Disclaimer:

Dieses Lernmodul wurde von dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ unter Einbeziehung der Forschungergebnisse erstellt.

Region Odermündung

Zusammengestellt von:
Diplom-Geographin Anke Vorlauf
September 2005

(letzte Aktualisierung: August 2008)

 

 

Die Odermündungsregion an der südöstlichen Ostsee umfasst das Stettiner Haff, die Inseln Usedom und Wolin und die Pommersche Bucht (vgl. Karte 1). Sie zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche, geologisch noch junge Landschaft mit einer stark gegliederten Küste, einer engen Verflechtung von Wasser und Land und einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt aus.

Es handelt sich bei der Odermündungsregion aber nicht um eine reine Naturlandschaft, sondern vielmehr um eine durch Jahrtausende währende menschliche Nutzung geprägte Region, die heute ein Grenzgebiet zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen darstellt.

 

Karte 1: Übersichtskarte des Odermündungsraumes mit dem dazugehörigen Odereinzugsgebiet
Quelle: G. SCHERNEWSKI, EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V., http://www.ikzm-oder.de

In diesem Informations- und Lernmodul werden Ihnen ökologische, wirtschaftliche und sozioökonomische Informationen, sowie einige Merkmale und Besonderheiten der Odermündungsregion vorgestellt.

 

1. 

Kenndaten zur Region

Abb. 1: Blick auf den Szczeciner Hafen (Republik Polen)
Quelle: IKZM-Oder, 4.09.2005, http://www.ikzm-oder.de

Der Fluss „Oder“ (polnisch/ tschechisch: Odra) entspringt am Lieselberg (tschechisch: Fidluv Kopec) im mährischen Odergebirge. Auf ihrem 854 km langen Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Ostsee durchfließt die Oder Tschechien und Polen, fließt auf einer Teilstrecke als Grenzfluss zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen, und strömt schließlich ins Stettiner Haff, um dort über die drei Mündungsarme Peenestrom, Swine (polnisch: Swina) und Dievenow (polnisch: Dzwina) in die süd-westliche Ostsee abzufließen.

 

  Zum Lesen

Die Odermündungsregion umfasst einen landseitigen Bereich, der zwischen 30-60 km von der Küstenlinie entfernt liegt, und die Kreise Uecker-Randow und Ostvorpommern (Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, Bundesrepublik Deutschland) sowie die Kreise Goleniowski, Kamieński und Policki und die kreisfreien Städte Szczecin (deutsch: Stettin) und Świnoujście (Wojewodschaft Westpommern, Republik Polen) einschließt. Im Küstenbereich bis zur 12-Seemeilen-Grenze umfasst das Oderästuar die Inseln Usedom und Wolin, die vorgelagerte Pommersche Bucht, das Stettiner Haff und den Bereich Szczecin. Die Odermündungsregion liegt ungefähr zwischen dem 14. und 15. Längen- und um den 54. Breitengrad.

 

Das Odermündungsgebiet weist mit 59 Einwohner/ km² (insgesamt rund 840.000 Einwohnern) eine sehr geringe Bevölkerungsdichte auf. Dabei ist in beiden Teilen der Odermündung ein erheblicher Frauenüberschuss in den Altersgruppen über 55 Jahren, ein Männerüberschuss der Altersgruppen 0- 40 Jahre und ein starker Geburtenrückgang ab Anfang der 1970-er Jahre und verstärkt ab 1990 festzustellen.
Im Landkreis Ostvorpommern liegt die Bevölkerungsdichte bei 59 Einwohner/ km², im Kreis Uecker-Randow bei 49 Einwohner/ km² und in der Wojewodschaft Westpommern bei 74,1 Einwohner/ km². Dabei ist die Bevölkerungsdichte in den städtischen Zentren und an den Küstenstreifen wie beispielsweise in den Küstestädten der Inseln Usedom und Wolin weit aus höher als auf dem Land und im Landesinneren. „Ohne die städtischen Zentren der Küste (innere und äußere Haffküste) erreicht die Bevölkerungsdichte im deutschen Teil des Oderästuars kaum 40 Einwohner/ km²“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 21).


Die geringe Besiedelung der Region wird von einem saisonalen Tourismus überlagert, d. h. in den vom Tourismus geprägten Regionen steigt die Zahl der Bewohner in der Sommersaison sowohl an der Küste als auch im Hinterland an. Beispielsweise erhöhte sich im August 2004 durch Touristenankünfte die Einwohnerzahl des Seeheilbades Heringsdorf von 3.500 Einwohnern auf 24.300.

 

Die Arbeitslosenquote im Odermündungsraum liegt mit rund 27 % über dem nationalen Durchschnitt. Das Problem der Arbeitslosigkeit ist auf der deutschen und auf der polnischen Seite der Odermündungsregion gravierend: seit Mitte der 1990-er Jahre steigt die Arbeitslosenquote stetig an. Dabei ist auffallend, dass im westlichen Teil der beiden Länder die Situation besser ist, als in Richtung Osten, wo sogar Arbeitslosenquoten von bis zu 40 % vorkommen. „Der Mangel an Arbeitsplätzen ist für die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte verantwortlich. Neben der Abwanderung wird der Region eine anhaltende Vergreisung der Bevölkerung prognostiziert. Im Jahr 2020 sollen die über 60- jährigen 35 % im deutschen Teil der Region ausmachen, während im Jahr 2030 24 % der Personen im polnischen Teil im Rentenalter sein werden. Nur 18 % Jugendliche (bis 17 Jahre) stehen dem gegenüber“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 21) (vgl. das Bild rechts).

 

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Die Bruttowertschöpfung der Odermündungsregion beruht größtenteils auf dem Dienstleistungssektor. Besonders dem Tourismus an der Ostseeküste kommt in der Region eine hohe Bedeutung zu. So werden die Inseln Usedom und Wolin, sowie das Stettiner Haff touristisch stark genutzt. Besonders die Bäderarchtiktur in den See- und Ostseebädern der beiden Inseln, aber auch die landschaftlich abwechslungsreiche Natur, sowie das umfangreiche kulturelle Angebot ziehen die Touristen in die Region.

 

 

2. 

Natur und Landschaft

Abb. 2: Einmündung in den Dabie See (bei Szczecin, Republik Polen)
Quelle: IKZM-Oder, 4.09.2005, http://www.ikzm-oder.de

Aus der Karte 2 wird ersichtlich, dass der Raum der Odermündung Grenzgebiet zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen ist. Zur Odermündungsregion werden das Stettiner Haff, die Inseln Usedom und Wolin und die ihnen vorgelagerte Pommersche Bucht gezählt.

 

Karte 2: Das Odermündungsgebiet
Quelle: IKZM-Oder, http://www.ikzm-oder.de (interner Bereich)
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Das Stettiner Haff ist mit 687 km² das größte zur Ostsee gehörende Haff. Es wird in das Kleine Haff auf der deutschen Seite (277 km²; 1 km³) und in das Große Haff auf der polnischen Seite (410 km²; 1,6 km³) unterteilt. Im Mittel weist das Stettiner Haff eine Tiefe von 3,8 m auf; in Ost-West-Richtung hat es eine Ausdehnung von 52 km, in nord-südlicher Richtung von 22 km. Das Stettiner Haff hat ein Einzugsgebiet von 129.591 km², von denen 91,5 % im Oderästuar liegen.

Dem Stettiner Haff sind die Inseln Usedom und Wolin vorgelagert. Usedom gehört mit einem Flächenanteil von 373 km² zur Bundesrepublik Deutschland und mit 72 km² zur Republik Polen. Östlich von Usedom liegt die Insel Wolin. Wolin gehört ausschließlich zur Republik Polen und umfasst eine Fläche von 265 km².

Die Inseln Usedom und Wolin riegeln den Zugang der Oder zur Ostsee weitgehend ab. Über die drei sehr schmalen Meeresarme Peenestrom (im deutschen Teil der Odermündungsregion), Swine (polnisch: Swina) und Dievenow (polnisch: Dzwina) (jeweils im polnischen Teil der Odermündungsregion) ist das Stettiner Haff mit der Pommerschen Bucht verbunden (vgl. die Bilder rechts).

Die Pommersche Bucht (auch Oder Bucht genannt) ist ca. 6.000 km² groß, hat eine mittlere Tiefe von 13,2 m und ein Volumen von 73,6 km³. Im Nordwesten wird die Pommersche Bucht von der Arkona-See, im Nordosten vom Bornholmbecken begrenzt.

Kennzeichnend für die Odermündungsregion ist eine vielfältige Landschaft mit großen Küstengewässern. Ein Teil der Fläche der Odermündungsregion ist aufgrund seines hohen ökologischen Wertes unter Schutz gestellt (vgl. Kapitel 5.1).

 

 

2.1. 

Klima

Auch klimatisch betrachtet gehört die Odermündungsregion zu einem Grenzgebiet: Insgesamt liegt der Raum der Odermündung zwar in der gemäßigten Klimazone (Cfb-Klima nach KÖPPEN), aber regional betrachtet ist das Klima des südlichen Ostseeküstenraumes durch einen großräumigen Wechsel gekennzeichnet. So geht das Klima in nord-südlicher Richtung vom Ostseeküsten-Klima ins Festland-Klima, in west-östlicher Richtung vom ozeanischen zum kontinentalen Klima über. Der Wechsel vom ozeanischen zum kontinentalen Klima äußert sich u. a. in einer kontinuierlichen Abnahme der Luftdruckgradienten, der Luftfeuchte, der Niederschläge und der Windgeschwindigkeit, sowie einer Zunahme der Sonnenscheindauer, der täglichen und jahreszeitlichen Temperaturamplituden sowie der Frostgefährdung (vgl. Tabelle 1 und 2).

Bioklimatisch weist die Region einige Besonderheiten wie z. B. eine vergleichsweise hohe Anzahl der Sonnenscheinstunden, einen hohen Reinheitsgehalt und einen hohen Salzgehalt der Luft auf.

 

Tabelle 1: Klimadaten von Greifswald, Sczcecin und Koszalin
Quelle: STEINGRUBE, SCHEIBE & FEILBACH, 2004, S. 10

GreifswaldSzczecinKoszalin
Mittlere Jahrestemperatur 8,1 °C8,8 °C8,0 °C
Jahresniederschlag565 mm530 mm717 mm
Sonnenstunden 173916441748



Tabelle 2: Klima des Stettiner Haffs
Quelle: LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 16

Klima des Stettiner Haffs
Ø Lufttemperatur (°C)
Ø Minimum
Ø Maximum
8,7
0,8
17,9¹
Ø Wassertemperatur (°C)
Maximum
11
26²
Eisbedeckung (d a-1)59³
Ø Niederschläge (mm a-1)550

1 Ueckermünder Wetterstation 1991-2000 (Deutscher Wetterdienst);
2 Daten der Periode 1989-2000 des LUNG;
3 Girjatowicz (2001) unpubliziert, Periode 1950/ 51-1989/ 90, Station Karnin

 

"Der Klimaeinfluss der Ostsee lässt sich in einem 10-30 km breiten küstenparallelen Streifen nachweisen. Hier wird das Klima durch den temperaturstabilisierenden Einfluss der Ostsee, eine höhere Luftfeuchtigkeit und eine stärkere Windexposition geprägt. Der nördliche Teil der Oderhaffregion gehört zum östlichen Küstenklimagebiet, das bereits stärker kontinental geprägt ist als die westliche Küstenklimazone (westlich der Linie Sassnitz-Bergen-Stralsund-Kummerower/Malchiner Becken) und dementsprechend größere Temperaturamplituden, eine höhere Sonnenscheindauer und längere Frostperioden sowie geringere Niederschläge aufweist. Der südliche Teil der Oderhaffregion (südlich der Linie Ueckermünde-Przybiernow) ist kaum mehr durch das Ostseeklima beeinflusst, sondern noch stärker kontinental geprägt. Kennzeichnend sind u.a. eine nochmals größere Temperaturamplitude, eine geringere Niederschlagsrate, eine längere Frostperiode und eine höhere Anzahl an Frosttagen. Der fehlende temperaturdämpfende Einfluss der Ostsee schlägt sich in höheren durchschnittlichen Sommertemperaturen und niedrigeren durchschnittlichen Wintertemperaturen nieder. So ergibt eine mehrjährige Messreihe (1981-1990) der Temperaturen eine Jahresmitteltemperatur von 8,4°C für die Insel Usedom und von 8,7°C für die Stadt Szczecin. Die Höchsttemperaturen betragen für Usedom 32,1°C und für Szczecin 33,5°C, die Tiefsttemperaturen für Usedom -12,1°C und für Szczecin -13,9°C" (FEILBACH, 2004, S. 23).

