textMögliche Vorgänge (vereinfacht) zur Sturmflutentstehung im Wasserkörper der Ostsee

1. Es kommt zu einer Auffüllung des Beckens der südwestlichen und südlichen Ostsee mit Nordseewasser, wenn tage- und wochelange Südwest- bis Westwinde das Ostseewasser in die nordöstliche Ostsee gedrückt haben. Eine Auffüllung von 0,3 bis 0,5 m ist möglich.

 

2. Herrscht ein Wasseraufstau infolge starker SW- bis W-Winde in der nordöstlichen Ostsee und flaut der Wind ab oder kommt ganz zur Ruhe, so entstehen Rückschwingungen. Der entstehende Schwingungsstau an der südlichen Ostseeküste kann Wasserstände von 0,6 bis 0,8 m über Normalmittelwasser erreichen, ohne das gleichzeitig Nord- oder Nordostwinde beteiligt sind

 

3. Wenn beim Rückschwingen nicht Windstille, sondern über weiten Teilen des Ostseebeckens starke bis steife Winde aus Nord bis Nordost herrschen, so erfährt der Vorgang eine Windbeschleunigung. Zu dem Schwingungsstau kommt der Windstau hinzu und es werden an der südwestlichen Ostsee auf diese Weise Wasserstände von 1,2 bis 1,5 m über Normalmittelwasser möglich.

 

4. Der Vorgang steigert sich, wenn Nord- bis Nordoststurm auf die zurückschwingende Wasseroberfläche trifft. Schwingungsstau und Windstau können dann an der südlichen Ostseeküste sogar zu Wasserständen von 1,6 bis 2,2 m über Normalmittelwasser führen [...]

(Redieck u. Schade 1996).