insel gelegenen Leuchtturm „Fårö fyr“ gibt es draußen im Meer ein großes Robbenschutzgebiet.


Die Gotländer gehen sehr pfleglich mit ihrer Natur um. Es gibt viele Naturreservate, Vogelschutzgebiete und zahlreiche Gebiete, in die der Besucher nur unter bestimmten Bedingungen Zutritt erhält. In den letzten Jahren hat Gotland zudem viel in neue und naturverträgliche Energiesysteme investiert.
Bei der Windkraft nimmt die Insel in Schweden eine Vorreiterrolle ein. Insgesamt decken mehr als 160 Windkraftanlagen den Strombedarf eines Großteils der Inselhaushalte.
Zudem gibt es zahlreiche Projekte auf den Gebieten Fernwärme, geothermische Energie und Biogas. Diese Insel schmückt sich also zu Recht auch mit dem Beinamen „Öko- Kommune“.
 

5.2. 

Küstenschutz

Definition: "Küstenschutz ist der Sammelbegriff für Maßnahmen, die direkt oder indirekt die Küste vor Brandungserosion und damit Abtragung schützen, so dass auch Landverluste vermieden werden. Küstenschutz ist letztendlich eine Baumaßnahme, die in die geomorphologischen Prozesse an der Küste eingreift, was auch zu Veränderungen in den Akkumulations- und Erosionsprozessen im Küstenbereich führt."
(Diercke Wörterbuch der Allgemeinen Geographie, Band 1)
Die auf Gotland typischen Küstentypen sind die Kliffküste und die Raukgebiete.

Die Kliffküsten ragen als Steilküsten schroff hervor und markieren Geländebrüche im geologischen Untergrund. Ihre Kliffkanten finden sich auch unter dem Meeresspiegel.
Die eindrucksvollste Kliffküste auf Gotland ist das Kliff Högklint südlich von Visby.
Dieses 48m hohe Kliff ist gekennzeichnet durch Brandungshohlkehlen und Brandungshöhlen.
Diese entstehen dadurch, dass an Steilküsten das Gestein besonders in Höhe der Hochwasserlinie stark angegriffen wird. Die Wellen schlagen gegen das Gestein, lockern dieses und brechen so Felsstücke heraus. Am Fuß eines Kliffs bildet sich dann eine Brandungshohlkehle, diese vertieft sich dann zusehends und das Kliff weicht zurück. Vor dem Kliff entsteht die sogenannte Brandungsplattform (Schorre). Wird es irgendwann nicht mehr vom Wasser erreicht, so bildet sich ein Ruhekliff.
Die Raukgebiete sind eine weitere Besonderheit an den Küsten Gotlands.
Sie finden sich besonders an den Küsten der Insel Fårö.
Diese Kalksteinformationen sind besonders durch Sturm, Brandung, Frost und Eis gefährdet.

Sowohl an den Kliffküsten als auch in den Raukgebieten ist jegliches Herausbrechen von Gesteinen und Fossilien untersagt und wird stark bestraft. Auch das gewerbsmäßige Sammeln von Gestein ist nicht erlaubt.


Um diese besonderen Gesteinsformationen und Küstentypen noch besserer zu schützen, hat man dort Naturreservate errichtet.

Seit 1998 haben die Naturreservate Fårös vier Naturschutz-Wächter, die bei der Association Fårö in the Futur und dem County Administrative Board`s Environmental Protection Department angestellt sind.

Sie achten darauf, dass die Besucher die folgenden Verbote in diesen geschützten Gebieten einhalten: Autofahren und Parken in nicht gekennzeichneten Gebieten, Camping und Zelten, das Sammeln und Herausbrechen von Fossilien und Gesteinen sowie Zerstörung der Flora durch z. B. Abholzungen.

Insgesamt werden die Besucher in diesen Gebieten aufgefordert, sich der Natur gegenüber respektvoll zu verhalten. Um ein besseres Verständnis im Umgang mit der Natur zu schaffen und damit zu ihrer Erhaltung beizutragen, hat auch die EU die Errichtung eines Informations-Centers im Jahr 2001 gefördert.
 

6. 

Probleme und Perspektiven

Fischerhütte auf Gotland
 

6.1. 

Probleme


Trotz all dieser positiven Entwicklungen und Projekte, die in den letzten Jahren in Schweden auf den Weg gebracht wurden, bleiben auf Gotland noch einige Probleme, die es langfristig zu lösen gilt.
So ist die Anzahl von Arbeitsplätzen in der Industrie weiterhin nur gering, so dass viele von der Landwirtschaft leben. Folglich ist das Durchschnittseinkommen auf Gotland immer noch geringer als in den übrigen Regionen Schwedens. So wird auch in Zukunft die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftszweig für die Insel weiter steigen. Denn schon jetzt ist der Großteil der gotländischen Bevölkerung abhängig vom Tourismus.

Dieser Tourismusstandort wird jedoch ständig durch die nicht selbst verschuldete Verschmutzung der Ostsee bedroht.

