textOstsee: Allgemeine Informationen

Ostsee: Allgemeine Informationen Die Ostsee ist ein brackiges , relativ flaches Meer, welches vor etwa 12.000 Jahren auf dem Nordeuropäischen Kontinentalschelf (Schelfmeer) entstanden ist. Sie hat ein Wasservolumen von 21.631 Kubikkilometer und umfasst eine Fläche von rund 422.000 qkm, womit sie eines der größten Brackwassergebiete der Erde ist. Sie erstreckt sich zwischen den Breitengraden 54 °N und 66 °N und hat eine W-O-Ausdehnung von 200 bis 650 km. Sie wird zudem auch Rand- bzw. Nebenmeer genannt, da sie über den Kattegat und den Skagerrak nur eine sehr schmale Verbindung zur Nordsee und damit zum Atlantischen Ozean besitzt. Diese Meerenge hat neben den Einfluss auf den Salzgehalt zudem Einfluss auf das Tidegeschehen in der Ostsee. So ist der Tidenhub mit durchschnittlich 1,5 m im Vergleich zur Nordsee so gut wie unbedeutend. Ihr Salzgehalt ist deutlich geringer als der der Nordsee (Salzgehalt zwischen 32 – 34 ‰) und nimmt von Westen(Kattegat = 25 – 20 ‰) nach Osten(Beltsee = 12 – 6 ‰) hin ab, im Finnischen Meerbusen beträgt dieser nur noch 2 ‰. Der Salzgehalt wird neben dem Einstrom aus der Nordsee vor allem durch die Süßwasserzufuhr aus über 200 Flüssen und Niederschlägen bestimmt. Aus dem Wassereinzugsgebiet strömen jährlich auf diese Weise etwa 483 Kubikkilometer Wasser in die Ostsee. Zusammen mit den Niederschlägen (abzüglich der Verdunstungsmengen) ergibt sich insgesamt eine Süßwasserzufuhr von 540 Kubikkilometer pro Jahr. Dieser Eintrag spielt vor allem für den Nährstoff- und schließlich auch für den Sauerstoffhaushalt eine beachtliche Rolle. Das Bodenrelief weist eine ausgeprägte Becken- und Schwellenstruktur auf, wobei Wassertiefen von 200 m eine Ausnahme darstellen. Die mittlere Wassertiefe der Ostsee beträgt rund 50 m. Grundsätzlich lässt sich die Ostsee folgende Becken von West nach Nord-Ost gliedert: Kattegat, Beltsee, Arkonasee, Bornholmsee, Östliche und Westliche Gotlandsee, Rigaischer Meerbusen, Finnischer Meerbusen, Alandsee, Schärenmeer, Bottensee und Bottenwiek. Die Darß-Zingster Boddenregion enthält Teile der Beltsee und der Arkonasee. Getrennt werden beide Becken von der so genannten Darßer Schwelle. Die Beltsee ist dabei dem Westen des Darß vorgelagert und die Arkonasee der Zingst-Halbinsel und Hiddensee. Aus diesem Grund findet man leichte Salzgehaltschwankungen zwischen Flachwasserbereichen des Weststrandes und beispielsweise den westlich des Zingst gelegenen Werder Inseln. Das Ökosystem Ostsee ist, wie alle Brackwasserökosysteme, gekennzeichnet durch Artenarmut. Diese Tatsache ist ebenfalls zurückzuführen auf das erdgeschichtlich junge Alter des Binnenmeeres, so konnten sich bisher nur wenige an Brackwasser angepasste Arten herausbilden. Deshalb nehmen marine Arten, die eine hohe Toleranz gegenüber unterschiedlichen Salzgehaltverhältnissen haben, eine dominante Stellung im Ökosystem Ostsee ein (euryhaline Arten). Beispiele für Arten, die aus der Nordsee eingewandert sind, sind die Fischarten Scholle, Dorsch, Seestichling und Hering.