{"id":741,"date":"2021-08-25T12:47:04","date_gmt":"2021-08-25T10:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ikzm-d.de\/auswirkungen\/?page_id=741"},"modified":"2022-02-08T11:40:14","modified_gmt":"2022-02-08T10:40:14","slug":"auswirkung-auf-die-tierwelt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ikzm-d.de\/muell-im-meer-auswirkungen\/auswirkung-auf-die-tierwelt\/","title":{"rendered":"&#8230; auf die Tierwelt"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Lebewesen eines \u00d6kosystems stehen meist in direktem Zusammenhang, bilden Nahrungsketten und f\u00fchren sich erg\u00e4nzende Lebensweisen. Die Verschmutzung der Meeresumwelt durch M\u00fcll bedroht an vielen Stellen diese ineinandergreifenden Systeme. So kann die Sch\u00e4digung von Lebewesen durch M\u00fcll dazu f\u00fchren, dass weitere hiermit in Symbiose lebende Tiere oder Glieder einer Nahrungskette beeintr\u00e4chtigt werden. Gesch\u00e4tzt kostet die Meeresverschmutzung durch M\u00fcll j\u00e4hrlich mehr als 100.000 Meeress\u00e4uger und einer Million Meeresv\u00f6geln das Leben &nbsp;&#8211; &nbsp;Tendenz steigend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verfangen<\/h2>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6\u00dfere marine Tiere wie Wale, Delfine, Haie und Schildkr\u00f6ten <strong>verfangen<\/strong> sich in Schn\u00fcren und Netzen &#8211; die im Meer absichtlich entsorgt oder unabsichtlich verloren gegangen sind &#8211; und verlieren ihre Bewegungsf\u00e4higkeit. Dies hat zur Folge, dass sie ihre lebensnotwendige Nahrungssuche sowie Fortpflanzung und Verteidigung gegen Fressfeinde nicht fortsetzen kann. S\u00e4ugern ist es teilweise nicht mehr m\u00f6glich an die Oberfl\u00e4che zu gelangen, um Luft zu holen und so  ersticken sie unter Wasser. See- und K\u00fcstenv\u00f6gel verwechseln die d\u00fcnnen Sch\u00fcre, Seile und Netze mit Pflanzenresten und nutzen sie zum Nestbau. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verhungern<\/h2>\n\n\n\n<p>Meerestiere und V\u00f6gel<strong> <\/strong>fressen<strong> <\/strong>den M\u00fcll, welcher den Verdauungstrakt entz\u00fcndet, verstopft und dazu f\u00fchren kann, dass die Tiere bei vollem Magen <strong>verhungern<\/strong>. Schildkr\u00f6ten zum Beispiel verwechseln Plastikt\u00fcten mit Quallen, von denen sie sich eigentlich ern\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">invasive Arten<\/h2>\n\n\n\n<p>M\u00fcllteile, die aus Kunststoff bestehen und so leicht sind, dass sie an der Oberfl\u00e4che oder in der Wassers\u00e4ule treiben, k\u00f6nnen \u00fcber die Meeresstr\u00f6mungen um den ganzen Globus getragen werden. Dabei k\u00f6nnen sie bestimmten Arten quasi als Flo\u00df dienen, um in fremde \u00d6kosysteme zu gelangen. Diese so genannten <strong>invasiven Arten <\/strong>sind also gebietsfremde Tierarten, die sich in einem ihnen fremden \u00d6kosystem ausbreiten und dort das nat\u00fcrliche Gleichgewicht st\u00f6ren, da sie meist keine nat\u00fcrlichen Fressfeinde habe und oft nicht unerhebliche Sch\u00e4den anrichten. Ein Beispiel f\u00fcr das Reisen von invasiven Arten auf M\u00fcll, das sogenannte \u201ePlastic Rafting\u201c, ist die Ankunft von mehreren 100 Japanischen Arten an der amerikanischen K\u00fcste 2011. Ursache war der Tsunami in Japan, der dazu f\u00fchrte, dass sehr viel M\u00fcll in die Meere eingetragen wurde, an dem sich zuvor u. a. Meeresschnecken, Muscheln und Fische anhefteten. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umweltgifte<\/h2>\n\n\n\n<p>Insbesondere M\u00fcllteile aus Kunststoff, die ins Meer gelangt sind, haben eine weitere Auswirkung auf das \u00d6kosystem, denn ihre Oberfl\u00e4che bindet <strong>Umweltgifte<\/strong>. Hierbei sind vor allem Lebewesen bedroht, welche das Umgebungswasser zur Nahrungsaufnahme filtrieren (z. B. Muscheln) und damit diese Gifte aufnehmen. Die Oberfl\u00e4che der Plastikartikel bindet Umweltgifte wie zum Beispiel DDT und PCB. Die hochgiftigen, kaum abbaubaren Stoffe reichern sich in Nahrungsketten an, welche prim\u00e4r <span class='tooltipsall tooltipsincontent classtoolTips0'>Filtrierer<\/span> wie Muscheln oder Korallen belasten. Da diese <span class='tooltipsall tooltipsincontent classtoolTips0'>Filtrierer<\/span> die Nahrungsgrundlage f\u00fcr viele andere Tiere bilden, werden die Schadstoffe an diese weitergegeben und in die Nahrungskette eingespeist. Beispielsweise werden Quallen bevorzugt von Schildkr\u00f6ten gefressen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anreicherung<\/h2>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge sinken 70-80 % des M\u00fclls, der in die Meere gelangt, auf den Meeresboden ab. Darunter sind auch zahlreiche Produkte, die aus Kunststoffen hergestellt wurden. Welche Auswirkungen der M\u00fcll auf die dort essenziellen Destruenten, Lebewesen welche organischen Substanzen abbauen und zersetzen, hat, wird derzeit noch erforscht.<\/p>\n<script type=\"text\/javascript\"> toolTips('.classtoolTips0','<span class='tooltipsall tooltipsincontent classtoolTips0'>Filtrierer<\/span> saugen Meerwasser an und filtrieren als Nahrungsquelle Plankton sowie organische Kleinstpartikel aus dem Wasser. Eine einzelne Miesmuschel filtert so zwei Liter Meerwasser pro Stunde, eine 1 qm<sup>2<\/sup> gro\u00dfe Muschelbank bis zu 140 Liter Wasser pro Stunde.\u00a0Dabei filtern die Meerestiere Mikroplastik und andere Schadstoffe aus dem Wasser, welches sich in ihrem Gewebe anreichern kann.'); <\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lebewesen eines \u00d6kosystems stehen meist in direktem Zusammenhang, bilden Nahrungsketten und f\u00fchren sich erg\u00e4nzende Lebensweisen. Die Verschmutzung der Meeresumwelt durch M\u00fcll bedroht an vielen Stellen diese ineinandergreifenden Systeme. So kann die Sch\u00e4digung von Lebewesen durch M\u00fcll dazu f\u00fchren, dass weitere hiermit in Symbiose lebende Tiere oder Glieder einer Nahrungskette beeintr\u00e4chtigt werden. 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