Da die Ostsee ein intrakontinentales Nebenmeer des Ozeans ist und folglich nur ein geringer Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee stattfindet, werden die in die Ostsee eingeleiteten Stoffe kaum verdünnt und ausgetauscht.
Gefördert wird diese Meeresverschmutzung durch das Einleiten von Schwermetallen und anderen Schadstoffen aus der Industrie, von Abwässern sowie durch den erhöhten Eintrag von Pflanzennährstoffen wie Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus der Massentierhaltung und den Düngemitteln der Landwirtschaft, wodurch es zur Eutrophierung kommt.
Alle diese Einleitungen, die aus dem Einzugsgebiet der Ostsee, dass mit 85 Mio Menschen von der Fläche her gesehen vier mal größer ist als die Ostsee, in dieses Meer eingeleitet werden, führen zu einer Verschmutzung der Ostsee.
Die Folge für den Tourismus sind verschmutzte Strände und eine verschlechtere Wasserqualität.
Aber auch die Fischereiwirtschaft leidet unter einem Abnehmen des Fischbestandes, der durch eine Überfischung der Ostsee noch weiter gefährdet wird.

Eine weitere Gefahr für die Natur und die Menschen in der Ostseeregion, und damit auch für Gotland, bildet zudem der stetig zunehmende Schiffsverkehr.

So schreckte erst kürzlich wieder folgende Meldung auf:

100 Kilometer langer Ölteppich vor Ostseeinsel Gotland

Stockholm - Vor der schwedischen Ostseeinsel Gotland haben die Umweltbehörden einen 97 Kilometer langen und bis zu 100 Meter breiten Ölteppich ausgemacht. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, von welchem Schiff das Öl abgelassen wurde. Das teilte ein Sprecher der Schifffahrtsaufsicht im Rundfunk mit. Die Menge des zwischen Gotland und dem Festland treibenden Öls sei schwer abzuschätzen. Das illegale Ablassen von Altöl gilt zunehmend als eines der größten Umweltprobleme für die Ostsee.
Montag, 09. Mai 2005, RZ-Online

Quelle: www.grosse-seefahrt.de/modules.php?name=news&file=article&sid=1110

Folglich fordert auch der WWF, die Sicherheit auf See zu erhöhen. Das gilt besonders für die Ostsee und die Meerengen vor Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland. Öltransporte und Schiffsbewe- gungen haben sich hier seit 1997 mehr als verdoppelt. Jahr für Jahr befahren über 8.000 Tanker dieses Gebiet. Tendenz: weiter steigend.
Der WWF lobt folglich die jüngsten Entscheidungen der Internationalen Meeres Organisation (IMO), die Ostsee als besonders empfindliches Meeresgebiet (PSSA) einzustufen. Dies sei ein wichtiger Schritt, um das Risiko von Ölkatastrophen in der sensiblen Ostsee deutlich zu senken. Insgesamt macht sich der WWF dafür stark, dass die gesamte Hauptver- kehrsader durch die Ostsee, vom Skagerrak und Kattegat bis zum östlichen Finnischen Meerbusen "quasi zweispurig" um Schiffskollisionen zu vermeiden. Weiterhin sollte es in schwer navigierbaren Meeresgebieten zur Pflicht werden, einen Lotsen an Bord zu nehmen. Sehr sensible Meeresgebiete sollten für Tanker und Gefahrguttransporte vollständig geschlossen bleiben.
Quelle: WWF World Wide Fund For Nature
 

6.2. 

Perspektiven

Aufgrund der neuen Telekommunikationstechniken und der enorm verbesserten Verkehrsanbindungen hat sich in den letzten Jahren die isolierte Insellage als ein Standortnachteil vermindern können.
Seit einigen Jahren ist ein stetiger Zustrom von Freiberuflern und kleinen Firmen zu verzeichnen. Immer mehr Designer, Musiker, Künstler und Spezialisten der Datenverarbeitung entdecken Gotland für sich. Zudem siedeln sich immer mehr nationale und internationale Institutionen aus den Bereichen Handel, Forschung und Kultur auf Gotland an, auch angelockt durch die Hochschule in Visby, die sich besonders auf die Bereiche Wirtschaftswissenschaften, Technik und Kultur spezialisiert hat.
In Anschluss an diese Hochschule ist zudem die Einrichtung eines internationalen Künstlerzentrums geplant. 

Bereits jetzt gibt es hier ein neues Schriftsteller und Übersetzerzentrum für den gesamten Ostseeraum. Außerdem entsteht ein Zentrum für humanistische und kulturelle Forschung und ökologische Fragen.
Ausbildung und Kultur erhalten also einen neuen, wichtigen Stellenwert.

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Langfristig gesehen soll Gotland ein kulturelles Zentrum der Ostsee werden. Durch Kultur- und Künstleraustausch, Studenten- und Handelsaustausch und die Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten soll die Insel zu einem ganzjährigen Kulturtreffpunkt werden.

Dieses Ziel soll unter anderem durch den Bau einer neuen Kongresshalle in Visby gefördert werden.

