textBildsteine

Anhand der Bildsteine wird die herausragende kulturelle Stellung Gotlands besonders deutlich. Es sind die berühmtesten prähistorischen Monumente der Insel.

Ein Bildstein ist eine flache Steinplatte aus Korallenkalkstein, Muschelkalkstein oder Sandstein, die farbig eingemeißelte Botschaften enthalten. Die Inhalte der Botschaften sollten Verstorbene ehren, böse Mächte vertreiben, Ereignisse dokumentieren, Götter gnädig stimmen und dem Auftraggeber Ansehen verleihen. Sie wurden auf Gräbern, an Wegrändern, Festplätzen und Marktorten aufgestellt.

Die Bildsteine entstanden zwischen dem 5. und dem 11. Jh. In dieser Zeit entwickelten sich verschiedene Ausdrucksformen.

In der ersten Phase (400- 600 n. Chr.) entstanden bis zu 3,30 m hohe Exemplare, die vorwiegend Symbolzeichen wie Wirbelräder, Fabeltiere, Schiffe und Menschen darstellten.

In der zweiten Phase (500-700 n. Chr.) beherrschen szenische Darstellungen die zum Teil auch beidseitig dekorierten Steine. Mit Hilfe dieser Darstellungen sollten religiöse Vorstellungen, Heldensagen und bedeutende Ereignisse dokumentiert werden.

Die Bildsteine der dritten Phase (700-1100 n. Chr.) tragen Züge der wikingischen Welt, wie z.B. Götterdarstellungen, Sagen oder Kampfszenen mit Wikingerschiffen. Diese Epoche wird von der Runenschrift beherrscht. Diese Bildsteine haben sich dann im 9. Jh. von Gotland aus über alle skandinavischen länder verbreitet.

Bis heute hat man auf Gotland insgesamt 450 Bildsteine gefunden.