 

Auf der Homepage des Forschungszentrum Karlsruhe finden Sie weitere Information zum Klima in der Odermündungsregion wie z. B. Niederschlagskarten.

 

2.2. 

Geologie und Entstehungsgeschichte

Der Odermündungsraum ist aus geologischer Sicht vergleichsweise jung und zeichnet sich durch eine hohe Entwicklungsdynamik aus: Das heutige Mündungsgebiet der Oder wurde im Wesentlichen im Zuge der Weichselvereisung vor 13.000 Jahren gebildet. Das Relief der Odermündungsregion wurde dabei von der Inlandeisbedeckung und den anschließenden Abschmelzvorgängen geprägt.

 

Zunächst schob sich der Odergletscher während der letzten Vereisung in Richtung Süden vor und formte dabei das heutige Mündungsgebiet der Oder aus. Dabei staute er einen riesigen See (den Haffstausee) an, aus dem das Stettiner Haff hervorgegangen ist. „Durch nach Nordwesten abfließendes Wasser bezüglich der Eisschmelze entstanden die Rinnen heutiger Flusstalmoore wie z. B. von Peene und Uecker. Die Endmoränenzüge auf Usedom und Wolin sowie westlich des Peenestroms und bei Szczecin wurden durch kleinere Eisvorstöße gebildet“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 14). Das Überflutungsregime der drei Flüsse Peenestrom, Swine und Dzwina, mitgeführte Sedimente und die Kraft der Ostsee formten nach der Eiszeit die heutige Küstengestalt aus.

 

Die Außenküste der Odermündungsregion (auch als Vorpommersche Haffküste bezeichnet) ist weitgehend eine Ausgleichs- und Anlandungsküste. Auf der Insel Usedom wechseln sich die breiten Sandstrände der Nehrungen mit aktiv bewaldeten Steilküstenabschnitten der Inselkerne ab. An der Außenküste Wolins findet sich durchweg Steilküste wieder (Wolin hat ein bis zu 95 m hohes und teilweise aktives Kliff), der überall Sandstrände vorgelagert sind (vgl. REINICKE, 2003).

 

Einst hatte das Stettiner Haff freien Zugang zur Pommerschen Bucht. Heute riegelt die Swine-Niederung - eine rund 15 km breite Öffnung zwischen Usedom und Wolin - das Stettiner Haff von der Ostsee ab, so dass das Stettiner Haff nur noch über die Mündungsarme Peenestrom, Swine und Dievenow Zugang zur Pommerschen Bucht hat.

 

„Östlich und westlich des Haffs sind Niedermoorbereiche prägend. Südlich des kleinen Haffs geht die Landschaft in die von Binnendünen und Beckensanden überzogene Grundmoränenlandschaft der Ueckermünder Heide über. Südlich des Großen Haffs, in dessen Uferzonen ausgedehnte Niedermoorbereiche vorherrschen, erstreckt sich bis Szczecin die Szczeciner Tieflandebene“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 14).

 

 

2.3. 

Naturraum

In der Odermündungsregion existieren vielfältige Lebensräume, die einen nahezu ungestörten einzigartigen Lebensraum für Fauna und Flora darstellen. Diese Lebensräume sind für den Arten-, Biotop- und Habitatschutz von herausragender Bedeutung und wurden teilweise unter Schutz gestellt. Nieder- und Hochmoore, Heidelandschaften, Binnendünen, waldfreie Talhänge, Oszüge, steinreiche Kuppen, Feuchtwiesen, Salzgraslandschaften, eutrophe wasservogelreiche Flachwasserseen und großflächige Waldgebiete sind nur einige Beispiele. So zählen beispielsweise „die Feuchtwiesen an den Unterläufen der großen Flusstalmoorkomplexe (Peene, Uecker) zu den artenreichsten Lebensräumen, ebenso spielen die Küstenüberflutungsmoore und Salzgraslandschaften eine entscheidende Rolle als Rückzugsraum zahlreicher speziell angepasster Arten, bspw. von Wasser- und Watvögeln. Selbst die trockenen Standorte sind wichtige Lebensräume für eine artenreiche, hochspezialisierte, Wärme liebende und mit wenig Feuchtigkeit auskommende Pflanzen- und Tierwelt (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 15-16).

Die räumliche Nähe der Oder, des Stettiner Haffs und der offenen Ostsee zueinander führt zu einer Überschneidung des marinen Systems mit dem limnischen System. „Die Organismen des Haffs setzen sich demnach aus Ostseeformen und limnischen Einwanderern aus der Oder und anderen Süßwasserzuflüssen zusammen. Der niedrige Salzgehalt verschiebt das Spektrum auf die Seite der Süßwasserarten. Es können sich jedoch nur Arten dauerhaft etablieren, die die gesamte Spanne der Salinität von nahe 0 ‰ bis zu 6 ‰ tolerieren. Die große Schwankungsbreite führt dazu, dass das Oderhaff als Küstengewässer deutlich weniger Arten beherbergt als die angrenzende Oder“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 19).

 

  Zum Lesen

Flora
In der Odermündung finden sich in den Mooren u. a. Pfeifengras, Kohldistelwiesen und besondere Feuchtwiesenarten (Orchideen) (vgl. das Bild rechts). Kiefernforste, Heide- und Trockenrasenvegetationen und typische Salzwiesenarten ergänzen das Angebot.

Fauna
Im Raum der Odermündung brüten und rasten Vögel wie beispielsweise Alpenstrandläufer (Calidris alpina), Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola), Lachmöwen (Larus ridibundus), Flussseeschwalben (Sterna hirundo), Nordische Gänse, Enten (Anatinae), Schwäne (Cygnini) und Kormorane (Phalacrocoracidae). „Neben den vorpommerschen Boddengewässern ist das Oderästuar das bedeutendste Überwinterungsgebiet für Wasservögel im gesamten Ostseeraum“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 19).


(Zu den fett geschriebenen Namen finden Sie rechts und unten Bilder mit weiteren Informationen.)

 

  Zum Lesen

Neben den unterschiedlichen Vogelarten kommen im Odermündungsraum aber auch einmalig vorkommende Laufkäfer und Schmetterlinge, sowie Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber) und einige Fledermausarten vor. Für den Schweinswal ist die Pommersche Bucht ein wichtiger Lebensraum. Darüber hinaus sind die Gewässer der Odermündung ein wichtiger Lebens- und Laichraum für verschiedene (wirtschaftlich unterschiedlich wichtige) Fischarten. Eine genaue Auflistung können Sie der Tabelle im PDF-Dokument (Fensterlink rechts zum Lesen) entnehmen.

 

  WWW-Link

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) informiert auf der Homepage "Flora Web" über den Bestand, die Gefährdung und den Schutz der Pflanzengesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

2.4. 

Gewässer

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Die Oder
Die Oder (polnisch/ tschechisch: Odra) entspringt auf einer Höhe von 632 m ü. NN. am Lieselberg (tschechisch: Fidluv Kopec) im mährischen Odergebirge. Auf den ersten 120 km durchfließt sie zunächst Tschechien. Nach der polnischen Grenze fließt die Oder mit dem Fluss Lausitzer Neiße zusammen und bildet im weiteren Verlauf 162 km lang einen Grenzfluss zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Nach weiteren 59 km durch Polen mündet die Oder schließlich im deutsch-polnischen Grenzgebiet in das Stettiner Haff. Von dort aus fließt sie größtenteils über den Mündungsarm Swine in die süd-westliche Ostsee.

 

Auf ihrem insgesamt 854 km langen Weg von der Quelle zur Mündung in die Pommersche Bucht durchfließt die Oder auf polnischer Seite die vier Wojewodschaften: Slaskie (deutsch: Schlesien), Dolnoslaskie (deutsch: Niederschlesien), Lubuskie (deutsch: Lebuser Land) und Zachodniopomorskie (deutsch: Westpommern); auf deutscher Seite die beiden Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Entsprechend ihrer Geomorphologie und ihrem Abflussverhalten „wird die Oder in folgende drei große Teile untergliedert: Obere Oder (vom Quellgebiet bis einschließlich Glatzer Neißemündung), Mittlere Oder (von der Glatzer Neißemündung bis einschließlich Warthemündung), Untere Oder (von der Warthemündung bis zur Mündung in das Stettiner Haff)“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 9).

 

Das Einzugsgebiet der Oder umfasst 118.861 km². Damit zählt die Oder zu einem der bedeutendsten Flüsse im Ostseeraum. Eine Besonderheit der Oder liegt darin, dass ihr Einzugsgebiet zum größten Teil auf die Republik Polen entfällt (89 % = 106.821 km²; weitere 6 % entfallen auf die Tschechische Republik und 5 % auf die Bundesrepublik Deutschland) - im Hinblick auf Aspekte des Natur- und Umweltschutzes ist diese Gegebenheit von besonderer Bedeutung. Als eine weitere Besonderheit kann in diesem Zusammenhang auch genannt werden, dass - obwohl das Einzugsgebiet auf der polnischen Seite weit mächtiger ausgebildet ist als auf der deutschen Seite - die Oder selbst weit im Westen des Einzugsgebiet liegt. „Dies resultiert aus dem sehr späten Durchbruch der Oder in Richtung Norden durch die Endmoränen bei Frankfurt (Oder) (…) bzw. aus dem größten Nebenfluss, der Warthe, die etwa die Hälfte des gesamten Odereinzugsgebietes stellt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 9).

 

Die Oder lässt sich im oberen Abschnitt ihres Laufes als Gebirgsfluss charakterisieren, auf der übrigen Strecke (90 %) durchfließt sie Tiefland. Ihre rechtsseitigen und tschechischen Nebenflüsse hingegen fließen größtenteils durch Gebirge und führen immer wieder zu Hochwässern. „Die jährliche Abflussmenge der Oder variiert zwischen 9,5 km³ (1990) und 25 km³ (1980) (Messreihe 1980-1999 am Pegel Gozdowice). Der Mittelwert beträgt etwa 17 km³ (530 m³/s) (IMWM 1980-1983, 1987-1999). Das entspricht einem Anteil von etwa 97 % an der Flusswasserzufuhr in das Stettiner Haff und rund 4 % an der Gesamtflusswassermenge zur Ostsee. Die Oder ist damit der sechstgrößte Süßwasserzufluss der Ostsee“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 10).