Bei diesen internationalen Projekten können die Gotländer nun ihre alten kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen im Ostseeraum wieder aufleben lassen, denn nach den politischen Umwälzungen in den baltischen Staaten kann Gotland auf diese Weise seine alte Vermittlerrolle zwischen Ost und West wiedererlangen.
Diese internationale kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Ostseeraum ist auch ein Ziel, das in der von der Kommune im Jahr 1995 erarbeiteten „Vision Gotland 2010“ genannt wird. Mit dieser Strategie sollen die Wirtschaft Gotlands gestärkt, und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Das Programm sieht vor, durch die Ansiedlung zahlreicher Firmen die Schaffung von 5000 neuen, dauerhaften Arbeitsplätzen zu gewährleisten.
Weitere Ziele sind unter anderem eine Zunahme der Einwohnerzahl auf bis zu 65 000, die Förderung des ökologischen Kreislaufs und Investitionen in eine lebendige Landschaft und die Attraktivitätssteigerung der kleinen Orte.
Zu diesen Zukunftszielen zählt auch das Projekt, die alternativen Energien auf Gotland weiterhin zu fördern. Denn schon jetzt decken die 160 Windkraftwerke mit einer jährlichen Leistung von 150 -200 GW 15-20 % des gotländischen Gesamtbedarfs an Strom.

Seit 1992 ist Gotland eine so genannte „Eco- Municipality“, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit zahlreichen Umweltprojekten in allen Wirtschaftsbereichen in 25 bis 30 Jahren eine nachhaltige Gesellschaft zu schaffen.

Schließlich ist noch hinzuzufügen, dass besonders die Bedeutung des Tourismus für die Insel Gotland in Zukunft weiter zunehmen wird.

Insgesamt betrachtet, wird also die Verbindung von Tourismus, Natur, Kultur und moderner Technik die Zunkuftsperspektive für Gotland bilden.
 

6.3. 

Lösungsansätze IKZM

Das Integrierte Küstenzonenmanagement (IKZM) hat sich zum Ziel gesetzt, die Küstensysteme zu beschreiben und zu bewerten, um daraus neue Zielvorstellungen bezüglich des Schutzes, des Managements und der Bewirtschaftung der vorhandenen Ressourcen formulieren und umsetzen zu können.
Auf diese Weise soll ein Gleichgewicht zwischen den Vorteilen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Nutzung der Küstengebiete durch den Menschen geschaffen werden, um so langfristig den Schutz und den Erhalt der Küstengebiete zu gewährleisten.

Ein für Gotland wichtiges IKZM- Projekt ist das BESTproject, das sich auf eine nachhaltige touristische Entwicklung der sieben größten Ostseeinseln konzentriert.
Seit 1998 kooperieren die Inseln Bornholm, Gotland, Hiiumaa, Saaremaa, Rügen, Aland und Öland und die Verantwortlichen sehen dieses Projekt als ein Schlüsselelement ihrer Zusammenarbeit im Bereich des Programms Baltic 21 an. Das Projekt beinhaltet den Austausch von Wissen und Erfahrungen um langfristig gemeinsam mit den Tourismusorganisationen eine nachhaltige Tourismusentwicklung in den beteiligten Regionen zu entwickeln.
Ein wichtiges Element des BESTproject ist das SUSWAT –Projekt.
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Für dieses Projekt der nachhaltigen Planung und des Managements der Wasserversorgung im Ostseeraum haben sich 1989 die sieben größten Ostseeinseln (Gotland, Öland, Bornholm, Rügen, Aland, Saaremaa und Hiiumaa) zusammengeschlossen, um gemeinsam zukunftsfähige Strategien zu erarbeiten.

Im Zentrum dieses Projektes stand dabei die Entwicklung neuer Lösungen zu Problemen der Wasserversorgung unter Berücksichtigung des Umweltschutzes im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.
Ziele waren unter anderem ein verbesserter Informationsaustausch zwischen diesen Inseln im Bereich der Wasserversorgung, eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Wasserversorgungsgesellschaften sowie die Erarbeitung und Umsetzung konkreter Projekte für einen besseren und nachhaltigen Schutz der Wasserressourcen.

Alle Ergebnisse wie u. a. neue Lösungen und konkrete Projekte in dieser Modellregion, wurden 1998 in dem Status Report festgehalten.

 

7. 

Quellen und Links

GORSKI, Michael (1989): Gotland- Eine Insel in der Ostsee. Neumünster.

HOFFMANN, E. u.a. (Hrsg.) (1988): Gotland- Tausend Jahre Kultur- und Wirtschaftsgeschichte im Ostseeraum. Sigmaringen.

LESER, H. u.a.(1991):Diercke Wörterbuch der Allgemeinen Geographie, Band 1, Braunschweig.

MROWKA, Günter (1989): Gotland. Manuskript, Troisdorf.

QUACK, Ulrich (1997): Gotland. Köln.

Schwedisches Staatliches Amt für Umweltschutz (Hrsg.)(1984): Schwedische Nationalparks. Frankfurt am Main.

Links:

www.guteinfo.com

www.gotland.net

www.gotland.se

www.gotlandweb.com

www.gotlandsresor.se

www.habitatmarenatura2000.de

www.io-warnemuende.de/forum/g_nausch/

www.sverige.se

www.sweden.gov.se

www.wwf.de