textVisbys Stadtgeschichte

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass bereits in vorgeschichtlicher Zeit an der Stelle des heutigen Visby eine Siedlung existierte. Der uralte Name Vi (= Heiligtum) deutet auf einen heidnischen Kultplatz. Den Anstoß für eine feste Siedlung gab wahrscheinlich der von Klippen geschützte und gut zu verteidigende Naturhafen.

Noch vor der Wikingerzeit bildete sich hier ein fester Handelsplatz aus, von dem aus die Männer ihre Waren verschifften. Zu Beginn der Wikingerzeit um 800 wurden die ersten festen Holzhäuser und Gassen errichtet. 1150 wurde eine „Holzstadt“ zum ersten Mal erwähnt. Im Verlauf der Wikingerepoche wurde die Siedlung dann zusehends erweitert.

Mit dem Beginn des Mittelalters siedelten sich hier immer mehr deutsche Kaufleute aufgrund der zentralen Lage Gotlands in der Ostsee für den Seehandel an.

1161 etablierte sich die Deutsche Kaufmannshanse unter Herzog Heinrich dem Löwen in Visby. Durch gemeinsames Wohnen und Arbeiten wurden beide Bevölkerungsgruppen integriert. Gemeinsam wurde eine neue Siedlung mit geplantem Grundriß, steinernen Häusern und einer Stadtmauer nach deutschem Vorbild errichtet. Visby wurde zur wirtschaftlichen Macht auf der Insel und entwickelte sich zur Keimzelle der Hanse.

1225 wird der Name Visby erstmals erwähnt.

Insgesamt kann das 13. Und 14. Jh. als Blütezeit der Stadt bezeichnet werden. In dieser Zeit entstanden die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Visby wurde die „Königin der Ostsee“.

1298 kam es nach einem heftigen Bürgerkrieg zwischen den Bewohnern Visbys und der Landbevölkerung Gotlands zur Auflösung der Kaufmannshanse.

Sichtbarer Ausdruck dieser Stadt- Land- Konflikte ist bis heute die Visbyer Wehrmauer. In dieser Zeit wurde sie auf eine Länge von 3,6 km erweitert und durch Türme, Bastionen und Tore ergänzt.

1356 schloss sich Visby dann der neu gegründeten Städtehansa an, wurde jedoch nach den blutigen Auseinandersetzungen mit den eingefallenen Truppen des Dänenkönigs Valdemar IV. wieder aus diesem Bund entlassen. Erst durch den , einem Teilnehmerin der Städtehansa, der Gotland 1398 von der Herrschaft der Vitalienbrüder befreite, kehrte der Frieden auf die Insel zurück.

1525 wurde Visby dann im Laufe der Kämpfe zwischen Dänen und Schweden um Gotland in Schutt und Asche gelegt. Auch Lübeck griff in die Kämpfe ein und beendete mit einer Invasion und Brandschatzung die Karriere Visbys. Mit Ausnahme der Marienkirche wurden dabei alle Gotteshäuser zerstört. Der Glanz der Stadt verblasste.

1645 wurde Gotland endgültig schwedisch und Visby wurde Zentralort der schwedischen Verwaltung. Im 17. Und 18 Jh. befand sich Visby dann sozusagen in einem „Dornröschenschlaf“ und erst durch den wirtschaftlichen Aufstieg und den beginnenden Tourismus im 19. Jh. wurde die Bedeutung Visbys langsam wieder entdeckt. Königshaus, Aristokratie und wohlhabendes Bürgertum kauften Häuser und Boden. Touristen entdeckten die Insel Gotland als Luft- und Kneipp- Kurort.