 

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Die Wasserressourcen im Einzugsgebiet der Oder werden auf 23,5 Mrd. m³ geschätzt. Bislang wurde aufgrund unterschiedlicher Klassifizierungen der Wassergüte in den drei Oder-Ländern (Tschechische Republik, Republik Polen, Bundesrepublik Deutschland) keine einheitliche Wassergütebewertung für die gesamte Oder durchgeführt. Nichtsdestotrotz wurde bei den unterschiedlichen Untersuchungen deutlich, dass Abwassereinleitungen der Kommunen, der Einfluss der Nebenflüsse, sowie anderer diffuser Quellen und Punktquellen teilweise zu erheblichen Verunreinigungen der Oder führen.

Die Internationale Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO) widmet sich dem Schutz der Oder und untersucht regelmäßig deren Wasser. Ergebnis ihrer Untersuchungen ist u. a., dass die Obere Oder, die Mittlere Oder und die kanalisierten Strecken der Oder höhere Nährstoffgehalte und Verunreinigungen aufweisen. Diese Verunreinigungen werden zum einen auf die Einleitungen beispielsweise in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen und zum anderen auf die verschlechterten Abbauprozesse im kanalisierten Flussverlauf zurückgeführt.

Unterdessen bietet die untere Oder aufgrund ihrer geringeren Fließgeschwindigkeit, des geringeren Gefälles, vorhandener Auen und Altarme zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum.

Odermündung
Der hydrographische Charakter des Odermündungsraumes wird durch die Grundwasserressourcen, die inneren Küstengewässer, zahlreiche Seen und Fließgewässer in der Region bestimmt. Die Odermündungsregion unterliegt sowohl dem Einfluss der Küste, als auch dem der Oder, des Oderhaffs und deren Zuflüsse.

 

Wie bereits beschrieben ist der Austausch der Oder mit der Ostsee aufgrund der Abriegelung des Stettiner Haffs zur Pommerschen Bucht weitgehend eingeschränkt. Lediglich die drei schmalen Mündungsarme Peenestrom, Swine und Dievenow ermöglichen den Austausch der Oder mit der Ostsee. „Dabei wechseln sich Ein- und Ausstromlagen ab, deren Häufigkeit im Winter und Frühling am höchsten ist. (…) Der Wasseraustausch des Haffs mit der Pommerschen Bucht richtet sich vorwiegend nach den Wasserständen in Haff, Bucht und Oder sowie nach der Windrichtung und -stärke. (…) Über die Swine, die mit ihren Armen Stara Swina [deutsch: Alte Swine] und dem künstlichen Piastowskie-Kanal die Hauptverbindung zwischen Oder und Ostsee darstellt, erfolgt der stärkste Austausch (etwa 69 %). Sie stellt mit einer Länge von 16 km und einer Tiefe von 10,5 m die kürzeste und zugleich tiefste Verbindung zur Ostsee dar. Peenestrom (17 %) und Dziwna [deutsch: Dievenow] (14 %) sind mit einer Länge von über 30 km und 5 bzw. 3 m von geringerer Bedeutung für den Wasseraustausch“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 16).

 

Aufgrund des Austauschs des Stettiner Haffs über die drei Mündungsarme mit der Pommerschen Bucht, unterliegt der Salzgehalt der Gewässer je nach Wasseraustausch entsprechenden Schwankungen. Die Pommersche Bucht weist einen Salzgehalt von 6 ‰ auf und ist damit mesohalin. „Besonders im Winter führen höhere Windstärken und Wasserstände zu einem verstärkten Wasseraustausch zwischen Pommerscher Bucht und Swina [deutsch: Swine], so dass es zeitweise auch im Großen Haff zu höheren Salzgehalten kommen kann (vor allem in Bodennähe). Der überwiegende Teil des Kleinen Haffs ist mit einem mittleren Salzgehalt um 2 ‰ oligohalin. Neben der saisonalen Veränderung (höhere Salzgehalte im Winter, niedrigere im Sommer) ist auch ein räumlicher Gradient zu verzeichnen: Von Norden nach Süden nimmt der Salzgehalt ab, da im Süden verstärkt Süßwasser durch die Oder einströmt (…). Im langjährigen Mittel schwankt der Salzgehalt des Stettiner Haffs zwischen 2,4 ‰ im Winter und 0,8 ‰ im Sommer“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 16).

 

Ebenso wie der Salzgehalt unterliegen auch die Nährstoffe des Stettiner Haffs saisonalen und räumlichen Schwankungen. „Im Winter sind die Nährstoffgehalte höher als im Sommer und sie nehmen im Stettiner Haff von Norden nach Süden zu (Pommersche Bucht < Kleines Haff < Großes Haff). (…) 1995 wurden schätzungsweise 4.922 t Phosphor und 76.973 t Stickstoff aus der Oder ins Haff eingetragen. (…) In den letzten Jahren sind die Konzentrationen von Phosphor und Stickstoff im Haff leicht gesunken: P -11 µmol/ l (Ende der 1980er) und 6 µmol/ l (dieses Jahrzehnt) und N -160 µmol/ l und 130 µmol/ l (dieses Jahrzehnt) (…), da auch die Oder geringe Nährstofffrachten führte“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 17). Aufgrund der Abriegelung des Stettiner Haffs von der Pommerschen Bucht, verweilt das nährstoffreiche Wasser recht lange im Stettiner Haff (die Austauschzeiten liegen bei 35- 75 Tagen; in der Pommerschen Bucht erfolgt der Austausch hingegen in nur 8- 10 Tage).

 

Tabelle 3: Charakteristika des Stettiner Haffs (Wasserchemie und Nährstoffe)
Quelle: Zusammenstellung nach LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 16-17



Charakteristika des Stettiner Haffs
Salzgehalt (PSU)
Ø
0,3-4,51
1,4
pH 6,8-9,53
Ø Süßwasserzufluss (km³ a-1)18
Ø Zufluss der Ostsee (106 m³ a-1)sehr gering
Ø Abfluss (106 m³ a-1)18
Aufenthaltsdauer (d)55


Nährstoffe
Stickstoff Zufuhr (1995-1999) (t a-1)266.000-82.000
Phosphor Zufuhr (1995-1999) (t a-1)2 5.000-6.400
Schwebstofffracht (t a-1)425.0003
Schwermetall Zufuhr (t a-1)3
Pb
Zn

85
700



1 Bangel et al. (2004), auf den Daten von WIOS und LUNG basierend, für 1990-1999;
2 Wielgat (2002), Gesamtzufuhr inklusive Oder, Zarow, Ina, Peene und lokale Quellen;
3 Leipe et al. (1998)

 

3. 

Geschichte und Kultur

Abb. 3: Hakenterasse in Szczecin, Republik Polen)
Quelle: IKZM-Oder, 4.09.2005, http://www.ikzm-oder.de

Die kulturellen und landschaftlichen Besonderheiten der Odermündungsregion liegen in der Geschichte des Landes begründet, die weite Teile des Landes geprägt hat. Wesentliche Aspekte dieser Geschichte (wie beispielsweise die frühe Besiedelung der Region durch die Slawen) sollen in dem folgenden Unterkapitel 3.1 vorgestellt werden. Im Unterkapitel 3.2 werden einige kulturelle Besonderheiten der Region (wie z.B. die Bäderarchitektur) vorgestellt.

Ferner wird in beiden Kapiteln auf weiterführende Informationen im WorldWideWeb hingewiesen.

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3.1. 

Geschichte

Beginnend bei der Bronzezeit können für die Region erste Funde dem germanischen Kulturkreis zugerechnet werden. Aus der römischen Kaiserzeit werden Völkernamen wie beispielsweise von den Burgundern, Wandalen und Goten überliefert.
Während der Zeit der Völkerwanderung (400 n. Chr.) leerte sich der ostmitteleuropäische Raum und die Region wird zu einer nahezu unbewohnten Einöde. Funde aus der Zeit bis ins 8. Jahrhundert hinein belegen die spärliche Besiedelung des Landes mit Germanen, später das Vordringen der Slawen in den Raum.

 

Im 8. und 9. Jahrhundert breiteten sich die Slawen allmählich von Osten in Richtung Westen über Ostmitteleuropa aus. Dabei wurde ihr Weg im Wesentlichen von den naturräumlichen Gegebenheiten des Raumes bestimmt: der Ostsee im Norden, den Strömen Oder und Weichsel im Westen und Osten und dem Warthe-Netze-Urstromtal im Süden. Aufgrund dieser Lage zwischen dem Meer und den Strömen im Landesinneren bezeichneten die einwandernden Slawen das Gebiet „am Meere“ (slawisch: po morje oder auch po morze). Aus dieser ersten Namensgebung ging die Bezeichnung Pommern hervor. Im Gegensatz dazu bezeichneten die Polen, die sich als Binnenländer empfanden, ihr Land als „pole“ (= Feld).

 

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Im 10. Jahrhundert zogen die Polen in einen Eroberungsfeldzug gegen die Pommern und eroberten unter Herzog Miesko I. 972 in der Schlacht von Zehden Pommern. In der folgenden Zeit bemühten sich die Polen um die Christianisierung der Pommern, doch bereits 1025 nach dem Tod des polnischen Königs Boleslaw I. vertrieben die Pommern die Polen aus dem Raum. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts drang Polen unter der Herrschaft des Herzogs Boleslaw III. erneut in Pommern ein und bezwang die slawische Bevölkerung.


Im 12. Jahrhundert wurde Pommern dann in einem zweiten Versuch vom Kleriker Otto von Bamberg christianisiert und 1153 entstand in dem Dorf Stolpe in der Nähe des Ortes Anklam das erste Kloster auf pommerschen Boden (vgl. rechts Text "Zum Lesen" und "Bild").

 

Das 12. Jahrhundert war aber auch aus anderen Gründen für die Pommern eine unruhige Zeit: die Dänen bemühten sich um die Überquerung des Baltischen Meeres und versuchten an der südlichen Ostsee erste Stützpunkte anzulegen. In der Nähe des heutigen Wolin entstand ein wichtiger Handelsplatz der slawisch-nordischen Bevölkerung.


Im Jahr 1181 stürzte Heinrich der Löwe. In weiten Teilen Norddeutschlands kam es zu tiefen territorialen Einschnitten. Einer davon war u. a., dass Pommern rechtlich mit dem Reich verbunden wurde. 1185 erkannten die Pommernherzöge die dänische Lehnshoheit an, 1227 endete diese Lehnshoheit wieder. Im Jahr 1231 mussten die Pommern dafür die Oberlehnshoheit durch die brandenburgischen Askanier anerkennen.

 

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Im 13. Jahrhundert wurden in Pommern planmäßig Städte und Dörfer mit Hilfe deutscher Bürger und Bauern aufgebaut. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das Land von Raubritterwesen und Rechtlosigkeit, aber auch der Weiterentwicklung und Neugründung von Städten und der Fortsetzung ländlicher Siedlungen bestimmt. Viele Städte im Küstenbereich schlossen sich dem Bund der Hanse an, darunter auch die Stadt Anklam. „Handel und Gewerbe brachten Wohlstand, ja gelegentlich Reichtum mit sich, ein dadurch gesteigertes bürgerliches Selbstbewusstsein ließ im Zeitalter der Gotik mächtige Stadtmauern und -türme, prachtvolle Bürger- und Rathäuser und himmelanstrebende Kirchen entstehen“ (VOLLACK, 1980, S. 17). 1474 wurde Pommern unter der Herrschaft des Fürsten Bogislaw X. geeint. Im Zuge dieser Herrschaft wurden u. a. das römische Recht, die Hebung von Bildung, Steuerverfassung und Münzordnung eingeführt.

