textDie Bodentypen Parabraunerde und Pseudogley

Parabraunerden bilden sich meist aus mergeligen Lockergesteinen.
Der humose Oberboden ist ein an Ton verarmter, bis einen halben Meter mächtiger Horizont. Er teilt sich auf in einen oberen, humosen und krümeligen, geringmächtigen Teil und einen unteren, humusarmen, fahlbraunen Teil. Unter diesem Oberboden befindet sich ein tiefbrauner Unterbodenhorizont der über dem Lockergestein liegt. In diesem Unterboden hat sich der nach unten verlagerte Ton angereichert.

Der Pseudogley ist ein Stauwasserboden. Er ist nicht vom Grundwasser beeinflusst, sondern von gestautem Niederschlagswasser.
Ein Pseudogley hat folgende Bodenhorizonte: Obenauf liegt der humose Oberboden, darunter ein gebleichter, wasserdurchlässiger Stauwasserhorizont mit Konkretionen und Rostflecken. Die Rostflecken entstehen durch den Wechsel zwischen stauwasserbedingter Feuchtigkeit und Austrocknung. Unter diesem wasserdurchlässigen Horizont befindet sich ein dichter, heller und rostfleckiger Stauwasserhorizont, der wasserundurchlässiger ist.

Der Pseudogley kann aus Parabraunerden entstehen. Wenn in der Parabraunerde eine starke Tonverlagerung stattgefunden hat, kann sich bei ausreichend Niederschlag Staunässe bilden. Dies führt zunächst zur Bildung von Pseudogley-Parabraunerde und schließlich zum reinen Pseudogley.

Quelle: SCHEFFER, Fritz, Lehrbuch der Bodenkunde, 15. Auflage (Heidelberg 2002).