textDie Entstehung der Ostsee

Die Ostsee, das jüngste Meer Europas, ist ein Produkt der letzten Eiszeit, die vor 70 000 Jahren begann.

Vor 25 000 Jahren kam es dann zu einer Klimaerwärmung und die kilometerdicken Eisschichten über Nordeuropa fingen an zu schmelzen. Das Schmelzwasser sammelte sich in einer Mulde. Dieser so genannte Baltische Eisstausee, ein Süßwasser-See ohne Abfluss in den Ozean, war der erste Vorläufer der heutigen Ostsee. Zu dieser Zeit ragten von Gotland nur einige Inseln aus dem Wasser hervor.

Vor circa 10 000 Jahren fanden die Wassermassen aus den weiter abgeschmolzenen Gletschern dann Zugang zum Atlantik. Andererseits strömten jetzt aber auch salzhaltige Wassermassen aus dem Atlantik in dieses neue Meer, dem sogenannten Yoldia-Meer. Weitere Landmassen von Gotland tauchten auf.

Durch das zunehmende Abschmelzen der Gletscher verringerte sich ihr Druck auf die darunter liegende Erdscholle, so dass ein bis heute währender Hebungsprozess der Landmassen einsetzte. Vor 9000 Jahren führten diese Hebungsvorgänge zu einem erneuten Abschneiden der Ostsee vom Atlantik. Es bildete sich wieder ein Süßwasser-See, der Ancylus -See. Die alte Küstenlinie dieses Süßwasser-Sees ist heute auf Gotland noch anhand des sogenannten Ancylus-Strandwalls zu sehen. Dieser liegt im Süden Gotlands bei ca. 25 m, im Norden bei circa 45 m ü. d. M.

Nach weiteren 2000 Jahren kam es durch das Abschmelzen der Eismassen und das gleichzeitige Auftauchen der Landmassen zu einem erneuten Durchbruch zum Atlantik bei Dänemark. Durch die so neu entstandenen Meeresstraßen Öresund, Großer und Kleiner Belt, gelangte erneut salzhaltiges Atlantikwasser in die Ostsee. Dieses sogenannte Litorina-Meer war größer als die heutige Ostsee. Durch eine erneute Landhebung im Bereich der dänischen Inseln verringerte sich der Salzgehalt der Ostsee erneut. Die Ostsee wurde zum Brackwassermeer.

Heute hat die Ostsee eine Ausdehnung von 373 000 km².