Von 1618 bis 1648 wütete auch in Pommern der Dreißigjährige Krieg, der ein ausgeblutetes, heruntergekommenes Land hinterließ. Zwei Drittel der Bevölkerung Pommerns hatten den Krieg nicht überlebt. (Im Übrigen geht das Kinderlied „Maikäfer flieg“ auf diesen Krieg und die Vernichtung Pommerns zurück.) Im Jahre 1653 wurde es wieder friedlicher im Land: Pommern wurde in Vorpommern, d. h. den Teil westlich der Oder, und in Hinterpommern, d. h. den Teil östlich der Oder geteilt. Vorpommern fiel an Schweden, Hinterpommern an Brandenburg. Doch bereits wenige Jahre später wurde es aufgrund des Brandenburgisch-schwedisch-polnischen Krieges erneut friedlos im Land.

 

1714 wurde Friedrich Wilhelm I. König. Er baute eine neue Staatsorganisation auf, unter der das Land wirtschaftlich stärker wurde. Im Zuge dieser Entwicklung wurden Wälder gerodet, Moore trocken gelegt und mehr landwirtschaftliche Nutzflächen angelegt, die Swine ausgebaut und Swinemünde zu einem bedeutenden Seehafen aufgebaut.


Von 1740-1786 regierte Friedrich der Große. Er setzte die Arbeit seines Vaters fort und entwickelte das Land weiter: Sümpfe wurden trocken gelegt, Seen gesenkt, Kolonistendörfer gebaut, neue Kulturen wie z. B. die Kartoffel angebaut. Im Jahre 1741 entstand in Szczecin ein Handelskollegium, 1745 wurde der Hafen Swinemünde-Preußen eröffnet, 1756 entstand in Torgelow das erste Eisenhüttenwerk Preußens. Während des Siebenjährigen Krieges wurde der Aufschwung Pommerns allerdings wieder gebremst. Russische Truppen durchzogen Pommern und richteten große Schäden an, so dass Friedrich der Große nach dem Ende des Krieges 1763 erneut Aufbauarbeit leisten musste.

 

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Republik Polen

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Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Vorpommern endgültig Preußen zugesprochen und damit die Geschichte des Landes Pommern Teil der Geschichte Preußens. Weitere wichtige Eckdaten sind u. a.: 1843 wurde die Eisenbahnlinie Berlin - Szczecin aufgenommen, 1873 wurden die Festungen Kolberg, Szczecin und Stralsund aufgelassen, 1919 wurde Pommern Grenzland. 1945 kam es zur Teilung, Besetzung und Vertreibung von 1,9 Millionen Menschen aus dem östlichen Teil Pommerns und die heutige Grenzregion wurde Teil der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Volksrepublik Polens. 1989 kam es zur Wende und die Mauer zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik fiel und Polen wurde 1990 zur Republik Polen. Die Grenzregion ist damit heute Teil der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Im Jahre 2004 trat die Republik Polen der Europäischen Union bei. Ferner ist die Region Pommern heute Teil der Euroregion Pommerania (vgl. Kapitel 4).

 

 

3.2. 

Kultur

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Wie bereits aus dem geschichtlichen Abriss erkennbar wird, ist ein Großteil der Odermündungsregion früh besiedelt worden. Auch die Städte gehen zum Großteil auf alte Gründungen der Ostkolonisationszeit und des 12. und 13. Jahrhunderts zurück. Daher weisen viele Städte und Orte der Region ein historisches Flair auf. Dieses Flair wird durch repräsentative Bauten, Museen, Gedenkstätten und kulturelle Veranstaltungen ergänzt und unterstrichen. So laden in der Region z. B. kulturgeschichtliche und naturkundliche Museen, Kunst- und Heimatmuseen, Theater und Orchester, unterschiedliche Märkte und Volksfeste zu einem Besuch in der Region ein. Freiluftveranstaltungen u. a. in Burgruinen, Klöstern und Schlössern runden den Kulturgenuss ab.

 

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Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten und größeren Museen, Ausstellungen und Feste in der Region.
Zu den kursiv geschriebenen kulturellen Angeboten finden Sie auf der rechten Seite WWW-Links mit weiteren Informationen.

 

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Anklam und Umgebung:



auf der Insel Usedom:


um das Haff herum:


Szczecin/ Stettin und Umgebung:


Świnoujście und Umgebung:


auf der Insel Wolin und Umgebung:

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4. 

Wirtschaft und Tourismus

Abb. 4: Blick auf eine Werft im Szczeciner Hafen (Republik Polen)
Quelle: IKZM-Oder, 4.09.2005

Im Odermündungsraum leben insgesamt rund 840.000 Einwohner, von denen knapp 414.000 allein in der Stadt Szczecin wohnen. Die Bruttowertschöpfung der Region beruht größtenteils auf dem Dienstleistungssektor. Besonders dem Tourismus an der Ostseeküste kommt im Odermündungsgebiet eine hohe Bedeutung zu. Beispielsweise werden die dem Stettiner Haff vorgelagerten Inseln Usedom und Wolin touristisch stark genutzt. Dagegen ist das Hinterland eher ländlich geprägt und unterliegt einer weitaus geringeren Nutzung. Der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung im gesamten Odereinzugsgebiet ist mit 3,9 % recht gering, nimmt aber aufgrund seiner verhältnismäßig großen Flächenutzung im Odermündungsraum eine besondere Rolle ein (vgl. Tabelle 4).

 

Tabelle 4: Nutzung des Landes im Oderästuar, ausgedrückt in Prozentangaben
Quelle: LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 43 (nach SLMV 2004, Statistical Yearbook 2003)

OstvorpommernUecker-RandowMecklenburg-VorpommernWestpommern
Gesamtfläche (km²) 1.9101.62423.17422.902
Landwirtschaft57,4 %18,1 %64,0 %48,8 %
Wald21,5 %35,3 %21,4 %35,6 %
Wasser7,0 %139,6 %5,5 %5,7 %
Gebäude4,7 %2,1 %3,6 %1,7 %
Verkehr3,2 %1,7 %2,8 %2,9 %
Erholung0,3 %0,2 %0,6 %1,0 %
Sonstiges5,9 %3,0 %1,8 %4,3 %

Ein besonderes Merkmal der Odermündungsregion sind die Wechselwirkungen, die zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen auftreten: Die Grenzregion profitiert von den wirtschaftlichen Vorteilen der Grenzbeziehung. Beispielsweise nutzen Grenzpendler die Kostenvorteile beiderseits der Grenze. „Während die niedrigen Preise im Handel und im Dienstbereich in Polen deutsche Besucher anlocken, reisen Polen nach Berlin um das internationales Kulturangebot in Anspruch zu nehmen“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 99) (vgl. Tabelle 5).

 

Tabelle 5: Pendlerpotenzial aus Polen und Tschechien
Quelle: LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 99 (nach HÖNEKOPP, 2002)

RegionPendler* (absolut)
Vorpommern9.800
Ueckermark-Barnim6.300
Oderland-Spree11.700
Lausitz-Spreewald18.000

* bei durchschnittlicher Distanz von 100 km

 

Allerdings bringt die Grenzbeziehung der Region auch wirtschaftliche Nachteile mit sich. Beispielsweise konkurriert der deutsche Tourismus mit den günstigeren Preisen des polnischen Fremdenverkehrs. Umgekehrt stellt der Hafen der Hansestadt Rostock, der nach der Wiedervereinigung Deutschlands Zugang zur gesamten deutschen Wirtschaft bekommen hat, eine Konkurrenz zum polnischen Hafen Szczecin und den Speditionsfirmen der Region dar.


Ein weiteres Beispiel für die Wechselwirkungen stellt der knappe und teure Wohnraum in Szczecin dar: Leer stehende Wohnungen und niedrige Miet- und Grundstückspreise in Uecker-Randow führen dazu, dass die Bewohner Szczecins umsiedeln und sich in Uecker-Randow niederlassen.

 

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Euroregionen

(PDF, 1,6 MB)
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Des Weiteren kann angemerkt werden, dass der Bereich der Odermündungsregion eine der deutsch-polnischen Euroregionen ist. Als Euroregionen werden freiwillige regionale grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von lokalen Gebietskörperschaften in Europa bezeichnet. Ziel der Euroregionen ist die Überwindung staatlicher Grenzen, um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf sozialem, wirtschaftlichem, infrastrukturellem, technologischem und kulturellem Gebiet und im Umweltbereich zu ermöglichen. Der Odermündungsraum gehört zur im Dezember 1995 gegründeten Euroregion „Pomerania“ .

In der PDF-Datei rechts finden Sie weitere Informationen zum Begriff Euroregion. Der WWW-Link führt Sie auf die Homepage der Euroregion Pomerania.

 

 

4.1. 

Tourismus

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Aufgrund des naturräumlich sehr heterogen ausgebildeten Landschaftsbildes ist die Odermündungsregion in vielerlei Hinsicht für den Tourismus attraktiv. Als besonders anziehend kann dabei Folgendes genannt werden:


Als touristisch bevorzugte Areale können


genannt werden.

Damit konzentriert sich der Tourismus in der Odermündungsregion vorrangig auf den Küsten- und Haffbereich. Dabei ist die touristische Nutzung im Oderästuar stark saisonal geprägt, d. h. besonders in den Sommermonaten, an verlängerten Wochenenden, an Feiertagen und in den Frühlings- und Herbstmonaten ist ein Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen.

Insbesondere die Insel Usedom mit der Stadt Usedom, dem Seebad Zinnowitz, Ostseebad Bansin, Ostseebad Heringsdorf und Ostseebad Ahlbeck und dem am Haff gelegenen Fischerort Kamminke; aber auch die Insel Wolin mit der Stadt Wolin und der Ort Świnoujście werden touristisch stark genutzt.

(Zu den fett geschriebenen Orten und Städten finden Sie rechts und unten Abbildungen mit weiteren Informationen und jeweils einen WWW-Link).

 

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Weit weniger frequentiert ist dagegen das Hinterland. Mit Ausnahme der Städte verfügt das Hinterland über kaum vergleichbare Angebote und das im Landkreis Uecker-Randow stationierte Militär mindert die bereits geringe Attraktivität des Hinterlandes zusätzlich. Des Weiteren kommt hinzu, dass unzureichende Rad-, Wander-, Reit- und Wasserwege die Wechselwirkungen zwischen Hinterland und Küste erschweren. Zukünftig muss also der Ausbau und die Instandhaltung von Wegen angestrebt werden.

 

Tabelle 6: Übernachtungszahlen im Oderästuar
Quelle: STEINGRUBE, SCHEIBE & FEILBACH, 2004, S. 26

Region/ Ort HotelsBettendichte
(Betten pro 1000 Einw.)
Übernachtungsdichte
(Übern. Pro 1000 Einw.)
Goleniówsi 53199
Kamieński170446287.50
Policki 88365
Świnoujście 80207239.00
Szczecin 4913365
Ostvorpommern46726233.200
Uecker-Randow 51332.318

 

Auf dem Fluss Oder kommt es auf dem gesamten Lauf zu einem ausgeprägten Wassertourismus. Unterschiedliche Wassersportarten (wie z.B. Segeln, Motorbootfahren, Angeln und Tauchen), Fahrgastschifffahrt und Flusskreuzschifffahrt sind nur einige Beispiele hierfür. „Regelmäßig starten Flusskreuzfahrtschiffe z. B. von Potsdam und Berlin in Richtung Stettiner Haff über den Oder-Havel-Kanal und die Oder. Ein begehrter Wasserwanderweg führt auch von Eisenhüttenstadt über den Oder-Spree-Kanal und die Oder zum Stettiner Haff (…). Pro Jahr werden auf der Oder und im Stettiner Haff über 2 Mio. Fahrgäste befördert“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 40). Daneben existiert entlang der Oder in den größeren Städten wie z.B. Szczecin ein ausgeprägter Städtetourismus.

 

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IKZM-Oder Bericht Nr. 4

(PDF, 616,6 kB)

Allerdings führt die touristische Nutzung der Odermündungsregion und der Oder auch zu Belastungen derselben. Umweltschutzorganisationen wie beispielsweise der WWF bemühen sich daher um die Verwirklichung eines sanften Tourismus (auch als Öko-Tourismus bezeichnet - vgl. "Zum Lesen" rechts).

So plant der WWF beispielsweise, die Oder zu einem Musterbeispiel für sanften oder ökologischen Tourismus zu machen und entlang des Flusses ein Netzwerk von so genannten „grünen Punkten“ aufzubauen. Unter diesen grünen Punkten versteht der WWF Anlaufstationen für Touristen, die u. a. Informationen bezüglich günstiger Übernachtungen, Leihfahrräder und regionaler Produkte anbieten sollen. Bis zum Jahr 2006 möchte der WWF zehn solcher Stationen errichtet haben.

Ausführliche Informationen zum Tourismus in der Odermündungsregion finden Sie auch in dem IKZM-Oder-Bericht Nr. 4 ("Ergebnisse der Bestandsaufnahme der touristischen Infrastruktur im Untersuchungsgebiet"), der Ihnen rechts als PDF-Datei zur Verfügung steht.

 

 

4.2. 

Land- und Forstwirtschaft

Der Odermündungsraum wird im Küstenbereich überwiegend touristisch genutzt. Das Hinterland ist hingegen eher ländlich geprägt. Zwar ist der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung im Odereinzugsgebiet mit 3,9 % recht gering, aber aufgrund seiner verhältnismäßig großen Flächenutzung wird der Landwirtschaft im Einzugsgebiet eine besondere Rolle zugeschrieben. Der Prozentual betrachtet geringe Anteil der Landwirtschaft im Odermündungsraum ist u. a. auf den geringen Anteil landwirtschaftlich hochwertiger Böden in diesem Gebiet zurück zu führen. Lediglich im westlichen Uferbereich des Peenestroms, auf dem Usedomer Winkel und südwestlich von Szczecin finden sich ertragreiche Böden.

 

Die Landnutzung im Odermündungsraum ist also stark von der Eignung der Böden für eine landwirtschaftliche Nutzung abhängig. So werden beispielsweise in den Tal- und Niederungsbereichen der Oder überwiegend Grünlandwirtschaft betrieben. „Lössböden, ertragreiche Sandböden des Hügellandes und ein Teil der Auenböden, z. B. im Oderbruch, werden ackerbaulich genutzt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 25). Aufgrund der insgesamt eher schlechten Bodenverhältnisse (überwiegend sandige und feuchte Böden) machen Dauerkulturen, Haus- und Nutzgärten den geringsten Anteil aus und Laubmisch- und Nadelwälder dominieren.

Forstwirtschaftliche Nutzung findet vorwiegend in den nährstoffarmen Sander- und Dünenregionen statt. „Der Waldbestand in Westpommern beträgt 7500 km², davon sind 70,3 % Kiefern und Lärchen. Die Kiefer dominiert auch in den Landkreisen Ostvorpommern und Uecker-Randow, im Naturpark „Insel Usedom“ mit 63 %“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 45).

 

 

4.3. 

Fischerei

Der Fischfang erfolgt im Odermündungsgebiet im Stettiner Haff (auch Oder Haff genannt) sowie im unteren Teil der Oder unterhalb der Stadt Schwedt. „Der Ertrag des gesamten Haffs liegt bei ca. 3000 t im Jahr“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46). Traditionell wird im Oder Haff mit Reusen und Stellnetzen gefischt (vgl. das Bild rechts).

In den letzten Jahren stellten der Flussbarsch, die Brasse und die Plötze 90 % der Fischereierträge im Kleinen Haff dar - Zander, Hecht und Aal wurden verhältnismäßig wenig gefangen. „Die Jahresfangmenge im Kleinen Haff beträgt etwa 486 t bei 18 Fischarten. Für das Kleine Haff (27.700 ha) ergibt sich daraus ein Ertrag von 17,6 kg/ ha/ a“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46).
Im Großen Haff gehen ungefähr 96 % der Fischereierträge auf den Fang von Zander, Flussbarsch, Plötze, Brasse und Aal zurück. Die Jahresfangmenge im Großen Haff beträgt etwa 43- 71,2 kg/ ha/ a.
Der Hering stellt eine Besonderheit im Fischfang im Großen Haff dar. „Er gelangt im Frühjahr durch die Swina in das Haff, um dort zu laichen. (…) [Daher variieren die Fangergebnisse] je nach Einstromereignis der Pommerschen Bucht zwischen 0- 160 t“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 46).

Im unteren Flussverlauf der Oder werden vor allem Plötze, Güster, Brasse, Zander und Hecht gefischt. „1996 lag der Ertrag der unteren Oder bei insgesamt ca. 100 t/ Jahr“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 29).

Zu den fett geschriebenen Fischen finden Sie rechts und unten Bilder mit weiteren Informationen.


Tabelle 7:
Fischfang im Kleinen Haff, Großen Haff und in der unteren Oder
Quelle: Zusammenstellung nach LÖSER & SEKSCINSKA, 2005

Kleines Haff
Flussbarsch (Perca fluviatilis) 31,1 %
Brassen (Abramis brama) 30,9 %
Plötze (Rutilus rutilus) 27,3 %


Großes Haff
Flussbarsch (Perca fluviatilis) 1.294,1 t
Brassen (Abramis brama) 763,6 t
Plötze (Rutilus rutilus) 958,4 t

 

„In der Odermündungsregion sind verschiedene Fischschonbezirke ausgewiesen, Jahresschonbezirke sind Teile der Peenemündung und der Usedomer Kehle. In diesen Gebieten ist jeglicher Fischfang verboten. Des Weiteren sind Laichschonbezirke ausgewiesen, in denen der Fischfang während der Laichzeit der Fische (1. April- 31. Mai) verboten ist (Peenestrom, Achterwasser, Haff) (…). Über Schongebiete im polnischen Teil ist nichts bekannt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 47).

Am Fluss Oder finden sich fast am gesamten Lauf Angler. „Die Zahl der entlang der gesamten polnischen Oder ausgegebenen Angelkarten wird auf ca. 150.000 geschätzt“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 29).

 

  Zum Lesen

In dem IKZM-Oder Bericht Nr. 10 "Fischerei und Meeresnaturschutz im Bereich der Odermündung" des Forschungsprojektes "Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)" finden Sie weitere Informationen. Der Bericht steht Ihnen rechts als PDF-Datei zur Verfügung.

 

 

4.4. 

Industrie

Mehr als 10 Jahre nach dem Ende der Planwirtschaft haben sich im Raum der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und in Polen die Verhältnisse geändert und an westeuropäische Standards weitgehend angeglichen: Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung und Einzelhandel orientieren sich mittlerweile an marktwirtschaftlichen Bedingungen.

In der Odermündungsregion werden für die Baustoffindustrie traditionell wichtige Rohstoffe wie Kiese, Sande, Kalke, Tone und Kreide abgebaut. Im polnischen Teil des Oderästuars werden Torfe und Mineralwässer, aber auch Erdöl- und Erdgasvorkommen abgebaut bzw. gefördert. Auf der deutschen Seite wird auf der Insel Usedom im Bereich Lütow auf der Halbinsel Gnitz Erdöl gefördert.

„Die Ausbeutung der Heiltorfe, Tiefenwässer und Kreide ist insbesondere auch im Zusammenhang mit der touristischen Entwicklung der Region, speziell als Bestandteil von lokalen Kurort- und Sanatorienkonzepten von Bedeutung. Andererseits ergeben sich daraus auch Konfliktfelder mit der touristischen Entwicklung in der Region (z. B. Erdgasgewinnung vor dem Seebad Heringsdorf und auf der Insel Chrzaszczewska bei Kamien Pomorski)“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 51).

Auf der deutschen Seite der Odermündungsregion konzentrieren sich die wenigen klein- und mittelständischen Industriebetriebe auf die Städte, wie beispielsweise die Peenewerft in Wolgast und die Pommersche Fleischverarbeitung in Anklam. „Die Anzahl der Unternehmen, Betriebe und Arbeitsstätten in Ostvorpommern betrug 2003 ca. 1707 und im Uecker-Randow-Kreis ca. 1145. Dabei macht der Sektor Handel und Gastgewerbe mit 63 % bzw. 67 % den größten Anteil aus“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 51).

Auf der polnischen Seite der Odermündungsregion gehört Westpommern zu den wirtschaftlich sehr aktiven Wojewodschaften. „Die Anzahl der Unternehmen der Volkswirtschaft betrug Ende 2002 179.000 Einheiten. Auf etwa 10.000 Einwohner kommen über 1.000 Firmen, was die Wojewodschaft auf dem zweiten Platz in Polen, gleich hinter der Wojewodschaft Mazowieckie, platziert“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 51). Die wirtschaftlich wichtigen Unternehmen befinden sich überwiegend im Küstenbereich und in den städtischen Ballungsgebieten (vor allem in Szczecin, Świnoujście und Police). „In Szczecin sind über 1/3 aller Betriebe konzentriert; der Ballungsraum umfasst ca. 70 % des Wirtschaftspotentials der gesamten Wojewodschaft“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 51). Besonders der maritimen Wirtschaft kommt eine hohe Bedeutung zu.

 

 

4.5. 

Verkehr

Im Raum der Odermündung besteht ein unterschiedlich dichtes Netz von Straßen. Wichtige überregionale Verbindung im Straßennetz der Odermündungsregion sind die Autobahnen A 20, die den Odermündungsraum mit dem Westen (in Richtung Lübeck) verbindet und die A 11 in Richtung Berlin. Endpunkt der Autobahnen ist jeweils Szczecin. Das Fernstraßennetz, d. h. Bundesstraßen und Europastraßen ist auf deutschem Gebiet dichter als auf der polnischen Seite. Die Bundesstraße B 109 verbindet die Städte Greifswald und Anklam, die B 110 Świnoujście und Anklam und die B 111 Świnoujście und Ahlbeck. Des Weiteren verbindet die Autobahn A 20 die Städte Lübeck und Szczecin. Das Netz der übrigen Straßen ist hingegen auf deutscher und polnischer Seite ähnlich dicht, wenn auch auf polnischem Gebiet in weitaus schlechterem Zustand.

 

Aufgrund der Grenzbeziehung zwischen Polen und Deutschland in der Odermündungsregion und der ständigen Verkehrszunahme stehen die bereits angeführten Straßenverkehrswege unter einem verstärkten Belastungsdruck. Besonders die Bundesstraße B 111 zwischen Wolgast und Ahlbeck und die B 110 zwischen Anklam und Usedom (Stadt) und Ahlbeck werden stark frequentiert. Des Weiteren gilt für beide Seiten, dass das Straßennetz zur Haupturlaubszeit schnell überlastet ist und den Ansprüchen nicht genügen kann.


Um diesen Belastungsdruck ein wenig umzuverteilen und ein verbessertes Verkehrsnetz anbieten zu können, wird seit einigen Jahren der Bau einer ständigen, festen Querung des Swine-Flusses in Świnoujście diskutiert. Möglich wäre entweder der Bau eines Tunnels oder einer Hochbrücke zwischen den Inseln Usedom und Wolin. „Außerdem wird die Verbreiterung und der Umbau der Straße Nr. 3 durch den Woliner Nationalpark diskutiert, der die Verkehrsverbindung zwischen Świnoujście und Szczecin verbessern soll“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 56).

 

  Zum Lesen

Auf den Schienen ist die Odermündungsregion gut in das europäische Eisenbahnnetz eingebunden. Es besteht u. a. ein Schienennetz zwischen Berlin - Pasewalk, Anklam - Greifswald – Stralsund und Hamburg - Neubrandenburg - Pasewalk – Szczecin. Durch die Usedomer Bäderbahn sind auf der Insel Usedom alle wichtigen Ferienorte bis zur polnischen Grenze, sowie um das große Haff herum miteinander verbunden.

 

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Der Luftverkehr in der Grenzregion beschränkt sich bislang größtenteils auf regionale Flugverbindungen. „Internationale Flugverbindungen bestehen nur über die Flughäfen Szczecin/ Goleniow [Der Flugplatz Goleniow bietet ganzjährig und fast täglich Verbindungen in andere Städte Europas wie z.B. Kopenhagen, Stockholm und London], überregional bedeutend ist der Flugplatz Heringsdorf (Garz). [Der Flugplatz Heringsdorf wird nur im Sommer und an bestimmten Tagen genutzt.] Im direkten Umfeld der Region befinden sich jedoch weitere größere Flughäfen mit internationalen Verbindungen wie Berlin und Poznan“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 57).

 

Das Wasserstraßennetz der Odermündungsregion wird durch den Fluss Oder, das Stettiner Haff und die Nebengewässer und die Ostsee bestimmt. „Über die Binnenwasserstraßen und die Häfen Świnoujście, Police und Szczecin sowie durch die Nähe zu weiteren Häfen (Widuchowa, Bielinek, Schwedt und Eberswalde) ist die Region an Berlin und die Industrieregionen in Westdeutschland angeschlossen. Über die Ostsee bestehen von den Häfen Wolgast, Ueckermünde - Berndshof, Szczecin, Świnoujście und Police Transitverbindungen zwischen Kontinentaleuropa“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 57). Des Weiteren verbindet das Oderstromsystem die Region über den Mittellandkanal, den Rhein und den Rhein-Main-Kanal in Richtung Westen und Süden; über die Wilska in Richtung Osten.

„Im deutschen Teil des Oderästuars befinden sich 119 km Binnenwasserstraße mit insgesamt 15 Häfen, von denen acht ein Umschlagsvolumen von mehr als 400.000 t jährlich aufweisen. Auf der polnischen Seite nimmt Świnoujście die wichtigste Rolle ein: 10.116.000 t im Jahr 2002 (9.569.000 t Szczecin, 2.200.000 t Police). Auf dem Stettiner Haff mit seinen angrenzenden Fahrwässern kommt es jährlich zu folgenden Schifffahrtsaufkommen: 3.872 Passagierschiffe, 1.107 Frachtschiffe, 180 Werftschiffe, 6.000 Fischereifahrzeuge und ca. 3.500 Freizeitboote“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 57).

 

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Im Grenzgebiet der Odermündungsregion kommt auf der polnischen Seite der Stadt Szczecin eine bedeutende Rolle als Verkehrsknotenpunkt zu. Zum einen ist Szczecin ein wichtiger Knotenpunkt des Eisenbahn-, Straßen- und Flugverkehrs; zum anderen zusammen mit den Städten Świnoujście und Police wichtig für die Hochsee-, Küsten- und Binnenschifffahrt. Darüber hinaus stellt Szczecin aufgrund der Verkehrsachse Berlin - Szczecin ein Zentrum der internationalen und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dar.

 

Ein Verkehr der besonderen Art findet an den Grenzübergängen im Odermündungsraum statt. Die Grenzübergänge stellen trotz vereinfachter Grenzabfertigung Nadelöhre für den Verkehr dar. „Derzeit sind folgende Grenzübergänge in Nutzung:

 

Abb. 5: Grenzverkehr im Odermündungsraum
Quelle: STEINGRUBE, SCHEIBE & FEILBACH, 2004, S. 22 (IKZM-Oder-Bericht 4)

Weitere Informationen zum Thema Verkehrsmittel Schiff finden Sie auch in Kapitel 4.7 (Schifffahrt).

 

 

4.6. 

Schifffahrt

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In der Odermündungsregion kommt dem Tourismus, der Fischerei, Land- und Forstwirtschaft eine bedeutende wirtschaftliche Rolle zu. Daneben zählt aber auch die Schifffahrt zu den wichtigen Nutzungen in der Region. Der Transport von Gütern und Personen auf dem Wasser spielt in der Region der Odermündung bereits seit dem 18. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Der Hafen Szczecin (vgl. Bild rechts) stellt einen der bedeutendsten Umschlagplätze zwischen der Ostsee (Baltische Staaten) und den Binnengewässern Deutschlands, Polens, Osteuropas und Russlands dar.

Der Schiffsverkehr zwischen dem Stettiner Haff und der Pommerschen Bucht führt durch den Kanal Kaiserfahrt (polnisch: Kanał Piastowski, vgl. Bild rechts). Die Kaiserfahrt ist eine 10,5 m tiefe Schifffahrtsrinne, die durch den schmalen Mündungsarm Swine führt. Um die Schiffbarkeit in diesem Kanal gewährleisten zu können, werden regelmäßig Ausbaggerungen durchgeführt.

Aufgrund der Wechselwirkung zwischen Schifffahrt und dem Gewässersystem Odermündung übt die Nutzung der Odermündung als Schifffahrtsstraße einen starken Druck auf das ökologische Gleichgewicht des Oderästuars aus. Besonders technische Baumaßnahmen, die die Beschiffbarkeit der Odermündung gewährleisten sollen, belasten das Gewässersystem.
Auf diese geplanten (und teilweise durchgeführten) Maßnahmen hat im Besonderen immer wieder der WWF aufmerksam gemacht. So führt der WWF beispielsweise an, dass die vom Hafen in Szczecin als Hauptroute ausgehende 80-180 m breite und 9,3-13,8 m tiefe Fahrrinne regelmäßig ausgebaggert werden muss, um die Schiffbarkeit sicherstellen zu können. Die Schifffahrt an sich und die Baggerarbeiten im Fahrwasser und im Schifffahrtskanal wirken sich auf die hydrodynamischen Gegebenheiten aus, d. h. sie beeinflussen die Strömung, die Sauerstoffverhältnisse und die Lebensräume des Zoobenthos - sowohl in der Pommerschen Bucht, als auch im Oderhaff und in der Oder selbst. Daneben begünstigt die Schifffahrt die Einwanderung neuer Arten (Neozoen) in das Odermündungsgebiet und verursacht damit zum Teil erhebliche ökologische Gleichgewichtsstörungen.

Mit Hilfe großer Umweltorganisationen wie dem WWF wurde auf diese Missstände aufmerksam gemacht und weitere geplante Baumaßnahmen zunächst ad acta gelegt. Laut des EUCC-International wurden die Pläne, Szczecin zum größten Hafen der Ostsee zu entwickeln, aufgegeben und stattdessen beschlossen, einen Teil des Stettiner Haffs und des unteren Odertals zu Natura 2000-Gebieten auszuweisen.

 

 

5. 

Natur- und Küstenschutz

Abb. 6: Dünen am Ostseestrand von Usedom (BRD)
Quelle: IKZM-Oder, 23.09.2004, http://www.ikzm-oder.de

Die Odermündungsregion zeichnet sich durch einzigartige Lebensräume aus. Diese Lebensräume stellen für die Tier- und Pflanzenwelt Habitaträume mit herausragender Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz dar. Der Erhalt dieser Lebensräume ist aber nicht nur für den Natur- und Tierschutz wichtig, auch für einen funktionierenden, umweltverträglichen Hochwasser- und Küstenschutz ist er von Bedeutung. Diese Aspekte werden in den beiden folgenden Kapiteln näher erörtert.

 

 

5.1. 

Naturschutz

Naturschutzgebiete
In der Odermündungsregion ist ein hoher Flächenanteil unter Schutz gestellt. In der Bundesrepublik Deutschland werden der Erhalt und der Schutz der natürlichen Ressourcen generell durch die Rahmengesetze des Bundes (Bundsnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. Bundesnaturschutzneuregelungsgesetz, Umsetzung der FFH-Richtlinien und der Vogelschutzrichtlinie der EU), die Gesetze und Verordnungen des jeweiligen Bundeslandes (Landesnaturschutzgesetz) und durch die Zuständigkeiten und Regelungen des jeweiligen Landkreises und der Kommunen geregelt. Dabei wird zwischen mehreren Typen von Schutzgebieten, wie z. B. Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate unterschieden. In der Republik Polen sind vor allem die Vorschriften, die sich aus dem ECONET PL ergeben, relevant.

 

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Auf der deutschen Seite des Odermündungsgebietes wird die Natur mit Hilfe von 43 Naturschutzgebieten (u. a. Anklamer Stadtbruch, Altwarper Binnendünen, Golm, Peenemünder Haken, Peenetal) mit einer Gesamtfläche von 17.746 ha und 10 Landschaftsschutzgebieten (u. a. Insel Usedom, Peenetal, Südküste Kleines Haff) mit einer Fläche von 76.963 ha sowie Naturparken (u. a. Naturpark Usedom) und Natura 2000-Netzen geschützt.
Auf der polnischen Seite fungieren der Nationalpark Wolinski, Naturschutzgebiete, Landschaftsparks, Landschaftsschutzgebiete und Natura-2000-Gebiete mit einer Fläche von rund 7.500 ha als Schutzräume.

Der WWF bemüht sich bereits seit Jahren um den Schutz von Teilen der Odermündungsregion. Unter Federführung der Umweltstiftung und mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wies der WWF insgesamt 80.000 ha Naturräume als Schutzgebiete aus. So war der WWF 1993/ 95 mit verantwortlich für die Ausweisung des Landschaftsschutzpark „Unteres Odertal“ auf der polnischen Seite und des Nationalparks „Unteres Odertal“ auf der deutschen Seite.

 

Der Nationalpark „Unteres Odertal“ stellt im Odermündungsraum einen grenzüberschreitenden Schutzraum für Flora und Fauna dar. Er besteht auf der deutschen Seite aus dem Nationalpark (NP) „Unteres Odertal" (10.500 ha) und aus dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) Nationalparkregion „Unteres Odertal" (17.774 ha), auf polnischer Seite aus dem Landschaftschutzpark Zehden (polnisch: Cedynski Park Krajobrazowy) mit 30.000 ha Kernfläche und 35.000 ha Schutzzone und dem Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (polnisch: Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) mit einer Fläche von 6.000 ha. Insgesamt umfasst der Nationalpark damit eine Fläche von 117.274 ha (1.172 km²).

Im Nationalpark Unteres Odertal leben rund 45 Fisch- und Rundmaularten, über 1000 Insektenarten, 140 Molluskenarten, 16 Amphibien- und Reptilienarten, 45 Säugerarten, 301 Spinnenarten und 161 Vogelarten und 211 Makrozoenarten (von denen 26 Arten auf der Roten Liste stehen). Des Weiteren kommen im unteren Odertal rund 1061 Pflanzenarten vor. Besonders die Ausbreitung sonst typischer Steppenzonenpflanzen, ausgedehnte Großseggensümpfe und Überflutungsmoore stechen dabei heraus.

 

Auf der deutschen Seite besteht auf der Insel Usedom einer der sechs Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern (63.200 ha): der Naturpark Usedom. Auf der Insel Usedom wurden insgesamt 15 Naturschutzgebiete (NSG) mit einer Gesamtfläche von 3.973 ha ausgewiesen. Diese NSG liegen im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Usedom, dass eine Fläche von 48.500 ha umfasst.

 

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Auf der polnischen Seite des Odermündungsgebietes besteht u. a. auf der Insel Wolin der Nationalpark Woliński, der 1960 als erster Meerespark in Polen ausgewiesen wurde. Dieser Nationalpark umfasst eine Fläche von 10.937 ha, inklusive einer Seemeile auf die Ostsee hinaus, den nord-westlichen Teil der Insel Wolin, die Ostseeküste und die Gewässer der Swina. Am Nationalpark Woliński wird bemängelt, dass nur 2 % unter strengem Schutz stehen, obwohl das Gebiet des Nationalparks und dessen Umgebung unter einer besonders hohen Belastung steht.

 

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Artikel zum Naturschutz

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Europäische Vogelschutz- und FFH-Gebiete
Im Mündungsraum der Oder liegen auf der deutschen Seite in den Landkreisen Ostvorpommern und Uecker-Randow 110.475 ha Europäische Vogelschutzgebiete und rund 39 % (= 70.315 ha) der im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gemeldeten FFH-Flächen. Auf der polnischen Seite wurden im Mai 2004 21 Gebiete in Westpommern der EU-Kommission gemeldet. „Davon befinden sich in der Region des Oderästuars Wolin i Uznam (Wolin), Ujście Odry i Zalew Szczeciński (Odermündung und Großes Haff), Police kanały, Wzgórza Bukowe und Ostoja Goleniowska (insgesamt etwa 100.000 ha)“ (LÖSER & SEKSCINSKA , 2005, S. 44).

Natura 2000-Gebiete
Im Mündungsraum der Oder besteht auf der deutschen Seite ein Netz aus insgesamt 22 ausgewiesenen Gebieten. Auf der polnischen Seite wurden laut IKSO (2005) im polnischen Teil der Internationalen Flussgebietseinheit Oder 67 Natura 2000-Gebiete ausgewiesen.

 

Tabelle 8: Schutzgebiete in der Nationalen Flussgebietseinheit Oder
Quelle: LÖSER & SEKSCINSKA , 2005, S. 23 (nach IKSO, 2005)

RegionWasserschutzgebieteErholungs- und
Badegewässer
Vogelschutz-
und FFh-Gebiete
 
Obere Oder 4937252
Mittlere Oder95712487
Untere Oder 41028244
Stettiner Haff 16338110
Lausitzer Neiße 2751498
Warthe53226623

 

 

 

5.2. 

Küsten- und Hochwasserschutz

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Oderästuar
Der Schutz der inneren Küstengewässer wird in der Odermündungsregion überwiegend durch Landesschutzdeiche gewährleistet. Weite Teile auf der deutschen Seite des Oderästuars wurden ausgebaut und reguliert, Küstenüberflutungsräume und Salzgrasländer großflächig eingedeicht und mit Hilfe von Schöpfwerken entwässert.

Die Außenküste der Odermündungsregion wird vor Hochwässern durch Buhnensysteme, Hochwasserschutzdünen, Uferlängswerke, Wellenbrecher und Strandaufspülungen geschützt. Auf der polnischen Seite wird der Schutz die inneren Küstengewässer durch Deiche gewährleistet.

 

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Oder
Natürliche Flüsse, die noch frei ohne menschliche Eingriffe fließen, werden in Mitteleuropa nur noch selten gefunden. Besonders im 18. Jahrhundert wurde ein Großteil der mitteleuropäischen Flüsse zu Schifffahrtsstraßen ausgebaut, begradigt und im Lauf verkürzt. Mäandrierende Flüsse wurden auf einem Großteil ihres Laufes begradigt, um den Großschifffahrtsverkehr uneingeschränkt gewährleisten zu können. Einher mit dieser Begradigung ging eine Reduzierung frei überflutbarer Flächen. Diese Flächen (auch als (Fluss-)Auen bezeichnet (vgl. das Bild rechts) ermöglichen den Flüssen, zu jeder Jahreszeit anders zu fließen und während Starkregen- oder Schmelzwasserereignissen ihr Wasser auf die umliegenden Flächen zu verteilen.

Auch die Oder wurde im 18. Jahrhundert weitgehend begradigt und um 160 km verkürzt und die frei überflutbaren Flächen von 3.700 km² auf 860 km² reduziert. Der WWF bemüht sich bereits seit Jahren um den Erhalt der noch bestehenden Auenflächen und kämpft gegen weitere Ausbaupläne der Oder an. Der Erhalt der Auen ist zum einen für den Naturschutz wichtig, da Auen als biologische Kläranlagen von Flüssen fungieren. Zum anderen stellen Auen natürliche Überschwemmungsflächen entlang der Flüsse dar, d. h. sie können beachtliche Wassermengen aufnehmen und damit die Wirkung von Hochwässern dämpfen (vgl. das Bild rechts).

Allerdings stellt die Oder im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Flüssen einen der wenigen Flüsse dar, der überhaupt noch über Mäanderschwingen und Auenlandschaften verfügt. So existieren beispielsweise im Oberlauf der Oberen Oder zwischen der Tschechischen Republik und Polen noch Flusswindungen. „Dort sind die natürlichen dynamischen Vorgänge von Wasser- und Sedimenttransport bis heute erhalten geblieben. Neben Mäandern bieten Seitenarme, Inseln, Uferabbrüche und Kiesbänke einer artenreichen Flora und Fauna eine Heimat. In den Uferabbrüchen brüten Eisvogel und Uferschwalbe. Auch Biber und Fischotter finden hier noch eine Heimat“ (WWF, 08.2005, http://www.wwf.de/regionen/deutschland/oder/Grenze).

 

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Das die Oder noch über diese Flussschwingen und Auenlandschaften verfügt, verdankt sie u. a. den Bemühungen des WWF. Da die Oder mit jedem Laufwechsel automatisch die Grenze zwischen Tschechien und Polen neu definierte, entwickelten Ende der 1990-er Jahre die polnischen und tschechischen Flussverwaltungen Pläne, die Oder zu verbauen und zu begradigen. Der WWF legte daraufhin den Verwaltungen Ergebnisse des WWF-Auen-Instituts vor, dass bereits nach der verheerenden Sommerflut 1997 den Zustand der Oderauen kartierte und bewertete. „Auf Grundlage der Ergebnisse und nach intensiver Überzeugungsarbeit schob die tschechisch-polnische Grenzgewässerkommission 2001 schließlich den geplanten Beginn der Ausbaumaßnahmen um zwei Jahre auf. Zeit, die das WWF-Auen-Institut intensiv nutzte, um den Ist-Zustand der so genannten Grenzmäander zu untersuchen und eine Vorhersage über deren weitere Entwicklung auszuarbeiten. Praktischer Zweck: die Abschätzung der Hochwassergefahr für die anliegenden Gemeinden. Dazu wurde ein offener Dialog mit den tschechischen und den polnischen Behördenvertretern, mit den betroffenen Einwohnern, Firmen sowie den Naturschutz-, Raumordnungsplanungs- und Staatsgrenzbehörden geführt. Nachdem abschließend wissenschaftlich dargelegt werden konnte, dass die Erhaltung des Flussbettes keine negative Auswirkungen auf die Hochwasserschutzmaßnahmen für die nahe gelegene Stadt Bohumín hat, unterzeichneten die zuständigen tschechischen und polnischen Behörden im Oktober 2003 eine Verzichtserklärung bezüglich des Rückbaus des Oderflussbettes. Und im November 2003 stimmte die ständige polnisch-tschechische Grenzkommission den WWF-Vorschlägen zur naturnahen Erhaltung der Oder-Grenzstrecke zu – ein einzigartiger Erfolg. Und ein Sieg der Vernunft“ (WWF, 08.2005, http://www.wwf.de/regionen/deutschland/oder/Grenze).

 

Nichtsdestotrotz wurden parallel zu dieser Entwicklung an einigen Teilstücken der Oder aber natürlich auch Hochwasserbaumaßnahmen wie beispielsweise der Bau von Deichen, Speichern und Rückhaltebecken zur Trinkwasserversorgung, Niedrigwassererhöhung, Wasserkrafterzeugung, für die Freizeit- und Erholungsnutzung und zum Hochwasserschutz gebaut.

„Im polnischen Einzugsgebiet der Oder sind gegenwärtig 21 Talsperren mit einem Gesamtstauvolumen von 968,5 Mio. m³ vorhanden, davon sind z. Zt. etwa 329 Mio. m³ als Hochwasserschutzraum vorgesehen. Daneben sind an den linksseitigen Nebenflüssen im Mittellauf der Oder zwölf Hochwasserrückhaltebecken mit einem Gesamtstauvolumen von 29 Mio. m³ in Betrieb. Hinsichtlich der Polder befindet sich im polnischen und deutschen Teil eine Vielzahl von Überlaufpoldern mit einem Gesamtvolumen von ca. 280 Mio. m³. (…) Im gesamten Einzugsgebiet der Oder existieren 46 Kraftwerke. Sie dienen wie auch einige Hochwasserspeicher und Schifffahrtsstufen der Energiegewinnung“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 34).

 

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Entlang der Oder wurde eine Fläche von insgesamt 6.678 km² und über 30 Städte als potentiell überflutungsgefährdet identifiziert. Im Sommer des Jahres 1997 fand an der Oder das stärkste Hochwasserereignis des letzten Jahrhunderts statt. In wenigen Wochen überschwemmten zwei Hochwasserwellen weite Flächen im Raum der Mittleren und Oberen Oder. Ursache für das Hochwasserereignis waren zwei ausgedehnte Starkregenereignisse in den Sudeten und Beskiden sowie im Iser- und Riesengebirge.

 

Eine andere Ursache für Wasserstandserhöhungen der Oder können Eiserscheinungen sein. „Für die untere Oder wurden am Pegel Hohensaaten - Finow (1901- 1990) durchschnittlich 44 Tage pro Jahr mit Eiserscheinungen registriert, davon 30 Tage mit Eisstand. Die Eiserscheinungen nehmen stromaufwärts ab bzw. treten später ein. Treibeisschollen können durch verringerte Fließgeschwindigkeiten zu einem Rückstau führen und Wasseranstiege von 0,8 bis 1,50 m in Abhängigkeit von der Wasserführung bewirken“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 10).

 

 

6. 

Probleme, Perspektiven & Lösungsansätze (IKZM)

Abb. 7: Blick auf den Strand bei Świnoujście (Republik Polen)
Quelle: IKZM-Oder, 23.09.2004, http://www.ikzm-oder.de

Der Odermündungsraum bildet eine Grenzregion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen. Ein Großteil der Probleme, aber auch der Vorzüge der Region lassen sich auf die Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Polen zurückführen: Auf der einen Seite zeichnet sich die Grenzregion durch ihre vielfältige Landschaft mit prägenden großen Küstengewässern aus, auf der anderen Seite leidet sie aber unter massiven wirtschaftlichen Problemen und starken Gradienten zwischen Ost und West sowie Küste und Hinterland.

Der große Hoffnungsträger der Odermündungsregion ist der Tourismus: Die derzeit rasante touristische Entwicklung einerseits und die Umwelt als Potenzial andererseits stellen daher die zentralen Themen der Region dar. Allerdings können im Zusammenhang mit einer touristischen Entwicklung auch Interessenskonflikte mit anderen Nutzern auftreten.

In den folgenden drei Unterkapiteln werden einige der Problemfelder der Region beschrieben. Im Hinblick auf den Beitritt der Republik Polen in die EU werden die neuen Anforderungen an Planungs- und Managementaktivitäten in der Region erörtert und Zukunftsperspektiven aufgezeigt.

 

 

6.1. 

Probleme in der Region

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In der Odermündungsregion kommt es aufgrund der natürlichen Gegebenheiten, der unterschiedlichen Nutzungen und der Grenzlage zwischen den Ländern Deutschland und Polen zu unterschiedlichen Wechselwirkungen, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Region auswirken können. Dabei treten u. a. Wechselwirkungen zwischen Wasser und Land, Küstenregion und Hinterland, sowie Deutschland und Polen auf (vgl. den IKZM-Oder Bericht Nr. 8 rechts).

Bezüglich der zukünftig zu erwartenden Einflüsse auf die Odermündungsregion werden unterschiedliche Auffassungen vertreten, die aus verschiedenen Erkenntnissen, Erwartungen und Erfahrungen resultieren. Im Folgenden werden einige der zukünftig zu erwartenden (oder bereits bestehenden) Problemfelder benannt. Weitere Informationen zu spezifischen Themenfeldern werden im Rahmen des Forschungsprojektes „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion“ in Form von so genannten IKZM-Oder-Berichten erörtert bzw. untersucht (vgl. rechts).

Als derzeitige und auch zukünftig wichtige Themenfelder können für die Odermündungsregion folgende Bereiche genannt werden:

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Als Beispiele für einige der aufgezählten Problemfelder können u. a. folgende Aspekte aufgezeigt werden:

Als ein generelles Problemfeld, das sich auf alle Einzelfelder auswirkt, kann eine unzureichende Informationsverfügbarkeit und fehlendes Interesse an den naturräumlichen Zusammenhängen und Besonderheiten im Odereinzugsgebiet angeführt werden. Während regionale Interessengruppen und Stakeholder u. a. aufgrund ihres wissenschaftlichen Hintergrundes die Bedeutung der naturräumlichen Probleme im Odereinzugsgebiet weitestgehend anerkennen, fehlt es der lokalen Bevölkerung an Interesse und Wissen hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen Ostsee, Haff und Odereinzugsgebiet. Daher erscheint die Bewusstseinsbildung eine dringliche Aufgabe, um die nachhaltige Entwicklung der Region gewährleisten zu können.

Laut einer Untersuchung, die im Rahmen des Forschungsprojektes IKZM-Oder durchgeführt wurde, wird in den deutschen und polnischen Dokumenten die Besonderheit der Oder-Haffregion als Mündungsregion der Oder und die gleichzeitige Beeinflussung durch die Ostsee nicht genügend herausgearbeitet. „Der Zusammenhang und auch die Abhängigkeit des gesamten Gewässersystems scheint nur ungenügend in den Planungen, Dokumenten und öffentlichen Medien nachvollzogen und berücksichtigt. Dies zu verändern und zu verbessern, sollte ein vorrangiges Ziel nachfolgender Forschung und Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Institutionen, zwischen Deutschland und Polen sowie zwischen Küste und Einzugsgebiet sein“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 113).

 

6.2. 

Zukunftsperspektiven

Der Beitritts Polens in die EU führt(e) in der Grenzregion Odermündungs zu einigen Veränderungen und Entwicklungen, die zukünftig eine intensiviere deutsch-polnische Zusammenarbeit, eine Abstimmung der Planungs- und Managementaktivitäten und einen besseren Transfer von Wissen und Erfahrungen erforderlich macht.

 

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In dem Forschungsprojekt „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion“ wird diesen neuen Anforderungen entsprochen und Untersuchungen zu einzelnen Problemfeldern durchgeführt (vgl. Kapitel 6.3).

Um die Oderregion erfolgreich nachhaltig entwickeln zu können, sollte ein übergeordnetes Ziel im Management der Region die gleichzeitige Berücksichtigung des Flussgebietes und der Ostsee im Rahmen eines Dialoges zwischen den Ansätzen eines Flussgebietsmanagements (IWRM) und eines Integrierten Küstenzonenmanagements (IKZM) sein (vgl. Kapitel 6.1). Um ein Küste-Einzugsgebiet-Management erfolgreich bestreiten zu können, müssen nach ADRIAANSE et al. 2002 fünf Schritte erfolgen:

  1. „Informationsaustausch und Schaffung einer Datengrundlage zwischen Ländern, Küstenregion und Einzugsgebiet sowie zwischen den beteiligten Akteuren. Darin eingeschlossen sind nationale und lokale Ministerien, NROs, private Interessengruppen und Institutionen. Ziel sollte ein für alle Beteiligten einheitlicher Informationsstand sein.
  2. Tiefgründige Untersuchungen und Analysen sollen die vorhandenen Erkenntnisse festigen, erweitern und neue Einblicke in die vielfältigen Zusammenhänge und Wechselwirkungen ermöglichen.
  3. Vielfältige Kommunikationsstrukturen und Diskussionen zwischen den Akteuren sollen die primären Konflikte in der Region festlegen und mögliche Lösungswege aufzeigen. Dabei sollten die lokalen Interessen vor dem breiten Hintergrund des Küste-Einzugsgebiet-Managements betrachtet werden.
  4. Auf Grundlage der primären Konflikte und Interessen soll eine gemeinsame Planung für das Untersuchungsgebiet erarbeitet werden.
  5. Die daraus resultieren Maßnahmen können technischer, ökonomischer oder legislativer Art sein. Außerdem sollte mit Bildungsmaßnahmen die Bewusstseinsbildung für die Zusammenhänge zwischen Küste und Einzugsgebiet verbessert werden“ (LÖSER & SEKSCINSKA, 2005, S. 113-114).

 

Unabhängig von den derzeitigen Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung der Odermündungsregion in dem Forschungsprojekt „Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion“, bestehen bereits zahlreiche internationale Abkommen und Vereinbarungen, Programme und grenzüberschreitend bedeutende Projekte, die den Ostsee- und Oderraum regulieren. Einige dieser Vereinbarungen und Abkommen werden im Folgenden (in alphabetischer Reihenfolge) kurz vorgestellt.

 

 

Sie finden auf der rechten Seite WWW-Links mit weiterführenden Informationen zu den einzelnen Vereinbarungen und Abkommen.

 

 

6.3. 

Integriertes Küstenzonenmanagent (IKZM)

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Für die Region der Odermündung bestehen unterschiedliche Entwicklungserwartungen, die auf unterschiedliche Erkenntnisse und Erfahrungen zurück zu führen sind. Entlang der Oder, im Odermündungsraum und in den angrenzenden Küstengebieten wurden bereits seit einigen Jahren Untersuchungen und Aktivitäten zur Regionalentwicklung und zum Integrierten Küstenzonenmanagement durchgeführt (vgl. Kapitel 6.2). Allerdings bezogen sich diese Aktivitäten meist nur auf einen ausgewählten Teilraum, d. h. sie wurden getrennt für die Bereiche Flussgebiet, Küste, Bundesrepublik Deutschland und Republik Polen durchgeführt. Dabei wurden die Wechselwirkungen, die zwischen diesen Gebieten bestehen (können) vernachlässigt.

Im Jahr 2002 wurden erste Gespräche bezüglich eines Küste-Einzugsgebiet-Dialoges zwischen den beiden Ländern aufgenommen. Aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Küste und Einzugsgebiet im Oderraum und den bereits stattgefundenen ersten Gesprächen bezüglich eines Küste-Einzugsgebiet-Dialoges wurde das Oder-Einzugsgebiet als Fallstudie im Rahmen des UNEP/ ICARM Programms ausgewählt.

Des Weiteren wird seit Mai 2004 im Odermündungsraum eines der beiden deutschen Referenzprojekte zum Integrierten Küstenzonenmanagement (IKZM), das Forschungsprojekt „Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)“ durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden u. a. auch die Auswirkungen des Flusseinzugsgebietes auf die Küstenregionen untersucht. Das IKZM-Oder-Projekt ist Partner des Kernprojektes „Land-Ocean Interaction in the Coastal Zone (LOICZ)“ und in die Aktivitäten der UNEP zum „Integrated Coastal Area and River Basin Management (ICARM)“ eingebunden.

 

  Zum Lesen

In dem IKZM-Oder-Bericht Nr. 2 finden Sie ausführliche Informationen zu einem Integrierten Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion. Der Bericht enthält Informationen zu dem Raum Odermündung, den vorherrschenden Problemen in der Region und möglichen Lösungsansätzen sowie den Anforderungen an eine Raumnutzung, um eine nachhaltige Entwicklung der Region gewährleisten zu können. Der Bericht steht Ihnen rechts als PDF-Datei zur Verfügung.

 

 

7. 

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis:

  Zum Lesen

  Zum Lesen

  Zum Lesen
PDF-File
Minning, 2003

(PDF, 1,4 MB)

  Zum Lesen
PDF-File
IKZM-Oder Bericht Nr. 4

(PDF, 616,6 kB)



Webseitenverzeichnis:

 

8. 

Impressum & Kontakt

Web-Seite:http://www.ikzm-d.de
Herausgeber:EUCC- Die Küsten Union Deutschland e.V.
Auftraggeber:Forschungsprojekt "Forschung für ein Integriertes Küstenzonenmanagement in der Odermündungsregion (IKZM-Oder)"
Webmaster:Dr. Steffen Bock
Zusammengestellt von:Diplom-Geographin Anke Vorlauf
Das Lern- und Informationsmodul "Region Odermündung" wurde vor allem auf der Basis des IKZM-Oder Berichtes Nr. 14, weiteren IKZM-Oder Berichten und mit Material der Projekthomepage http://www.ikzm-oder.de erstellt. Ich möchte an dieser Stelle den Verantwortlichen des IKZM-Oder-Projektes für die Bereitstellung der umfangreichen Materialien sowie Nardine Löser und Holger Janssen für die Durchsicht der Texte danken!
Inhalt:In diesem Informations- und Lernmodul werden Ihnen ökologische, wirtschaftliche und sozioökonomische Informationen, sowie einige Merkmale und Besonderheiten der Odermündungsregion vorgestellt.
Gewähr/ Haftung: Bei der Erstellung des Lern- und Informationsmoduls wurde große Sorgfalt geübt. Trotzdem ist die Veröffentlichung sämtlicher Texte, Abbildungen etc. ohne Gewähr. Bei der Einstellung der Links waren uns keinen unsittlichen oder unseriösen Inhalte der verlinkten Seiten bekannt. Sollte Ihnen eine verlinkte Seite unseriös erscheinen, weisen Sie uns bitte darauf hin.
Urheber- und Kennzeichnungsrecht: Bei der Erstellung des Informations- und Lernmoduls wurde große Sorgfalt geübt. Wir haben alle uns bekannten Quellen der verwendeten Texte, Abbildungen, Karten etc. genannt. Sollte Ihnen ein Fehler auffallen, benachrichtigen Sie uns bitte.
Werbung/ Verlinkung: Werbung für IKZM-D Lernen bzw. Links auf die Webseite von IKZM-D Lernen http://www.ikzm-d.de sind erwünscht.
Kontakt: Anke Vorlauf: vorlauf@eucc-d.de, Dr. Gerald Schernewski: schernewski@io-warnemuende.de